Börse Euro bremst Dax aus, VW legt zu

Der Dax gibt zum Wochenschluss wieder nach. Der Höhenflug des Euro belastet. Volkswagen erobert die Trikots der DFB-Elf und den Platz an der Dax-Spitze. In den USA melden die US-Banken JP Morgan und Citigroup satte Gewinne.
Volkswagen: Bald nicht nur in Wolfsburg, sondern auch auf den Trainingsanzügen der Nationalelf präsent

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Foto: DPA

Der Dax  hat am Freitag wieder nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 12.600 Punkten gerutscht. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,2 Prozent im Minus. Vor allem der Höhenflug des Euro, der sich der Marke von 1,15 US-Dollar nähert, bremste den Dax aus. Der starke Euro  ist für die exportorientierten Global Player im Dax eine Belastung.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von BASF , Fresenius Medical Care  und von Volkswagen , deren Aktie die Dax Spitze eroberte. VW löst ab 2019 Mercedes Benz als Hauptsponsor des DFB ab.

In den USA dürften die Indizes mit leichten Gewinnen in den Handel starten, da die US-Großbanken JPMorgan Chase  und Wells Fargo  mit ihren Gewinnen die Erwartungen übertroffen haben. Bei der Citigroup  ging der Gewinn dagegen leicht zurück.

Starker Euro bremst

Ein Bremsklotz für den Aktienmarkt war dagegen der starke Euro, der sich deutlich über der Marke von 1,14 Dollar hielt. Die steigende Gemeinschaftswährung macht Waren im Welthandel teurer und dämpft die Wettbewerbsfähigkeit der exportstarken Unternehmen aus dem Euro-Raum. Devisenanleger spekulieren darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bald den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik wagt.

Auch die amerikanischen Großbanken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup trotz Milliardengewinnen im Quartal keinen Schwung. Vorbörslich lagen die Aktien der Geldhäuser um bis zu 2,2 Prozent im Minus. Auch die europäischen Finanztitel weiteten ihre Verluste daraufhin aus, Deutsche Bank-Papiere büßten 1,2 Prozent ein.

Inflationsdruck in USA lässt nach

Der Dollar war am Nachmittag stärker unter Druck geraten, nachdem die Inflation in den USA im Juni überraschend deutlich nachgelassen hatte. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,6 Prozent. Das ist das kleinste Plus seit Oktober 2016. Im Mai lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent.

Börsianern zufolge rückten Zinsanhebungen der US-Notenbank dadurch in weitere Ferne. Fed-Chefin Janet Yellen hatte in den vergangenen Tagen bereits vorsichtige Töne angeschlagen und behutsame Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Das kam an den Aktienmärkten wiederum gut an, da niedrige Zinsen Dividendenpapiere im Vergleich zu Anleihen generell attraktiv machen. An der Wall Street zeichnete sich eine etwas höhere Eröffnung ab.

Daimler erneut unter den Dax-Verlierern

Unter den größten Dax-Verlierern waren erneut die Titel von Daimler. Sie rutschten um 0,8 Prozent ab, nachdem sie bereits am Donnerstag ein halbes Prozent verloren hatten. Der Stuttgarter Autobauer ist offenbar tiefer in den Dieselskandal verstrickt als bislang angenommen. "Die Nachrichten über manipulierte Abgaswerte dürften die Stimmung der Daimler-Anleger auch weiterhin belasten", sagte Analyst Tim Schuldt vom Brokerhaus Equinet.

Anleger deckten sich dafür mit Aktien des bayerischen Biotechunternehmens Morphosys  ein. Der Lizenz-Partner Janssen erhielt von der US-Behörde FDA die lang ersehnte Zulassung für Guselkumab, ein Mittel zur Behandlung von Schuppenflechte. Die im TecDax notierten Aktien schossen zuletzt noch um 10 Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Jahren nach oben. Analysten der Berenberg Bank bezeichneten die Zulassung als "Wendepunkt" für Morphosys.

Um knapp 3 Prozent bergauf ging es in Stockholm für die Bank SEB . Sie verdiente im vergangenen Quartal mit umgerechnet rund 600 Millionen Euro mehr als erwartet.

Allianz und Salzgitter leiden unter Abstufungen

Auch Umstufungen bewegten. So hat die australische Bank Macquarie den Versicherer Allianz  mit "Underperform" und einem Kursziel von 153 Euro in ihre Bewertung aufgenommen. Das Papier verlor im Dax aber nur moderate 0,35 Prozent. Die Aktie von Salzgitter  sank im MDAx um 1,17 Prozent. Hier hatte die Citigroup ihre Anlageempfehlung auf "Neutral" gesenkt.

Euro bewegt sich kaum, Ölpreise sinken leicht

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag wenig bewegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,1408 US-Dollar gehandelt und damit geringfügig über dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,1417 (Mittwoch: 1,1449) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel geringfügig nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 48,37 US-Dollar. Das waren fünf Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Lieferung sank um acht Cent auf 46,00 Dollar.

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