Preisspanne für IPO festgelegt Auto1 will jetzt acht Milliarden Euro wert sein

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 legt die Preisspanne für seinen Anfang Februar geplanten Börsengang auf 32 bis 38 Euro fest. Damit steigt die Bewertung des neun Jahre alten Unternehmens auf bis zu acht Milliarden Euro.
Online bestellt bei Autohero.de: Die Auto1 Group betreibt mehrere Onlineplattformen, unter anderem auch "WirkaufenDeinAuto.de"

Online bestellt bei Autohero.de: Die Auto1 Group betreibt mehrere Onlineplattformen, unter anderem auch "WirkaufenDeinAuto.de"

Die Gebrauchtwagenplattform Auto1 rechnet bei ihrem Börsengang am 4. Februar mit Einnahmen in Höhe von bis zu 1,8 Milliarden Euro. Die Preisspanne für die Aktien legte das Unternehmen auf 32 bis 38 Euro fest, wie Auto1 am Montag in Berlin mitteilte. Auto1 würde nach Angaben einer der beim Börsengang beteiligten Banken nach dem Aktienmarktdebüt mit rund sieben bis acht Milliarden Euro bewertet. Vor anderthalb Wochen war noch die Rede von sechs Milliarden Euro gewesen.

Verkauft werden sollen bis zu 31,25 Millionen neue Papiere aus einer Kapitalerhöhung, hinzu kommen gut 15,63 Millionen Aktien von Alteigentümern. Über eine Mehrzuteilungsoption könnten weitere gut sieben Millionen Aktien platziert werden. Zwei Ankerinvestoren erwerben den Angaben zufolge für rund 300 Millionen Euro Aktien zum Angebotspreis. Die Zeichnungsfrist beginnt am Dienstag und läuft bis zum 2. Februar. Die Aktie soll unter dem Kürzel "AG1" an der Frankfurter Börse gehandelt werden.

Bewertung von Auto1 steigt auf bis zu acht Milliarden Euro

Mit rund 750 Millionen Euro will Auto1 den Großteil des Erlöses aus dem Börsengang in das weitere Wachstum von Autohero investieren. Der verbleibende Betrag wird voraussichtlich zur Rückzahlung einer bestehenden Wandelanleihe verwendet. "Wir freuen uns darauf, unsere Investorenbasis zu verbreitern, und wollen in den nächsten Jahren erheblich in den weiteren Aufbau der Marke Autohero und unser operatives Geschäft investieren", sagte Vorstandschef und Mitgründer Christian Bertermann (36).

Der Betreiber von "wirkaufendeinauto.de" und anderen Onlineportalen wurde vor neun Jahren von Bertermann und Hakan Koç (36) gegründet. Die beiden Gründer halten rund 30 Prozent der Anteile, die japanische Holding Softbank ist seit 2018 mit weiteren 20 Prozent beteiligt. Organisiert wird der Börsengang von den Investmentbanken BNP Paribas, Citi, Goldman Sachs und Deutsche Bank. Lesen Sie hier  Details über die Hintergründe des Börsengangs.

Mit dem An- und Verkauf von Autos an Privatkunden und an Händler hatte das Unternehmen 2019 rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz mit dem Verkauf von mehr als 615.000 Fahrzeugen erwirtschaftet, in der Corona-Krise ist der Umsatz zuletzt abgebröckelt. Im dritten Quartal schrieb Auto1 erstmals operativ schwarze Zahlen. Geschäftszahlen für Ende 2020 wurden noch nicht veröffentlicht. Auto1 will sich künftig mehr auf das Geschäft mit Endkunden als mit Händlern konzentrieren.

Das Aktienmarktdebüt von Auto1 fällt in eine Zeit, in der so viele Unternehmen wie lange nicht mehr aufs Parkett streben. Am Donnerstag war die Aktie des Münchener Online-Luxusmodehändlers Mytheresa bei seinem Börsendebüt an der Wall Street so stark gestiegen, dass das Unternehmen mehr als drei Milliarden Dollar wert war. In den Startlöchern steht auch die Funkturmtochter Vantage von Vodafone, die in Frankfurt an die Börse gehen will.

mg/Reuters, dpa-afx
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