Mittwoch, 22. Mai 2019

Erbsen statt Fleisch Beyond Meat verdreifacht Börsenwert in zwei Tagen

Beyond Meat: Anleger können nicht genug bekommen. Die Aktie hat sich binnen zwei Tagen fast verdreifacht

Der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat sorgt in den USA für ein regelrechtes Börsenfieber: Bei ihrem Börsengang am Donnerstag war die Aktie des Herstellers veganer Fleischersatzprodukte mit einem Aufschlag von 150 Prozent zum Ausgabepreis fulminant gestartet. Am Freitag ging die Rally mit einem weiteren Satz nach oben um knapp 10 Prozent weiter. Zuletzt notierte die Aktie, die zu einem Preis von 25 Dollar am Donnerstag ausgegeben wurde, bei knapp 75 Dollar.

Binnen zwei Handelstagen hat sich der Aktienpreis beinahe verdreifacht - die Bewertung des Unternehmens ist damit auf mehr als 4 Milliarden Dollar gestiegen. Die Idee, Fleischersatz für Burger und Tacos aus Erbsenproteinen herzustellen, ist nicht wirklich neu und dürfte nicht zu den wichtigsten Innovationen des Jahres zählen - dennoch trifft Beyond Meat mit seinem Angebot zur richtigen Zeit offenbar auf einen Trend.

Beyond Meat hatte mit seinem Börsendebüt am Donnerstag 241 Millionen Dollar (knapp 215 Millionen Euro) eingenommen. Das Unternehmen aus Kalifornien hatte am Mittwoch über 9,6 Millionen Aktien zum Preis von jeweils 25 Dollar ausgegeben . Damit lag der Emissionspreis am oberen Ende der zuvor festgelegten Preisspanne von bis zu 25 Dollar. Das von namhaften Stars unterstützte Unternehmen wurde somit mit 1,5 Milliarden Dollar bewertet.

Beyond Meat Börsen-Chart zeigen stellt Fleischersatz für Burger und Tacos her - vornehmlich auf Basis von Erbsenproteinen. Das Unternehmen profitiert stark vom derzeitigen Trend zu Fleisch-Alternativen. Verkauft werden die Produkte beim Amazon-Lebensmittelhändler Whole Foods, aber auch die Restaurantkette Del Taco nutzt Beyond Meat-Produkte. In Deutschland soll im Laufe des zweiten Quartals Beyond Meat in Supermärkten erhältlich sein.

Zu den prominenten Investoren zählen Microsoft-Gründer Bill Gates und Hollywoodstar Leonardo Di Caprio, aber auch die beiden Twitter-Gründer Evan Williams und Biz Stone. Darüber hinaus zählen auch der Venture Capitalist Kleiner Perkins sowie Fleischproduzent Tyson Food und die Tierschutzorganisation Human Society of the United States zu den Geldgebern.

Mit dem Ausgabepreis von 25 Dollar erhöhte das Unternehmen sein Angebot von ursprünglich maximal 21 Dollar, was auf ein großes Investoreninteresse schließen lässt. Das eingesammelte Geld will Beyond Meat für Investitionen in den Herstellungsprozess nutzen sowie in Marketing und den Bereich Forschung und Entwicklung stecken. Außerdem sollen mehr Leute eingestellt werden.

Beyond Meat ist nach eigener Darstellung überzeugt, dass weniger Fleisch letztlich dabei helfen werde, Bedenken rund um "menschliche Gesundheit, Klimawandel, Ressourcenerhalt und Tierwohl" zu begegnen. Das Unternehmen strebt wie so viele andere Produzenten danach, die Alternativen hinsichtlich Geschmack, Aussehen, Geruch und Konsistenz nahe an das Original aus Fleisch zu bringen. Eingesetzt werden etwa Erbsen, Bohnen und Soja, rote Bete bringt den "blutigen" Effekt.


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Beyond Meat wächst derzeit stark und steigerte zuletzt seinen Umsatz stetig, heißt es. Das Unternehmen ist aber nicht profitabel. Im vergangenen Jahr machte das Beyond Meat einen Verlust von 30 Millionen Dollar. Das in Los Angeles ansässige Unternehmen wies in seinen bei der Börsenaufsicht eingereichten Papieren auch darauf hin, dass Profite noch auf sich warten lassen könnten. Als einer der größten Konkurrenten gilt Impossible Foods, das unter anderem Burger King für seinen fleischlosen Burger beliefert. Potenzial hat aber auch die Nestlé-Firma Garden Gourmet, die den veganen Burger für McDonald's in Deutschland produziert.

AFP/akn

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