Trügerische Dax-Erholung Vorsicht vor der "Bullenfalle"

Die Börse hat sich nach dem anfänglichen Kriegs-Crash wieder erholt. Doch Investoren müssen vorsichtig sein, sonst begehen sie womöglich einen klassischen Fehler der Geldanlage.
Symbolik an der Börse: Im Jargon werden Finanzmarktoptimisten als "Bullen" bezeichnet, Pessimisten dagegen als "Bären".

Symbolik an der Börse: Im Jargon werden Finanzmarktoptimisten als "Bullen" bezeichnet, Pessimisten dagegen als "Bären".

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Es sieht verführerisch aus – aber es ist riskant: Der Aktienmarkt hat sich von seinem Crash nach dem russischen Angriff auf die Ukraine augenscheinlich schon wieder erholt. Die Kurse befinden sich nach einem Kursrutsch von zeitweise mehr als 20 Prozent inzwischen wieder beinahe auf dem Niveau, auf dem sie vor Kriegsbeginn waren. Doch wer jetzt einsteigt, geht ein recht hohes Risiko ein. Erholungsphasen in fallenden Märkten gibt es immer wieder, sie werden im Fachjargon auch als "Bullenfallen" bezeichnet.

Die Frage ist daher: Ist die Erholung an der Börse von Dauer? Oder handelt es sich um eine klassische "Bullenfalle", werden die Aktienkurse also womöglich bald erneut absacken?

Hilfe liefert vielleicht der Blick auf den längeren Zeitraum. So notierte der Dax kurz vor der Attacke bei etwas mehr als 14.500 Punkten, um dann binnen wenigen Tagen um mehr als 1600 Punkte auf weniger als 12.900 Punkte abzurutschen. Gegenwärtig hat es der Dax jedoch wieder auf deutlich mehr als 14.000 Punkte nach oben geschafft.

Dax befindet sich im "Bärenmarkt"

Mit Abstand betrachtet wird aber klar: Der Dax notiert damit nach wie vor weit unter seinem Rekordhoch von beinahe 16.300 Punkten, das er Anfang Januar erreichte. Anfang März, am Tiefpunkt des Ukraine-Crashs, betrug der Abstand zu diesem Hoch sogar mehr als 20 Prozent – das war der Moment, seit dem sich der Dax nach gängiger Definition offiziell in einem "Bärenmarkt" befindet.

Hinzu kommt: Reale Gründe für die zwischenzeitige Erholung an der Börse sind schwer zu erkennen. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nach wie vor in vollem Gange, und kaum jemand kann derzeit sagen, wann und wie die Auseinandersetzung enden wird. Damit sind auch die wirtschaftlichen Folgen kaum absehbar.

Sicher scheint lediglich: Nicht nur die russische Wirtschaft, die von Sanktionen des Westens und dem Rückzug zahlreicher international agierender Konzerne aus dem Land betroffen ist, wird leiden. Auch im Westen, insbesondere in der Europäischen Union inklusive Deutschlands, wird es zu Einbußen kommen. Zahlreiche Wirtschaftsforscher haben deshalb ihre Wachstumsprognosen bereits nach unten korrigiert.

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