Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Zschaber!

Ein Logistikriese auf Erfolgkurs, ein weithin unbeachteter technischer Dienstleister mit namhafter Kundschaft und einige Weltkonzerne, die unbeirrt ihren Weg gehen. Die Börsenkurse, auf die Anleger jetzt achten sollten - heute von Börsenprofi Markus Zschaber.
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Deutsche Post - Kursdruck schafft Einstiegschancen

Die Deutsche Post - ein Unternehmen, welches allein in Deutschland für über 80 Millionen Menschen wertvolle Dienstleistungen übernimmt, konnte mit seinem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht 2013 im Großen und Ganzen überzeugen. Das Unternehmen konnte das Ebit um 7,4 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro ausbauen. Nicht zuletzt sollen davon auch die Investoren mit einer Ausschüttungsquote von über 45 Prozent profitieren.

Der Online-Shop-Markt ist ein treibender Faktor für den Konzern. Alleine für den Großkunden Zalando befördert die Deutschen Post  mittlerweile jeden Monat im Durchschnitt rund eine Million Pakete. Insgesamt werden an jedem Werktag mehr als 3,4 Millionen Pakete und Päckchen in Deutschland befördert. Zudem bietet die Deutsche Post mit dem Ausbau der zahlreichen Packstationen eine komfortable 24-Stunden Paket-Abhol-Lösung an.

Seit der letzten Vorstellung der Aktie im vergangenen Juli verteuerte sich der Preis um über 30 Prozent. Das Logistikunternehmen aus Bonn ist für die Zukunft nach wie vor aufgrund des gigantischen Netzwerks in über 200 Länder hervorragend aufgestellt. Der kurzfristige starke Kursdruck in den letzten Tagen im deutschen Aktienmarkt war insbesondere bei der Deutschen Post nicht gerechtfertigt.

Somit bieten sich wieder neue Einstiegschancen für noch nicht investierte Anleger. Die Bonner befinden sich nach wie vor auf dem Weg ihre Ziele für 2014 zu erreichen und werden von einer anziehenden Wirtschaft begleitet. Und wer den Vorstandsvorsitzenden Frank Appel kennt, weiß, dass seine Prognosen konservativ zu bewerten sind.

Bertrandt - erfolgreicher Lieferant für die Großen

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Das Jahr 2014 wird ein gutes Jahr für die Autobauer. Somit werfen wir auch gerne einmal einen Blick entlang der Lieferantenkette. Der Ingenieurdienstleister Bertrandt  mit Sitz in Ehningen in Baden-Württemberg bietet seit über 35 Jahren Entwicklungslösungen für die internationale Automobil- und Luftfahrtindustrie an. In der Kundenliste des Konzerns findet man zahlreiche Branchenprimusse wie BMW , Mercedes, Continental , Airbus und Siemens , die auf die Dienstleistungen der Schwaben zurückgreifen.

Bertrandt hat im Februar seinen ersten Quartalsbericht des abweichenden Kalenderjahrs veröffentlicht, bei dem das ausgewiesene Betriebsergebnis um über 8 Prozent auf 19 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegen konnte.

Langfristig orientierte Anleger konnten nicht zuletzt von einem Kursanstieg von über 80 Prozent in den vergangen drei Jahren profitieren, sondern auch von einer steigenden Dividende, welche zuletzt um 10 Prozent auf 2,20 Euro je Aktie erhöht wurde. Zurückzuführen ist der Anstieg der vergangen Jahre auf die Forschungs- und Entwicklungsbereitschaft der Branche in den Bereichen umweltfreundliche Mobilität, Sicherheit, Komfort sowie Vernetzung. Auch in der Zukunft wird in diesen Bereichen tatkräftig investiert, was wiederum viele neue Herausforderungen und Chancen für Bertrandt bietet.

Nestlé - Fels in der Brandung für jedes Depot

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Nestlé  ist der größte Lebensmittelhersteller der Welt und zählt unter den Investoren zu der Art von Unternehmen, die sich wie ein Fels in der Brandung verhält. Der Grund dafür ist relativ einfach nachzuvollziehen. Gerade in schlechteren Zeiten ist die Nachfrage nach den klassischen Nestlé Gütern konstant hoch. Zudem sind Produkte der Schweizer auf der ganzen Welt erhältlich.

Zu der breiten Produktpalette zählen unter anderem Marken wie KitKat, Maggi, Mövenpick, Nescafé, Nesquik, Smarties und viele weitere. Mit dem Blick auf die Zahlen des vergangenen Kalenderjahrs zeigt sich, dass der Konzern von einem starken Geschäft in den Schwellenländern profitiert. Der Umsatz ist insgesamt um 2,7 Prozent auf 92,2 Milliarden Franken gestiegen.

Allein in den aufstrebenden Märkten konnten die Schweizer ihren Umsatz um über 9 Prozent auf 40,8 Milliarden Franken steigern (Industrieländern: ein Prozent auf 51,4 Milliarden Franken). Mit einem operativen Ergebnis von 14 Milliarden Franken, welches einen Anstieg um 4 Prozent ausmacht, ist es dem Konzern zum ersten Mal seit 2009 nicht gelungen, das langjährige Ziel, organisch um 5 bis 6 Prozent zu wachsen, zu erreichen.

