Dienstag, 12. November 2019

Der Bitcoin-Boom geht weiter - noch Der Absturz des Bitcoin ist eine Frage der Zeit

Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen
imago/ZUMA Press

2. Teil: Was dem Bitcoin zum Verhängnis wird

Genau an diesem Punkt dürften wir aktuell stehen. Es gibt immer mehr Börsen, über die Bitcoins gehandelt werden können, und auch traditionelle Banken haben begonnen, den Handel mit Kryptowährungen zu ermöglichen. Zu guter Letzt sind auch erste Fonds sowie Zertifikate aufgelegt worden. Wie lange dieser Prozess noch anhält, lässt sich nur schwer abschätzen. Weil Bitcoins - im Gegensatz zu klassischen Wertpapieren wie Aktien - keinen reellen Gegenwert besitzen, hängt der Kurs ausschließlich von Angebot und Nachfrage ab. Solange stetig mehr Benutzer und Investoren den Marktplatz betreten, steigt der Kurs tendenziell. Schließlich findet auch der Handel in den anderen Kryptowährungen meist gegenüber dem Bitcoin statt. Daher braucht man aktuell immer neue Bitcoins, um in diese sogenannten Altcoins investieren zu können.

Die Ineffizienz des Bitcoin wird sein Verhängnis sein

Bitcoin stellt zweifellos einen technologischen Fortschritt dar, jedoch dürfte genau dieser technologische Fortschritt auch zu seinem Ende führen. Die Technologie hinter Bitcoin ist wenig effizient. So braucht das Netzwerk und insbesondere das Schürfen eine exorbitante und immer weiter wachsende Energiemenge. Es gibt mittlerweile effizientere, schnellere, sicherere Technologien, die hinter neuen Kryptowährungen stecken - von denen einige zusätzlich auch noch eine bessere Anonymität sicherstellen. Ein weitergehender technologischer Fortschritt wird sich kaum aufhalten lassen.

Beim Bitcoin dürfte der Preisboom vorerst noch anhalten, weil die Nachfrage größer ist als das Angebot. Wie lange und wie weit die Preise dabei klettern, lässt sich nicht seriös abschätzen. Längerfristig dürfte aber der technologische Fortschritt dazu führen, dass bessere Kryptowährungen den Platz von Bitcoin einnehmen und sich der Gebrauch von Bitcoin reduziert.

Auf Sicht von mehreren Jahren dürften Kryptowährungen eine bedeutendere Funktion im internationalen Finanzsystem ausüben als heute. Der Bitcoin dürfte dann aber kaum mehr dazu gehören. Wenn er aber nicht mehr gebraucht werden wird und keinerlei reellen Gegenwert hat, heißt das, dass er dann nahezu wertlos sein wird.

Daniel Pfändler ist Portfoliostratege beim unabhängigen Vermögensverwalter Main Sky Asset Management und Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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