Mittwoch, 22. Mai 2019

7000 Bitcoin gestohlen Eine der größten Bitcoin-Börsen wird Opfer eines Hackerangriffs

Bitcoin: Die Hacker erbeuteten Bitcoins im Wert von 36 Millionen Euro

Bei einem Hackangriff auf eine der weltgrößten Kryptowährungsbörsen sind Bitcoin im Wert von 36 Millionen Euro erbeutet worden. Betroffen ist die in Malta ansässige Handelsplattform Binance, die in der Branche als eine der Bedeutendsten gilt.

Deren Chef Zhao Changpeng erklärte am Mittwoch via Twitter, die Kunden würden über einen Sicherheitsfonds des Börsenbetreibers entschädigt werden. In den nächsten Tagen sei jedoch kein Handel möglich, da die Plattform einem Sicherheitscheck unterzogen würde.

In den vergangenen Jahren haben Hacker mehrfach Bitcoin und andere Kryptowährungen von speziell darauf ausgerichteten Handelsplätzen erbeutet. Am bekanntesten ist die Attacke auf die damals weltgrößte Bitcoin-Börse Mt.Gox Anfang 2014. Etwa 25.000 Kunden verloren rund 650.000 Bitcoin. Oft stürzte ein solcher Diebstahl die Plattformen in die Insolvenz.

Die nun von Binance erbeuteten gut 7000 Bitcoin seien über verschiedene Angriffsmethoden in einer einzigen Transaktion gestohlen worden, darunter Viren und Phishing, erklärte der Betreiber. Die Hacker hätten geduldig gewartet und in gut abgestimmten Aktionen über verschiedene, scheinbar unabhängige Konten zugeschlagen.

Im vergangenen Jahr haben Hacker weltweit Kryptowährungen im Wert von umgerechnet 850 Millionen Euro gestohlen, wie die US-Sicherheitsfirma CiptherTrace ermittelte. Der Betrag hat sich demnach gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.

Bitcoin-Kurs am Vortag nahe 6000 US-Dollar

Der Bitcoin-Kurs Börsen-Chart zeigen blieb von dem Hackerangriff unberührt. Eine digitale Münze kostete an der Börse Bitstamp mit 5807 Dollar gut ein Prozent mehr.

Erst am Dienstag war der Bitcoin auf ein neues Jahreshoch von fast 6000 US-Dollar gestiegen. Auf der Handelsplattform Bitstamp wurden in der Spitze 5970 Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit vergangenen November. Von seinem Rekordhoch bei 20.000 Dollar, erreicht Ende 2017, ist die älteste und bekannteste Digitalwährung aber noch weit entfernt.

Experten nannten als Grund Medienberichte, wonach der große amerikanische Vermögensverwalter Fidelity demnächst den Handel mit Bitcoin anbieten will. Das Angebot soll aber nur für institutionelle Profikunden gelten. Privatanleger bleiben außen vor. Fidelity ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

mg/rtr, dpa-afx

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