Donnerstag, 27. Juni 2019

Plus 23 Prozent Das steckt hinter dem Kurssprung des Bitcoin

Bitcoin-Werbung in Japan, Tokio: Ein Käufer hat 20.000 Bitcoins gekauft

Aus bisher unbekannten Gründen schoss der Preis für einen Bitcoin am Dienstag an der Luxemburger Börse Bitstamp um bis zu 23 Prozent auf 5076 Dollar nach oben. Nun kristallisiert sich heraus, dass für den Kurssprung der Kryptowährung offenbar ein einzelner Käufer verantwortlich war. Andere Cyberdevisen wie Ethereum und Ripple profitierten von der generell steigenden Nachfrage nach digitalen Münzen.

Laut dem Chef des Londoner Kryptowährungs-Spezialisten BCB Group, Oliver von Landsberg-Sadie, wurde der Kurszuwachs von einem Käufer ausgelöst, der auf den Handelsplattformen Kraken, Coinbase und Bitstamp eine Order im Volumen von 100 Millionen Dollar abgegeben habe. "Es gab einen einzigen Auftrag zum Kauf von rund 20.000 Bitcoin, der automatisch über diese drei Börsen abgewickelt wurde", sagte der Manager. "Wenn man sich die Volumina an jeder der Plattformen anschaut, dann sieht man, dass in einer Stunde je rund 7000 Stück abgestimmt und synchronisiert gekauft wurden."

Zweistellige prozentualen Kurssprünge sind bei Bitcoin & Co. nicht selten, kamen aber schon länger nicht mehr vor. Im November 2018 war der Bitcoin-Kurs von über 6000 Dollar innerhalb weniger Tage auf rund 3300 Dollar abgestürzt - ohne ersichtliche Gründe. Seither lag er zwischen 3000 und 4000 Dollar.

Zu den Boomzeiten um den Jahreswechsel 2017/18 hatte ein Bitcoin zeitweise um die 20.000 Dollar gekostet. Seither schossen neue Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden. Laut dem Branchendienst Coinmarketcap.com gibt es inzwischen mehr als 2100 Kryptowährungen, die zusammen auf eine Marktkapitalisierung von rund 159 Milliarden Dollar kommen. Das ist allerdings nur noch ein Bruchteil der Marktgrößte von vor einem Jahr.


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Blockchain ist viel mehr als Bitcoin


Bitcoin ist eine von Hochleistungsrechnern geschaffene digitale Währung. Die Computer müssen komplizierte Algorithmen lösen und bekommen dafür Bitcoins zugeteilt. Im Fachjargon wird dieses Sytem Mining genannt. Je mehr Bitcoins geschürft werden, desto schwieriger werden die Aufgaben, die es zu berechnen gilt. Bislang wurden so 17,6 Millionen Stück Bitcoin entwickelt. Die maximal mögliche Menge ist auf 21 Millionen beschränkt.

Die Grundidee der 2009 zu Zeiten der Finanzkrise gestarteten Bitcoins ist ein weitgehend anonymer Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Fehlende Regulierung sorgt allerdings auch für erhebliche Risiken.

mg/rtr

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