Börse Dax und Dow steigen, Bitcoin nahe 50.000 US-Dollar

Nach dem Kursrutsch vom Vortag bleiben Dax-Anleger nervös. Aktien von Volkswagen, BMW und Lufthansa geben weiter nach. An der Wall Street dagegen geht es zum Start aufwärts. Der Bitcoin setzt seine Erholung ebenfalls fort.
Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax hat nach seinem Rekordlauf wieder nachgegeben

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax hat nach seinem Rekordlauf wieder nachgegeben

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa

Beruhigung an der Börse: Die Furcht vor einer abebbenden Geldflut der US-Notenbank hat den Dax zum Wochenschluss zunächst erneut belastet, der Dax fiel zeitweise deutlich unter die Marke von 15.700 Punkten. Bis zum Nachmittag holte der deutsche Leitindex seine Verluste jedoch komplett wieder auf und drehte mit freundlichen US-Börsen sogar leicht ins Plus. Der Dax schloss 0,3 Prozent höher bei 15.808 Punkten, hat jedoch auf Wochensicht gut ein Prozent verloren. Der MDax , der am Mittwoch auf ein Rekordhoch über 36.000 Punkte geklettert war, zeigte sich ebenfalls stabil. Anlass für die Erholung: Am Freitag starteten die US-Börsen mit leichten Gewinnen in den Handel.

In Asien gaben die Indizes am Freitag dagegen weiter nach. Der japanische Nikkei schloss auf dem tiefsten Niveau seit 8 Monaten. Aufwärts ging es dagegen bei der Kryptowährung Bitcoin, die am Freitag wieder über die Marke von 40.000 Euro (rund 48.000 US-Dollar) kletterte.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Autowerte bleiben unter Druck

Im Autosektor knüpften die Vorzugsaktien von Volkswagen an ihre jüngsten Verluste an und fielen um rund zwei Prozent. Wegen der Knappheit bei Halbleitern soll die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg nach der Sommerpause nur eingeschränkt anlaufen. Es wird Kurzarbeit beantragt. Bereits am Vortag hatte ein Bericht über eine anstehende Produktionskürzung beim japanischen Autobauer Toyota wegen des Mangels an Halbleitern Autowerte generell belastet. Gefragt waren als defensiv geltende Aktien etwa aus dem Versorgersektor. So stiegen die Eon-Papiere um 0,3 Prozent. Mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent waren nur die Aktien von RWE besser im Dax. Ihnen half ein positiver Kommentar der Bank JPMorgan.

Sartorius legt deutlich zu, Lufthansa schwach

Im MDax bauten die Aktien von Sartorius ihre Gewinne auf mehr als 3 Prozent aus. Der Laborausrüster aus Göttingen zählt zu den Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit im September in den Dax 40 aufsteigen werden. Die Aktie hat binnen Jahresfrist fast 50 Prozent zugelegt.

Am MDax-Ende sackten die Anteilsscheine der Lufthansa um 2,6 Prozent ab. Die Papiere befinden sich bereits seit Anfang März in einem Abwärtstrend. Zu Beginn der Woche hatte die Ankündigung, dass der deutsche Staat seinen Aktienanteil zurückschrauben will, den Kurs zusätzlich belastet. Zudem steht eine Kapitalerhöhung im Raum. Auch die Corona-Infektionszahlen verschrecken die Anleger. Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport fielen um knapp 2 Prozent.

US-Börse legt zu

Kursgewinne bei Technologiewerten haben den US-Börsen Handelsstart am Freitag eine leichte Erholung beschert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,3 Prozent fester bei 35.000 Punkten in den Handel. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,2 Prozent zu auf 4414 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent auf 14.592 Punkte. Dennoch steuern die US-Börsen auf ihre schwächste Woche seit zwei Monaten zu. Die Furcht vor einer baldigen Drosselung der Notenbank-Hilfen und einer stockenden Erholung der Wirtschaft trübte die Stimmung der Anleger.

Der Blick der Investoren richtet sich dabei insbesondere auf das bevorstehende Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. "Der Markt ist so hypersensibel, was das Tapering angeht ... das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es zu mehr Schwankungen kommt", sagte Ryan Detrick, Marktstratege beim Finanzdienstleister LPL Financial, zur Debatte über ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen seitens der US-Notenbank.

Nasdaq

Bitcoin steigt auf knapp 49.000 Dollar

Unterdessen geht die Erholung am Kryptomarkt weiter. Die Kryptowährung Bitcoin hat ihre Erholung am Freitag fortgesetzt. Am Nachmittag notierte die älteste und bekannteste Digitalwährung der Welt auf der Handelsplattform Bitstamp  bei rund 48.800 US-Dollar und nähert sich damit wieder der runden Marke von 50.000 US-Dollar. Auch Ether und Tether legten zu. Die Schwankungen bei den Kryptowährungen sind seit einigen Wochen enorm. Vor sechs Wochen hatte Bitcoin noch unter der Marke von 30.000 Dollar notiert und hat seitdem unter hoher Volatilität mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen.

Bitcoin

Nikkei in Japan fällt auf 8-Monats-Tief

Verkaufsdruck kommt vor allem aus Asien. Die asiatischen Börsen sind am Freitag weiter gefallen. Die Furcht vor sich allmählich schließenden Geldschleusen der US-Notenbank verunsicherte die Anleger. "Die jüngste Schwäche der asiatischen Aktienmärkte ist zum Teil auf die Stärkung des US-Dollars zurückzuführen, da sich der Markt auf die allmähliche Verringerung der geldpolitischen Anreize vorbereitet", sagte Fan Cheuk Wan, Leiterin für Kapitalanlagen von Privatbanken bei HSBC in Asien.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,8 Prozent tiefer bei 27.081 Punkten. Es ist das tiefste Niveau seit Dezember. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,4 Prozent und lag bei 1890 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 1,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,9 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 109,75 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,5013 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent niedriger bei 0,9171 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1683 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0717 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3627 Dollar.

Ölpreise stoppen Talfahrt

Die Ölpreise haben sich nach der jüngsten Talfahrt stabilisiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagmorgen 66,60 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 40 Cent auf 64,09 Dollar.

Brent

Bis zum Donnerstag hatten Corona-Sorgen und eine Dollar-Stärke die Rohstoffpreise allgemein stark belastet und auch die Ölpreise auf Talfahrt geschickt. Auf Wochensicht ging es mit dem Preis für Rohöl aus der Nordsee um mehr als vier Prozent nach unten. Die Notierung für US-Öl brach seit Montag über fünf Prozent ein.

Mit Nachrichtenagenturen

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