Donnerstag, 12. Dezember 2019

Nach missglücktem Uber-IPO Wie wichtig ist bei Börsengängen der erste Tag?

Erstaunter Firmenchef: Uber-CEO Dara Khosrowshahi dürfte vom Verlauf des ersten Tags seines Unternehmens an der Börse kaum erfreut gewesen sein.

Ein Misserfolg, wie er jüngst dem US-Fahrdienstvermittler Uber passierte, kommt an der Börse mehr oder weniger regelmäßig vor: Ein Unternehmen strebt an den Aktienmarkt, im Vorfeld wird heiß spekuliert, welchen Wert es wohl erreichen kann, dann ist der Tag des IPOs da - und es kommt zur Enttäuschung.

Auch bei Uber schossen die Mutmaßungen vor dem Börsengang wild ins Kraut: Bis zuletzt wurden Unternehmensbewertungen von bis zu 90 Milliarden Dollar für möglich gehalten. Monate zuvor hatten Banken sogar eine Summe von 120 Milliarden Dollar in den Raum gestellt.

Die Erstnotiz der Uber-Papiere fiel dann ziemlich ernüchternd aus: Die Aktien kamen zum Preis von 45 Dollar auf den Markt, am unteren Ende der möglichen Preisspanne von 44 bis 50 Dollar also. Damit betrug der Marktwert des Unternehmens schon lediglich 80 Milliarden Dollar. Der erste Kurs lag daraufhin sogar noch 6 Prozent niedriger bei 42 Dollar, was Uber laut "Financial Times" Platz acht im Ranking der schlechtesten Börsengänge an der Wall Street mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar beschert. Bis heute haben sich die Papiere von diesen Verlusten nicht wieder berappelt. Laut Börse, so die Konsequenz, ist Uber also gegenwärtig lediglich rund 70 Milliarden Dollar wert (was angesichts der horrenden Verluste, die das Unternehmen nach wie vor macht, immer noch ziemlich bemerkenswert erscheint).

Einer der Gründe für die anfänglichen Kursverluste Ubers war, dass wichtige Investoren wie die weltgrößte Fondsfirma Blackrock oder die Investmentgesellschaft Tiger Global Management, die bereits vor dem IPO über Uber-Anteile verfügten, offenbar auf Zukäufe verzichteten. Im Gegenteil: Dem "Wall Street Journal" zufolge nutzten diese Großanleger das Börsendebüt sogar, um ihre Uber-Bestände zu reduzieren.


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Investoren können sich nun fragen: Wie wichtig ist eigentlich die Performance, die ein Börsenneuling zum Start hinlegt? Oder andersherum: Wie groß sind die Aussichten, dass die Aktie beispielsweise im Falle Ubers später doch noch erfolgreich performt?

Es liegt auf der Hand, dass es darauf keine einfache, allgemeingültige Antwort geben kann. Es hängt jeweils vom Einzelfall ab, denn jedes Unternehmen steht beim Börsengang anders da, und jedes entwickelt sich in der Folge anders, wie auch eine Betrachtung bisheriger Tech-IPOs durch manager-magazin.de zeigte .

Eine weitere Analyse bisheriger IPOs an der New Yorker Börse dürfte den frühen Investoren von Uber und ähnlichen IPO-Flopps der jüngeren Vergangenheit dennoch ein wenig Trost spenden: Die Untersuchung zeigt, dass verschiedene Unternehmen bereits zu regelrechten Highflyern wurden, nachdem sie zunächst einen Fehlstart hingelegt hatten. Die gegenteilige Entwicklung, das muss gleich dazu gesagt werden, ist allerdings ebenfalls schon verschiedentlich vorgekommen. Das berichtet die "Financial Times" mit Verweis auf Daten von Dealogic zu sämtlichen US-Börsengängen seit dem Jahr 2000, die ein Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar erreichten.

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