Börse Dax prallt an 9000-Punkte-Marke ab

Anleger nehmen Geld vom Tisch: Belastet von Gewinnmitnahmen haben die deutschen Aktienindizes nach ihrer jüngsten Rekordjagd am Mittwoch Verluste verzeichnet. Vor allem Banktitel tendierten schwach.
Kurstafel in Frankfurt: An der 9000-Punkte-Marke abgeprallt

Kurstafel in Frankfurt: An der 9000-Punkte-Marke abgeprallt

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Der Dax  ging 0,3 Prozent tiefer bei 8919 Punkten aus dem Handel. Der MDax  verlor 0,3 Prozent auf 15.764 Punkte und der TecDax  gab um 0,3 Prozent auf 1118 Punkte nach.

Am Vortag hatte der deutsche Leitindex die Messlatte noch über 8987 Punkte gelegt und auch der MDax mittelgroßer Titel hatte eine Rekordmarke gesetzt. Zur Wochenmitte verzeichnete nur der Kleinwerteindex SDax einen neuen Rekordschluss.

Bankentitel schwach: Libor-Skandal und EZB-Bilanztest

Bankentitel haben zur Wochenmitte unter Spekulationen über weitere hohe Strafzahlungen im Libor-Skandal gelitten. Die mögliche Geldbuße von einer Milliarde US-Dollar für die niederländische Rabobank ziehe den gesamten Bankensektor ins Minus, sagte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX.

Zusätzlich machten Börsianer die von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekanntgegebenen Details zur Überprüfung großer europäischer Banken als Grund für die schlechte Stimmung der Anleger aus.

Der Sektorindex für Banken war am Mittwoch zum Handelsende in einem schwächeren Marktumfeld mit minus 2,18 Prozent das Schlusslicht im europäischen Branchentableau.

Für die Aktien der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) ging es um 2,18 Prozent auf 35,85 Euro nach unten, die Commerzbank  -Papiere büßten sogar 4,08 Prozent auf 9,35 Euro ein. Damit waren die beiden Bankentitel die schwächsten Werte im Index.

Medienberichten zufolge muss Rabobank für einen Libor-Vergleich mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch legen. Eine Strafe in dieser Höhe läge deutlich über den Schätzungen von Analysten, sagte ein Händler. Entsprechend negativ wäre das Signal für die anderen Banken, deren mögliche Beteiligung an einer Manipulation des Referenzzinssatzes Libor untersucht wird. Auch gegen die Deutsche Bank laufen weltweit Untersuchungen.

Celesio im Aufwind

Die Aktien von Celesio (Kurswerte anzeigen) legten nach erneuten Übernahmespekulationen fast 1 Prozent zu. Die Titel profitierten von einem Bericht im "Platow-Brief", demzufolge der US-Pharmahändler McKesson das Großhandelsgeschäft und CVS Caremark durchaus den Rest des deutschen Pharmagroßhändlers übernehmen könnte.

Dollar gibt zum Euro und Yen nach

Die Erwartung einer anhaltenden Geldschwemme in den USA setzt den Dollar (Kurswerte anzeigen) unter Druck. Der Euro  stieg am Mittwoch in der Spitze auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,3792 Dollar. Auch zur japanischen Währung hatte der Greenback das Nachsehen: Der Dollar fiel bis auf 97,25 Yen (Kurswerte anzeigen) zurück, den tiefsten Stand seit zwei Wochen.

"Für die Fed dürfte es in diesem Jahr schwierig werden, ihre Konjunkturanreize zurückzufahren", sagte Shinichiro Kadota, Währungsstratege bei Barclays. Auslöser für die Spekulationen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik war der am Dienstag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für September. Die Beschäftigtenzahl wuchs weniger stark als erwartet. Investoren werteten dies als Hinweis darauf, dass die US-Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zur Stützung der Wirtschaft erst einmal fortsetzt.

Bundesanleihen verteidigen Kursgewinne

Nach den jüngsten deutlichen Kursgewinnen sind die Kurse deutscher Staatsanleihen am Mittwoch erneut fester in den Handel gegangen. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,09 Prozent auf 140,67 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,784 Prozent.

Hohes Angebot drückt Ölpreise

Die Ölpreise haben im asiatischen Handel schwächer tendiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Lieferung im Dezember kostete 109,70 US-Dollar. Das waren 27 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 50 Cent auf 97,80 Dollar. Das hohe Rohölangebot in den USA laste weiter auf den Ölpreisen, sagten Analysten in Singapur. Der WTI-Preis stehe daher besonders unter Druck. Am Nachmittag wird das US-Energieministerium die wöchentlichen Daten zu den Rohöllagerbeständen veröffentlichen. Es wird der fünfte Anstieg in Folge erwartet.

mahi/dpa-afx/rtr
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