Freitag, 22. November 2019

Wichtige Beimischung im Depot Warum Anleger jetzt auf Schwellenländer schauen sollten

Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.
AP/Shan he - Imaginechina
Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.

3. Teil: Wichtige Frage Nummer zwei: Wie entwickelt sich künftig der US-Dollar?

Kommt es diesmal auch so? Je mehr Zölle die streitenden Nationen gegeneinander verhängen, desto schwächer wird am Ende der Dollar werden, glaubt jedenfalls Kunal Ghosh, ein Portfolio-Manager von Allianz Global Investors. Denn der positive Effekt, den Zölle für die Unternehmen eines Landes haben, werde durch ein höheres Preisniveau sowie geringere Nachfrage von Seiten der Kunden nivelliert, so Ghosh laut Bloomberg. "EM-Anlagen waren immer negativ korreliert mit dem Dollar", sagt er. Diese Entwicklung würde dem Schwellenland-Sektor also helfen.

Damit wäre die wichtige Frage, wie es mit dem Dollar in nächster Zeit weitergeht, bereits angesprochen. In den vergangenen Monaten konnte der Greenback von einer starken US-Wirtschaft sowie von Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank Fed profitieren. Im Umkehrschluss gerieten die Schwellenländer durch diese Einflüsse unter Druck, weil Investoren dort Geld abzogen, um es beispielsweise in den USA zu investieren.

Diese Entwicklung dürfte aber kaum mehr lange so weitergehen, meint beispielsweise Marie Cardoen, Investmentexpertin von Goldman Sachs Asset Management. "Die aktuelle Stärke des US-Dollars spiegelt wider, wie solide sich das US-Wachstum derzeit entwickelt", sagt sie. "Sollte sich die positive Dynamik der globalen Konjunktur stabilisieren oder fortsetzen, dürfte das den Aufwärtstrend des Dollars bremsen und den Druck auf die Schwellenländer mindern."

Ohnehin sind Schwellenländer nach Ansicht Cardoens mittlerweile besser aufgestellt, um einen plötzlichen Einbruch ausländischer Kapitalzuflüsse zu bewältigen. "Erstens haben die meisten Schwellenländer reichlich Devisenreserven aufgebaut, um dies ausgleichen zu können, und zweitens sind ihre Fundamentaldaten mittlerweile einfach positiver."

Zudem, so die Investmentexpertin, seien in EM-Vermögenswerte bereits "erhebliche Risiken eingepreist". "Das verringert aus unserer Sicht die Gefahr, dass ihre Bewertungen weiter zurückgehen, was zu zusätzlichen Abflüssen führen könnte", so Cardoen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Bantleon-Manager Tischer ist ähnlicher Ansicht. Er rechnet in den kommenden Quartalen mit einem leicht abkühlenden Wirtschaftswachstum in den USA, was die Renditen von US-Staatsanleihen sinken lassen und den US-Dollar etwas schwächen dürfte. "In dem Umfeld sollten Schwellenländer-Aktien für Anleger wieder attraktiver erscheinen", meint Tischer.

Der Zeitpunkt für ein Investment in den Schwellenländern ist also vielleicht tatsächlich gerade günstig.

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