Freitag, 18. Oktober 2019

Aktienmarkt Auf diese fünf Zahlen sollten Börsianer 2016 achten

Aktienhändler in New York: Auch die US-Notenbank gibt wichtige Impulse für die hiesige Börse

3. Teil: Euro-Kurs - Talfahrt Richtung Parität

Gegenüber dem Dollar befindet sich der Euro schon seit mehr als einem Jahr auf Talfahrt. Hintergrund ist vor allem, dass die US-Wirtschaft schneller aus der Rezession kam als die hiesige. Zudem spielt die Euro-Schuldenkrise eine Rolle sowie die allzu freigiebige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

EZB-Präsident Mario Draghi verkündete erst vor wenigen Wochen eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms seines Hauses, wodurch nun mindestens bis Anfang 2017 zusätzliche Milliarden in die Finanzmärkte der Euro-Zone fließen werden. Auf der anderen Seite dreht die US-Notenbank wie beschrieben an der Zinsschraube, was sich bereits seit Monaten absehen ließ.

Die Folge: Geldanlagen im Dollar-Raum gewinnen gegenüber der Euro-Zone an Attraktivität - und damit der Dollar gegenüber dem Euro an Wert. Experten prophezeien schon seit einiger Zeit, dass die Parität zwischen Euro und Dollar in nächster Zeit erreicht werden dürfte. Ein Euro wäre dann nur noch einen Dollar wert - oder sogar weniger.

Welche Aktien von der EZB-Geldflut profitieren können

Zu den Exportwerten im Dax, die von einem niedrigen Euro und damit von der EZB-Geldflut profitieren können, zählen zum Beispiel Autohersteller wie BMW oder ...

... Daimler. Diese Aktien haben zuletzt zum Teil arg gelitten und besitzen möglicherweise Aufholpotenzial.

Ein exportstarker Autowert ist grundsätzlich auch Volkswagen. Aufgrund des laufenden Abgasskandals ist die Aktie allerdings wohl nur mit Vorsicht zu genießen.

Ebenfalls groß im Auslandsgeschäft ist die deutsche Chemiebranche, allen voran etwa die Dax-Konzerne Bayer ...

... und BASF.

Aktien des Sektors Maschinenbau, der traditionell einen Großteil seines Geschäfts außerhalb Deutschlands macht, finden sich vor allem im MDax. Beispiele sind ...

... der Abfüll- und Verpackungsanlagenbauer Krones, ...

... der Gabelstaplerhersteller Kion sowie ...

... der Roboterbauer Kuka mit Sitz in Augsburg.

Nicht zu vergessen: Auch Konsumgüterproduzenten wie der Sportartikelanbieter Adidas oder ...

... der Düsseldorfer Henkel-Konzern verkaufen einen Großteil ihrer Produkte im Ausland.

An der Börse spielt die Entwicklung eine wichtige Rolle. Einerseits investieren Anleger mit steigendem US-Zins und steigendem Dollar-Kurs vermehrt jenseits des Atlantiks, was tendenziell zu niedrigerer Nachfrage und damit niedrigeren Kursen an Europas Börsen führen dürfte. Andererseits schlägt sich der Euro-Kurs direkt in den Geschäftszahlen der Konzerne nieder. Vor allem Unternehmen mit starkem Auslandsabsatz wie etwa viele Autohersteller und Maschinenbauer müssten vom schwachen Euro profitieren.

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