Dienstag, 20. August 2019

Aktienmarkt Auf diese fünf Zahlen sollten Börsianer 2016 achten

Aktienhändler in New York: Auch die US-Notenbank gibt wichtige Impulse für die hiesige Börse

4. Teil: Ölpreis - Indikator mit doppelter Bedeutung

Am Ölmarkt tobt ein Kampf um Marktanteile. Die in der Opec organisierten Förderer wollen ihre Produktion trotz des niedrigen Preises partout nicht drosseln. So hoffen sie, Anbieter beispielsweise aus den USA, die Öl per kostspieligerem Fracking zu Tage fördern, aus dem Markt drängen zu können.

Die Folge ist ein Überangebot des Rohstoffes auf dem Weltmarkt, das den Preis seit Monaten fallen lässt. Ein Ende der Entwicklung ist derzeit kaum absehbar. Zwar werden bereits sukzessive Ölquellen, die sich nicht mehr rechnen, stillgelegt. Mit dem beschlossenen Ende der Sanktionen gegen den Iran wird dieses Land künftig jedoch als weiterer Anbieter auftreten, was den Preis zusätzlich unter Druck setzen dürfte. Viel diskutiert wird vor dem Hintergrund über eine Prognose der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, die ein Absinken des Ölpreises auf bis zu 20 Dollar je Barrel prophezeit.

Die Bedeutung des niedrigen Ölpreises für die Börse ist schwer einzuschätzen. Einerseits freuen sich Konsumenten und Unternehmen über niedrige Preise für Produkte, die mit Öl zusammenhängen. Klassische Beispiele sind günstiges Benzin an der Tankstelle oder Kerosin als Flugzeugtreibstoff. Dadurch müsste die Wirtschaft tendenziell angekurbelt werden, was für steigende Aktienkurse spräche.

Andererseits wird der Ölpreis gerne auch als Indikator für die Gesamtlage der Weltwirtschaft gesehen. Ist das schwarze Gold allzu billig, geht es der Wirtschaft schlecht, lautet dann die einfache Gleichung. So gesehen können sich Börsianer über einen sinkenden Ölpreis wiederum kaum freuen.

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