Berkshire-Hathaway-Aktionärstreffen in den USA Was Anleger noch heute von Warren Buffett lernen können

In den USA treffen sich an diesem Wochenende zehntausende Fans von US-Investmentlegende Warren Buffett. Der Multimilliardär liefert seit Jahrzehnten beachtliche Renditen - mit einem simplen Konzept.
Investment-Idol Buffett

Investment-Idol Buffett

Foto: Andrew Harnik/ dpa

Es gibt Geldanleger, für die ist das erste Wochenende im Mai wichtiger als Weihnachten oder der eigene Geburtstag. Das sind die eingefleischten Fans von Warren Buffett. Zu Zehntausenden machen sie sich auch in dieser Woche wieder auf den Weg nach Omaha in Nebraska, zum Sitz von Buffetts Beteiligungs-Holding Berkshire Hathaway. Dort findet das alljährliche Aktionärstreffen des Unternehmens statt, das "Shareholder Meeting" am 4. und 5. Mai.

Buffett-Jünger aus aller Welt werden die Gelegenheit einmal mehr nutzen, um ihr Idol zu feiern und - wichtiger noch - seinen Worten zu lauschen. Wohl kein anderer Investor weltweit genießt eine solche Vorbildfunktion wie der Cola-trinkende Multimilliardär aus dem Mutterland des Kapitalismus.

Seinen Status hat sich Buffett wacker erarbeitet. Seit mehr als 50 Jahren steht der inzwischen 87-jährige an der Spitze seines Investmentkonzerns und lenkt dessen Geschicke. Die Renditen, die er seinen Anteilseignern im Laufe dieser Zeit beschert hat, sind beachtlich. Allein in den vergangenen fünf Jahren erzielte die Aktie von Berkshire Hathaway  einen Kursgewinn von zusammen rund 75 Prozent. Der US-Index S&P 500 brachte es im gleichen Zeitraum auf "lediglich" 60 Prozent.

Buffetts Ruf allerdings basiert vor allem auf seinem Erfolg auf der ganz langen Strecke, denn das scheint der Beleg dafür zu sein, dass es sich dabei nicht ausschließlich um eine Anhäufung glücklicher Zufälle handeln kann. Seit der Investor bei Berkshire in den 1960er Jahren das Ruder übernahm, legte die Aktie im Schnitt pro Jahr um rund 20 Prozent zu. Inzwischen kostet eine Aktie des Typs A von Berkshire Hathaway an die 300.000 Dollar, womit es sich mit riesigem Abstand um das teuerste Papier am US-Aktienmarkt handelt.


Lernen vom Altmeister: Die besten Sprüche von Warren Buffett


Das ist eine Bilanz, von der die weitaus meisten Investmentprofis nur träumen können - und von der viele Kleinanleger tatsächlich ebenfalls träumen dürften. Dabei ist es im Grunde nicht schwer, Buffetts Investmentstil zumindest im Ansatz zu kopieren.

Im Gegenteil: Es gibt einige wichtige Grundsätze, an denen der Starinvestor seit mehr als 50 Jahren festhält, und die einen großen Teil zu seinem Erfolg beigetragen haben dürften. Jeder Kleinanleger, der diese Prinzipien ebenfalls beherzigt, kann damit vermutlich sein Investmentergebnis verbessern.

Dies sind die wichtigsten:

Was sollen Anleger kaufen?

Was kaufen?

Im Zentrum der Investmentphilosophie von Warren Buffett steht der Ansatz des Value-Investments: Gekauft werden ausschließlich Aktien oder Beteiligungen von Unternehmen, die zu einem Preis zu bekommen sind, der niedriger ist als der wahre, innere Wert. Umgangssprachlich formuliert hält Buffett also permanent Ausschau nach qualitativ hochwertigen Schnäppchen.

Zugegeben: Ein durchschnittlicher Kleinanleger verfügt in der Regel weder über die Fähigkeiten noch über die Informationen, die erforderlich sind, um per präziser Analyse den inneren Wert eines Unternehmens oder einer Aktie zu ermitteln. Wer sich das Beteiligungsportfolio von Berkshire Hathaway anschaut, erhält aber einige hilfreiche Hinweise: Buffett setzt grundsätzlich auf gesunde Konzerne mit starker Marktstellung, positivem Cash-flow und nach Möglichkeit stetigem Gewinnwachstum. Zu seinem größten Positionen gehören Konzerne wie Coca-Cola , der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz oder die US-Bank Wells Fargo .


Im Video: So werden Sie in fünf Schritten zu Warren Buffett

Wochit / manager-magazin.de


Seit einiger Zeit zählt Buffett zudem zu den Anhängern des iPhone-Konzerns Apple , an dem er, wie diese Woche bekannt wurde, seinen Anteil im ersten Quartal dieses Jahres um weitere 75 Millionen Aktien aufgestockt hat. Zudem ließ er in einem Interview im Vorfeld des Aktionärstreffens in Omaha einmal mehr wissen, was er unter einem guten und unter einem schlechten Investment versteht.

Wann sollen Anleger kaufen - und wann verkaufen?

Wann kaufen?

Es gilt als Faustregel an der Börse, dass es kaum möglich ist, den exakt richtigen Zeitpunkt für einen Kauf oder einen Verkauf zu erwischen. Experten raten daher häufig, Anleger sollten ihre Depots auf eine grundlegend vernünftige Weise aufteilen und dann unabhängig von aktuellen Ereignissen möglichst lange unangetastet lassen.

Bei der Geldanlage à la Warren Buffett ist dabei jedoch entscheidend, dass auch tatsächlich ausschließlich Unternehmen erworben werden, die die Analyse nach dem Value-Ansatz bestehen. Oder umgekehrt: Findet sich keine geeignete Aktie, so wird auch keine gekauft.

Eine US-Analystin, die Buffett eine Zeit lang beobachtet hat, hat in dem Zusammenhang eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Der Berkshire-Chef betrachtet Barbestände keineswegs als renditeschwache Form der Anlage, für die er möglichst schnell einen lukrativeren Ersatz suchen müsste. Für Buffett ist Cash vielmehr eine Art "Call Option" auf das passende Investment zum richtigen Zeitpunkt. Geduld ist daher eine wichtige Tugend in der Investmentwelt des Warren Buffett - auch das kann sich jeder Kleinanleger bei ihm abschauen.


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Wann verkaufen?

Auch der dritte Grundsatz gilt im Anlagegeschäft eigentlich als Binse - und dennoch lassen sich viele Investoren immer wieder dazu verleiten, dagegen zu verstoßen: Auch wenn eine schnelle Gewinnmitnahme mitunter reizvoll erscheint, so empfiehlt es sich doch, gut laufende Aktien nicht zu rasch wieder zu verkaufen. Ein Papier, das nach dem Value-Ansatz ins Depot gekommen ist, wird dem Anleger vielmehr in der Regel auch auf lange Sicht Freude bereiten. Gleichzeitig sparen Investoren, die häufiger stillhalten und abwarten, Transaktionskosten.

Warren Buffett ist bekannt für seine Sprüche und Weisheiten, in denen er seine Erkenntnisse über das Leben und die Kapitalanlage auf den Punkt bringt (siehe dazu auch der Slider oben). Zur Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Verkauf einer Aktie passen wohl am besten zwei Zitate des Altmeisters. Zum einen: "Ich kaufe eine Aktie unter der Annahme, dass die Börse am nächsten Tag für die nächsten fünf Jahre geschlossen werden könnte."

Und zum anderen: "Wenn du es liebst, ständig zu kaufen und zu verkaufen, dann möchte ich dein Broker sein - aber nicht dein Partner."