Chip-Ausrüster Tech-Riese ASML nach Gewinnrückgang optimistisch

Der Tech-Konzern ASML verbuchte zuletzt trotz Umsatzsteigerungen ein Minus beim Gewinn. Konzernchef Peter Wennink ist jedoch zuversichtlich – er erwartet eine Erholung am Chipmarkt.
Optimistisch: ASML erwartet eine Markterholung

Optimistisch: ASML erwartet eine Markterholung

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der Chipindustrie-Ausrüster ASML hat 2022 trotz Umsatzsteigerungen weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor. Das Unternehmen hatte unter anderem vor allem im ersten Halbjahr mit kostspieligen Engpässen in der Produktion und den Lieferketten zu kämpfen. Der Erlös für die zwölf Monate erhöhte sich auf 21,2 Milliarden Euro nach rund 18,6 Milliarden Euro 2021, wie der Konzern am Mittwoch in Veldhoven mitteilte. Unter dem Strich sank der Gewinn im Berichtszeitraum um rund 5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Analysten hatten allerdings weniger auf dem Zettel. Im Schlussquartal hellte sich die Lage zudem für die Niederländer weiter auf, und das Ergebnis fiel erneut besser aus als im Vorquartal.

ASML habe das vergangene Jahr mit einem Rekordauftragsbestand von 40,4 Milliarden Euro beendet, sagte Konzernchef Peter Wennink laut Mitteilung. Es gebe zwar weiterhin Unsicherheiten etwa durch die Inflation und steigende Zinsen, die Kundenreaktionen deuteten aber auf eine Erholung des Halbleitermarktes in der zweiten Jahreshälfte hin. ASML stellt für 2023 einen deutlichen Umsatzanstieg von mehr als 25 Prozent in Aussicht.

Die Börse reagierte trotz allem enttäuscht auf die Informationen von ASML. Die Aktie gab bis zum Mittag um mehr als 2 Prozent nach.

Hintergrund: Als Hersteller von Lithografiemaschinen besitzt ASML eine Schlüsselrolle in der weltweiten Chipindustrie und damit in der Weltwirtschaft insgesamt. Die Geräte werden benötigt, um Halbleiter zu produzieren. Gerade in den vergangenen Monaten waren die Chips weltweit knapp, und ASMLs Angebote umso gefragter.

ASML sei "das wichtigste Unternehmen, von dem man nie gehört hat", adelte die "New York Times" einmal  die Niederländer. Tatsächlich ist ASML das einzige Unternehmen, das die sogenannte EUV-Technologie beherrscht. Eine Technologie, mit der sich mithilfe ultrakurzer aber extrem leistungsfähiger sogenannter extrem ultravioletter Strahlen (EUV) die kleinsten und leistungsfähigsten Chips auf dem Markt herstellen lassen. Mit Strukturen von bis zu drei Nanometern – drei millionstel Millimeter groß und damit 25.000-mal dünner als menschliches Haar.

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