Donnerstag, 21. November 2019

Wichtige Beimischung im Depot Warum Anleger jetzt auf Schwellenländer schauen sollten

Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.
AP/Shan he - Imaginechina
Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.

2. Teil: Wichtige Frage Nummer eins: Wie schlagen sich die Schwellenländer im Handelskrieg?

Abgesehen vom Blick auf den Kurschart kann die Frage, wie sich der Sektor der Schwellenländer künftig entwickeln wird, grundsätzlich auf zwei Ebenen beantwortet werden: Zum einen befindet sich jedes einzelne Land in einer individuellen Situation mit spezifischen, nationalen Einflussfaktoren, und zum anderen gilt es die Aussichten des Schwellenland-Bereichs insgesamt zu beurteilen.

Zu Punkt eins: In der Türkei beispielsweise gerieten die Aktien- und Anleihenkurse zuletzt erheblich ins Schwanken, weil die Investoren dem Wirtschaftskurs des wiedergewählten Präsidenten Erdogan kein allzu großes Vertrauen schenken. Auch in Brasilien und Mexiko gab es politische Einflüsse, die sich negativ auf die Finanzmärkte der Länder ausgewirkt haben.

Solchen individuellen, landesspezifischen Problemen können Investoren aus dem Weg gehen, indem sie ihr Geld in einen Schwellenländer-Fonds, beispielsweise einen kostengünstigen Indexfonds mit Fokus auf die Emerging Markets, stecken. Dieser streut seine Mittel weltweit auf den gesamten Sektor der Schwellenländer und gleicht auf diese Weise einzelne Ausreißer aus.

Bleibt die Frage, wie sich das Segment der Schwellenländer im Gefüge der Weltwirtschaft insgesamt in nächster Zeit entwickeln wird. Dabei spielen wiederum zwei Themen eine besonders wichtige Rolle, erstens: Der Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt. Und zweitens: Die Entwicklung der US-Zinsen, des US-Dollars sowie die dadurch beeinflussten internationalen Kapitalströme.

Viele Ökonomen sind der Ansicht, dass sich ein Handelskrieg zwischen den wichtigsten Wirtschaftskräften der Welt - nämlich zwischen den USA und China beziehungsweise zwischen den USA und Europa - letztlich negativ auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken wird - also auch auf die Schwellenländer. Nicht zuletzt waren es schließlich die zunehmenden Spannungen beim Thema Welthandel, die die Aktienmärkte rund um den Globus und insbesondere in den Emerging Markets in der ersten Hälfte des Jahre bereits ins Minus gedrückt haben.

Auf der anderen Seite können die Schwellenländer aber durchaus auch zu Profiteuren eines solchen Handelskrieges werden. So war es Bloomberg zufolge jedenfalls in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit: Handelskonflikte, die von den USA geführt wurden, hatten in der Regel zur Folge, dass der Dollar letztlich geschwächt wurde, was wiederum gut für die Währungen der Schwellenländer war.

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