Vorwurf des Bilanzbetrugs Adler Immobilien im Visier von Leerverkäufer Fraser Perring

Die Aktie des Wohnungskonzerns Adler erleidet den größten Tagesverlust ihrer Geschichte. Der Wirecard-Jäger Fraser Perring hat einen Bericht mit Vorwürfen wie Bilanzbetrug veröffentlicht.
Vorstandsschreck: Nach ProSiebenSat.1, Wirecard und Grenke knöpft sich Fraser Perring nun Adler Immobilien vor

Vorstandsschreck: Nach ProSiebenSat.1, Wirecard und Grenke knöpft sich Fraser Perring nun Adler Immobilien vor

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HANNAH MCKAY / REUTERS

Ein negativer Bericht der Firma Viceroy des britischen Investors und Leerverkäufers Fraser Perring (47) hat den Aktien der Adler Group den größten Tagesverlust der Firmengeschichte eingebrockt. Die Papiere der Immobilienfirma fielen am Mittwoch um rund 26 Prozent auf 10,00 Euro. Investoren fürchteten, dass an den Anschuldigungen etwas dran sei, sagte ein Börsianer.

Viceroy wirft Adler unter anderem vor , die Bilanz künstlich aufgeblasen zu haben. Außerdem ziehe das Management Geld aus übernommenen Firmen ab. Adler wies die Anschuldigungen zurück und kündigte an, zeitnah ausführlich Stellung zu nehmen.

Die Bafin nehme den Bericht ernst und prüfe die Vorwürfe, sagte eine Sprecherin der deutschen Finanzaufsicht. "Wenn sich daraus Verdachtsmomente für Straftaten ergeben, zeigen wir diese bei der zuständigen Staatsanwaltschaft an."

Aggregate Holdings, größter Aktionär von Adler, erklärte, man sei völlig überzeugt vom Wert der Beteiligung an Adler. Der aktuelle Kurs spiegele diesen nicht wider. Es sei an der Adler Group, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Verkauf der meisten Wohnungen im Spiel

Die Aktie war zuvor bereits in Turbulenzen. Anfang der Woche reagierte der Vorstand auf Kritik der Investoren am hohen Verschuldungsgrad des Immobilienkonzerns. Die im SDax notierte Gesellschaft teilte mit, "eine grundlegende Überprüfung ihrer strategischen Handlungsmöglichkeiten" einzuleiten. Dies könne auch einen Verkauf eines Großteils der rund 70.000 Wohnungen in Deutschland bedeuten. Darufhin erholte sich die Aktie am Montag etwas von ihren vorigen Rückschlägen.

Perring war einer der ersten Kritiker des in einem Bilanzbetrugs-Skandal zusammengebrochenen Zahlungsabwicklers Wirecard. Auch bei der Aufdeckung der Bilanzbetrügereien beim Möbelkonzern Steinhoff tat er sich hervor. Angriffe auch anderer Leerverkäufer gegen Firmen wie Ströer und ProSiebenSat.1 verpufften allerdings.

Leerverkäufer leihen sich Aktien, um diese sofort loszuschlagen. Sie setzen darauf, dass sie sich bis zum Rückgabetermin billiger mit den Papieren eindecken können. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein. Diese Praxis wird im Börsenjargon "Short Selling" genannt.

ak/Reuters
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