Der Vorstandsvorsitzende Paul Bulcke wird die Leistung effizient vorantreiben, um die Ziel-Wachstumsbandbreite in diesem Jahr zu erreichen. Zudem wird das Schweizer Unternehmen in der Zukunft verstärkt auf Ernährungslösungen für bestimmte Krankheiten setzten, wodurch attraktivere Margen zu erwarten sind. Fakt ist, dass die Nestlé Aktie ein Wert ist, der einfach in jedes konsumorientierte und konservative Depot gehört.

Adidas - keine Feierstimmung

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Von "WM-Fieber" scheint der Sporthersteller knapp drei Monate vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft nichts zu verspüren. Dies bestätigt auch der Blick auf die Aktienentwicklung im Jahreschart. In diesem Zeitraum verbilligte sich die Aktie um rund 2 Prozent.

Natürlich sollte man die fulminante Entwicklung des zweitgrößten Sportartikelherstellers der Welt seit 2009 nicht unberücksichtigt lassen, die Aktie konnte im 5-Jahresvergleich rund 220 Prozent zulegen. Dies kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Adidas  wohl nicht an die starken Wachstumszahlen der Vergangenheit anknüpfen kann. Der Umsatz lag 2013 bei rund 14,5 Milliarden, rund 2,5 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres. Grund dafür waren unter anderem Währungseffekte.

Auch der Ausblick auf das Gesamtjahr 2014 enttäuscht, der mit 830 bis 930 Millionen Euro Konzerngewinn weit unter den Erwartungen liegt. Natürlich hat die kommende Fußballweltmeisterschaft das Potenzial, positive Überraschungen mit sich zu bringen. Allerdings sollten sich Anleger verdeutlichen, dass ein solches Event bereits in den Schätzungen für das Gesamtjahr 2014 eingepreist ist.

Colgate - nach Kursgewinn weiterhin Potenzial

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Unsere Empfehlung aus der Märzausgabe 2013 hat sich erfolgreich entwickelt. Die Aktie des weltweit tätigen Konsumgüterherstellers Colgate-Palmolive  legte um rund 15 Prozent zu, zusätzlich erhielten Anleger Ausschüttungen von insgesamt 1,7 US-Dollar pro Anteil, was einer Dividendenrendite von rund 3 Prozent entspricht.

Trotz eines nur kleinen Umsatzwachstums von 2 Prozent und einem Gewinnrückgangs um etwa 10 Prozent, konnte der Aktienkurs von Colgate an der allgemein positiven Wirtschaftsentwicklung rund um den Globus partizipieren. Colgate-Palmolive generiert bereits heute über 50 Prozent seines Umsatzes in Wachstumsmärkten wie China, Brasilien und Indien.

Diese zukunftsorientierte Positionierung führte im vergangenen Jahr zu negativen Währungseffekten. Nachhaltig bleiben die Wachstumsaussichten aber weiterhin positiv. Für konservative, langfristig orientierte Anleger wird Colgate-Palmolive weiterhin eine attraktive Anlagemöglichkeit bleiben.

RTS Index - Vorsicht vor russischen Aktien

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Die "Krim-Krise" war das dominierende Thema der Finanzmärkte in den vergangenen Wochen. Seit Beginn der Krise zogen Investoren Gelder aus den betroffenen Ländern ab, hier gut zu sehen am Beispiel des russischen Aktienindex RTS, der die 50 größten Unternehmen des Landes abbildet.

Politische Stabilität zählt zu einer Grundvoraussetzung für eine Anlage in einem Schwellenland. Ist diese nicht mehr gegeben oder droht sogar eine militärische Auseinandersetzung, kommt es in der Regel zu starken Verwerfungen an den Aktienmärkten. Ob Investoren im kurzfristigen Kontext den Weg zurück an die osteuropäischen Börsen suchen bleibt fraglich, zu groß sind die Risiken einer politischen und wirtschaftlichen "Eiszeit" zwischen den westlichen Industriestaaten und Russland.

An einer vollständigen Beendigung der wirtschaftlichen Beziehungen können beide Seiten kein Interesse haben, allerdings werden sich Anleger in Zukunft bei Neuinvestitionen in Russland merklich zurückhalten. Auch in Deutschland wird die die Energieabhängigkeit zu Russland neu überdacht werden. Private Investoren sollten sich erst einmal in Zurückhaltung üben und die Entwicklung genau verfolgen.

S&P 500 - Allzeithoch trotz Krise

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Durch die Geschehnisse auf der Krim wurden die regionalen Aktienmärkte starken Verwerfungen ausgesetzt. Auch in Zentraleuropa, vor allem in Deutschland, verloren die Aktienindices stark an Wert. Der Dax lag zeitweise über 7 Prozent im Minus. Von dieser Entwicklung fast unberührt blieb der amerikanische Aktienmarkt, hier am Beispiel des S&P 500. Dieser erreichte sogar im Laufe der Krim-Krise ein neues Allzeithoch.

Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig eine internationale Streuung ist, um Schwankungen im Depot auszugleichen. Nur eine konsequente Risikostreuung, über Branchen, Länder, Währungen und Assetklassen hinweg, mit intelligenten Schwerpunkten, sichert Anlegern einen nachhaltigen Wertzuwachs. Die Streuung und die gesetzten Schwerpunkte sollten laufend überprüft werden, um jederzeit bestmöglich zum jeweiligen Marktgeschehen positioniert zu sein.

Wenn Anleger eine solche Streuung nicht selbst verwalten können oder möchten, ist es ratsam, einen Experten hinzuzuziehen, der diese Aufgabe gewissenvoll für sie übernimmt.

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