Kursrutsch in USA Biontech-Aktie bricht ein - "die Pandemie ist vorbei"

In den USA brechen die Aktien der Corona-Impfstoffhersteller Biontech und Moderna ein. Anlass sind Aussagen von US-Präsident Joe Biden zur Corona-Pandemie.
Biontech Vakzin: Bedarf an Corona Impfungen sinkt

Biontech Vakzin: Bedarf an Corona Impfungen sinkt

Foto: Carlos Ortega / EPA

Zwei Tage vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed haben die US-Börsen im späten Handel leicht zugelegt. Laut Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement beim Hamburger Fixed-Income-Spezialisten Nordix, ist eine weitere Leitzinsanhebung um 0,75 Prozentpunkte bereits vollständig eingepreist. Schwache Daten vom US-Häusermarkt hatten keinen Kurseinfluss.

Der Leitindex Dow Jones Industrial legte zuletzt um 0,5 Prozent zu. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent.

Corona-Pandemie "vorbei": Joe Biden schickt Biontech und Moderna in die Tiefe

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es am US-Aktienmarkt nur wenige. Die Anteilseigner der Kyptobörse Coinbase mussten angesichts der unter Druck stehenden Kryptowährungen einen weiteren Kursrückgang um neun Prozent verkraften. Seit Jahresbeginn hat Coinbase mehr als die Hälfte seines Börsenwertes verloren.

Für die Anteilsscheine der Coronaimpfstoff-Hersteller Moderna und des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech ging es jeweils um knapp zehn Prozent bergab. Laut Aussagen von US-Präsident Joe Biden in einem Fernsehinterview "ist die Pandemie vorbei", auch wenn es noch immer ein Problem mit der Krankheit gebe. Anleger gehen davon aus, dass die Umsätze mit Impfstoffen deutlich zurückgehen werden. Die Aktie von Biontech hat seit Jahresbeginn knapp die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Die Bewertungen in der Branche sind brutal eingebrochen - eine Reihe von deutschen Start-ups sind dadurch bereits in Schwierigkeiten geraten.

Ebenfalls im Fokus standen nach guten Jahreszahlen die Papiere von Autozone. Der Händler von Kfz-Ersatzteilen verdiente unter dem Strich mehr als ein Jahr zuvor. Die Papiere verloren zuletzt dennoch gut zweieinhalb Prozent.

Zinserhöhung um mindestens 0,75 Prozent ist eingepreist

Am Markt wird mit einer erneuten kräftigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank gerechnet. Einzelne Stimmen rechneten nach den überraschend hohen Inflationszahlen in der vergangenen Woche sogar mit einem Zinsschritt von einem ganzen Prozentpunkt, so Experte Franck. Diese Einschätzung teile er allerdings nicht.

Nach der schwächsten Woche für den globalen Aktienmarkt seit Juni könnten abermals steigende Zinsen die US-Börsen indes weiter nach unten ziehen. Die Experten der Dekabank rechnen zudem mit anhaltend hohen Kursschwankungen. Zum einen dürften gleich mehrere Notenbanken signalisieren, dass der Kampf gegen die Inflation oberste Priorität habe. Zum anderen stünden Konjunkturdaten an, die ein trübes Bild zeichneten. "In dieser Gemengelage dürfte die Stimmung am Aktienmarkt gedrückt und von Zurückhaltung gekennzeichnet bleiben." Derweil kletterte die Rendite für US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zu Wochenbeginn zeitweise erstmals seit 2011 über dreieinhalb Prozent.

Die Stimmung auf dem US-Häusermarkt trübte sich im September stärker als erwartet ein, wie der NAHB-Hausmarktindex zeigte. Es ist der mittlerweile neunte Rückgang in Folge und bedeutet die längste Serie seit dem Jahr 1985. Der Indikator erreichte zudem den niedrigsten Stand seit Mai 2020.

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Bitcoin weiter unter Druck

Wegen der Aussicht auf drastische Zinserhöhungen der großen Notenbanken ziehen sich Anleger aus riskanten Anlageklassen wie Kryptowährungen zurück. Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 19.100 US-Dollar rund 2 Prozent im Minus. Ethereum rutscht ebenfalls ab und ist so billig wie zuletzt vor rund zwei Monaten.

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Mit Nachrichtenagenturen
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