Marktkapitalisierung steigt auf 1 Billion Dollar Elon Musk heizt Bitcoin-Kaufrausch weiter an

Bitcoin steigt über die Marke von 57.000 US-Dollar und ist binnen drei Tagen um rund 10.000 Dollar gestiegen. Die Marktkapitalisierung beträgt inzwischen mehr als 1 Billion US-Dollar. Tesla-Chef Elon Musk nennt Bitcoin-Kritiker "Narren" und stachelt Käufer weiter an.
Musk sorgt für Bitcoin-Rekord: "Nur ein Narr würde sich nicht nach Alternativen (zu Bargeld) umschauen"

Musk sorgt für Bitcoin-Rekord: "Nur ein Narr würde sich nicht nach Alternativen (zu Bargeld) umschauen"

Foto: BOBBY YIP/ REUTERS

Der Bitcoin-Höhenflug geht weiter. Die Digitalwährung hat am Wochenende erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 57.000 US-Dollar übersprungen. Auf der Handelsplattform Bitstamp  stieg der Kurs am Sonntag zeitweise bis auf 57.730 Dollar. Es herrscht Kaufpanik: Bitcoin nimmt bereits die nächste runde Marke von 60.000 US-Dollar in den Blick, obwohl die Digitalwährung erst am Mittwoch erstmals die Marke von 50.000 US-Dollar geknackt hatte. Auch die Kryptowährung Ether erreichte wie Bitcoin ein Rekordhoch und kletterte über die Marke von 2000 US-Dollar. Vor allem an den Wochenenden waren die Schwankungen in der Vergangenheit sehr hoch, da an den meisten Krypto-Börsen wie Coinbase oder Bitstamp durchgehend gehandelt wird.

Auf aktuellem Kursniveau beträgt die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin inzwischen mehr als eine Billion Dollar. Die Kryptowährung ist nach Einschätzung von Beobachtern inzwischen zu groß, um von Notenbanken noch verboten werden zu können.

Im Gefolge des Höhenflugs von Bitcoin ziehen auch die Kurse viele anderer Digitalwährungen wie Ethereum, Binance Coin oder Polkadot an. Aus diesem Grund ist der Anteil des Bitcoin am Gesamtmarkt der Kryptowährungen trotz der massiven Kursgewinne zuletzt etwas gesunken. Einer Aufstellung der Seite coinmarketcap  zufolge betrug dieser zuletzt nur noch etwas mehr als 60 Prozent, nachdem er vor einiger Zeit noch bei mehr als 70 Prozent gelegen hatte.

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Tesla-Chef Elon Musk, der bereits im Januar 1,5 Milliarden Dollar Firmengeld in Bitcoin investiert hat, heizte die Nachfrage am Freitag mit einem weiteren Tweet an: Wenn herkömmliche Währungen wie Dollar oder Euro mit negativen Zinsen belegt seien, würde sich "nur ein Narr nicht nach Alternativen umschauen", schrieb Musk. Der Bitcoin-Kurs legte daraufhin weiter zu. Zwei Tage zuvor hatten andere Bitcoin-Pusher wie Microstrategy-Chef Michael Saylor bestätigt, weiterhin auf Pump im großen Stil in Bitcoin zu investieren. Die Zulassung eines Bitcoin-ETF in Kanada nährt außerdem die Hoffnung vieler Investoren, dass ein solcher börsennotierter Fonds demnächst auch in den USA startet. In Europa wird ein solcher Bitcoin-ETF  bislang von der Schweizer Bank Vontobel angeboten.

Der Bitcoin befindet sich seit Wochen und Monaten im Höhenflug, der sich zuletzt noch einmal beschleunigte. So hatte der Bitcoin an Weihnachten noch rund 25.000 Dollar gekostet. Im Spätsommer lag der Kurs noch bei rund 10.000 Dollar.

Der US-Elektroautobauer Tesla beabsichtigt, die Digitalwährung künftig als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Musk selbst wiederum machte immer wieder via Twitter auf die Digitalwährung aufmerksam. Teslas Engagement weckt die Hoffnung, dass auch andere Unternehmen folgen könnten, was die Akzeptanz des Bitcoin steigern würde. So scheint auch das Kreditkartenunternehmen Mastercard dem Kryptogeld nicht mehr abgeneigt. Raj Dhamodharan, zuständig bei Mastercard für digitale Vermögenswerte, hatte vergangene Woche in einem Blog geschrieben, dass der Konzern Transaktionen mit ausgesuchten Kryptowährungen erlauben wolle. Darüber hinaus stehe man in engem Kontakt mit Zentralbanken, die an eigenen Digitalwährungen arbeiten.

Und auch immer mehr professionelle Investoren schielen auf die Digitalwährung. So war am Wochenende durchgesickert, dass die US-Bank Morgan Stanley erwäge, über ihre Investmentgesellschaft den Bitcoin auf die Liste möglicher Investments zu setzen. Auch wenn viele Banken weiterhin zögern, sich mit Bitcoin zu beschäftigen, könnten Meldungen wie in der vergangenen Woche immer mehr Finanzdienstleister zu einer schnelleren Einführung und Nutzung von digitalen Vermögenswerten anspornen, glaubt Patrick Campos, Strategiechef bei Securrency, einem Entwickler von Blockchain-basierter Finanztechnologie. Insbesondere die - nicht unumstrittene - Ankündigung von Tesla könnte andere große Unternehmen und Institutionen dazu ermutigen, Kryptowährungen "nicht nur als eine würdige, sondern vielleicht sogar als eine wesentliche Anlageklasse zu akzeptieren", zitierte Bloomberg  am Sonntag den Experten.

Die wichtigsten Kryptowährungen der Welt

Befeuert wird der Krypto-Währungs-Boom aber auch nicht zuletzt durch die Geldschwemme der Zentralbanken und wichtiger Industriestaaten. In der Corona-Krise haben die Notenbanken ihre ohnehin schon lockere Geldpolitik noch wesentlich großzügiger ausgestaltet. Die Staaten stützen Verbraucher und Unternehmen durch hohe Ausgaben, was die staatliche Schuldenlast stark steigen lässt. Aus dieser Entwicklung könnte eine erhöhte Inflation resultieren, die traditionelle Währungen entwerten würde. Einige Anleger fragen daher verstärkt alternative Anlagen wie Digitalwährungen nach.

mit Agenturen
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