Milliarden-Investment des US-Starinvestors Warren Buffetts perfektes Apple-Timing

Warren Buffett: Im günstigen Einkauf liegt der Gewinn

Warren Buffett: Im günstigen Einkauf liegt der Gewinn

Foto: Reuters, DPA

Feierlaune: Als die Apple-Aktie in dieser Woche ein Rekordhoch bei 134 Dollar erreichte, dürfte das auch für Freude in der Zentrale von Berkshire Hathaway im US-amerikanischen Omaha gesorgt haben: Das Beteiligungsunternehmen von Investmentlegende Warren Buffett hatte im Frühjahr 2016 bekannt gegeben, für rund eine Milliarde Dollar Aktien des iPhone-Bauers erworben zu haben.

Das Apple-Investment erschien für Berkshire schon seinerzeit bemerkenswert: Value-Investor Buffett sucht traditionell eher nach "langweiligen" Firmen mit starker Wettbewerbsstellung und solidem Cash-Flow, die gemessen an fundamentalen Bewertungskriterien günstig zu haben sind. Zu Buffetts Lieblingsfirmen zählen beispielsweise Coca-Cola , Wal-Mart  oder IBM . IT-Werte wie Apple  gelten dagegen gemeinhin als Wachstumsaktien mit Kurspotenzial aber auch entsprechenden Risiken. Beobachter werteten Berkshires Einstieg daher seinerzeit als Hinweis darauf, dass bei Apple die Zeit bahnbrechender Produktinnovationen und damit einhergehender Kursfeuerwerke vorläufig vorbei sein könnte.

Kauf in Schwächephase sorgt für dreistellige Millionen-Rendite

Inzwischen ist klar: Berkshires Apple-Investment erscheint nach wie vor bemerkenswert - und zwar aus heutiger Sicht aus noch einem weiteren Grund. Das zeigt ein Blick auf den Kurschart der Apple-Aktie: Im ersten Quartal 2016, als Berkshire bei Apple einstieg, notierte das Papier zwischen gut 92 Dollar und etwa 110 Dollar. Es war nach dem Kurshoch im Jahr 2015 die Talsohle einer vorübergehenden Schwächephase, von der aus es seither bis zum aktuellen Rekordniveau beinahe stetig wieder aufwärts ging.

Im Klartext heißt das: Warren Buffetts Berkshire Hathaway bewies beim Kauf der Apple-Aktien nahezu perfektes Timing. Dem Kaufwert der Anteile von etwa einer Milliarde Dollar steht ein aktueller Wert von etwa 1,3 Milliarden Dollar gegenüber, wie das "Wall Street Journal" vorrechnet. Gut möglich allerdings, dass Berkshire Hathaway mit seinem Einstieg bei Apple selbst einen Teil zur Trendwende der Kursentwicklung beigetragen hat.

So oder so: Warren Buffett selbst kann sich den Erfolg in diesem Fall wohl nicht selbst auf die Fahnen schreiben. Er hält sich aus Technologie-Investments heraus, weil er sich dafür nicht kompetent fühlt.

Den Kauf der Apple-Aktien hatte deshalb wohl einer von Buffetts Kronprinzen bei Berkshire zu verantworten, also entweder Ted Weschler oder Todd Combs, die beide bereits als potenzielle Nachfolger Buffetts gehandelt werden. Sie kümmern sich um jene Nischen der Kapitalmärkte, aus denen sich der Altmeister lieber heraushält.

Weschler war es auch, der das Apple-Engagement seines Unternehmens im Herbst 2016 in einem Interview mit dem manager magazin erläuterte. Zu dem Zeitpunkt hatte Berkshire seinen Anteil am iPhone-Konzern weiter aufgestockt. So befanden sich am 30. September vergangenen Jahres insgesamt 15,2 Millionen Apple-Aktien im Besitz von Buffetts Investment-Firma.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat Berkshire sein Apple-Investment inzwischen noch weiter ausgebaut. Einem Bericht der "New York Times" zufolge erhöhte Berkshire die Zahl seiner Apple-Aktien in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres auf 57 Millionen. Berkshires Apple-Anteil sei nun etwa 7,7 Milliarden Dollar wert, so die "Times" mit Verweis auf einen monatlichen Bericht der Buffett-Firma an die US-Finanzaufsicht SEC.

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