Donnerstag, 23. Januar 2020

Grösster Börsengang aller Zeiten Alibabas Börsenformel: 1. Kunden, 2. Mitarbeiter, 3. Aktionäre

Alibaba-Gründer Ma: Reichster Chinese

Jack Ma will mit dem Aktienverkauf seines Online-Konzerns Alibaba bis zu 24,3 Milliarden Dollar einsammeln. Es wäre der größte Börsengang der Geschichte. Die Interessen der Aktionäre kommen für ihn aber nur an dritter Stelle.

New York - Chinas reichster Unternehmer bittet seine Geldgeber um Geduld. "Kunden zuerst, Mitarbeiter an zweiter Stelle, Aktionäre an dritter", schreibt der Gründer des chinesischen Online-Händlers Alibaba, Jack Ma, im Prospekt für seinen milliardenschweren Börsengang, für den er derzeit um Investoren wirbt.

Die Prioritätensetzung ist eine sanft verpackte Kampfansage Mas an Konkurrenten wie Amazon oder Ebay Börsen-Chart zeigen. Vor allem der Online-Handelskonzern Amazon Börsen-Chart zeigen investiert seit Jahren zu Lasten der Dividende in die Eroberung neuer Märkte. "Im vergangenen Jahrzehnt haben wir uns daran gemessen, wie stark wir China verändert haben", schreibt Ma. "In der Zukunft werden wir daran gemessen, wie viel Fortschritt wir für die Welt bringen."

Alibaba will dazu seine Kampfkasse kräftig auffüllen. Das Unternehmen will dem von der Börsenaufsicht SEC veröffentlichen Börsenprospekt zufolge zunächst bis zu 21,1 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro) bei Aktionären einsammeln, durch eingeräumte Zusatzrechte von Investmentbanken könnten es sogar bis zu 24,3 Milliarden Dollar werden. Im bislang weltweit größten Börsengang hatte die Agricultural Bank of China 2010 rund 22,1 Milliarden Dollar eingesammelt.

Demnach sollen zunächst 320 Millionen Aktien in einer Preisspanne zwischen 60 und 66 Dollar angeboten werden. Da nur ein Teil des Unternehmens an der Börse gelistet wird, bewertet sich Alibaba auf dieser Grundlage insgesamt mit bis zu 163 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der iPhone-Riese Apple Börsen-Chart zeigen, der derzeit wertvollste Konzern der Welt, bringt es auf 592 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung enttäuschte einige Experten, die sogar mehr als 200 Milliarden Dollar für möglich gehalten hatten.

Alibaba würde mit dieser Bewertung aber 95 Prozent der im US-Leitindex S&P 500 geführten Firmen übertreffen. Nach Google Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen wäre es das drittgrößte in Amerika gelistete Internetunternehmen. Die bislang größten Börsengänge in den USA gelangen der Kreditkartenfirma Visa Börsen-Chart zeigen 2008, dem Autobauer General Motors Börsen-Chart zeigen bei seinem Neustart 2010 und Facebook im Jahr 2012.

Alibaba will die Platzierung der unter dem Kürzel BABA an der New Yorker Börse zu notierenden Aktien in diesem Monat abschließen. Finanzkreisen zufolge könnte der endgültige Ausgabepreis der Papiere am 18. September festgesetzt werden, und der Handel danach starten. Zunächst sind jedoch sogenannte "Roadshows" geplant, bei denen Investoren umworben werden.

Größer als Amazon oder Ebay

Der größte Alibaba-Anteilseigner, die japanische Investmentgesellschaft Softbank Börsen-Chart zeigen, wird seine Beteiligung beim Börsengang von 34,1 auf 32,4 Prozent abbauen. Der zweitgrößte Investor, das US-Interneturgestein Yahoo Börsen-Chart zeigen, reduziert seinen Anteil deutlich von 22,4 auf 16,3 Prozent. Die Beteiligung von Alibaba-Gründer und Chef Jack Ma sinkt von 8,8 auf 7,8 Prozent.

Zuletzt präsentierte Alibaba noch einmal deutliches Geschäftswachstum. Der Umsatz verbesserte sich in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 46 Prozent auf 15,77 Milliarden Yuan (1,95 Milliarden Euro). Der Gewinn sprang auf 12,34 Milliarden Yuan (1,52 Milliarden Euro) von 4,38 Milliarden Yuan im Vorjahresquartal.

Alibaba ist beim Handelsvolumen nach eigenen Angaben größer als Amazon Börsen-Chart zeigen oder Ebay Börsen-Chart zeigen. Zu den großen Handelsplätzen des Konzerns gehören Taobao, Tmall und Juhuasuan. 231 Millionen Käufer und acht Millionen Verkäufer wickelten hier im vergangenen Jahr Geschäfte über 248 Milliarden Dollar ab.

China gilt als größter Onlinemarkt der Welt. Alibaba hat dort eine Vormachtstellung. Drei Unternehmen liefern sich seit Jahren ein Wettrennen um die mehr als 600 Millionen Internetnutzer in China: Alibaba, Tencent und Baidu. Während Alibaba mit Amazon verglichen wird, gelten Tencent als Chinas Facebook und Baidu als Chinas Google.

ts/soc/dpa/rtr

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