Börsenprofi Carsten Klude rät Achten Sie auf Adidas, Nike und den Goldpreis

Von Carsten Klude

Sportartikelhersteller: Nike hängt Adidas ab

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Im sportlichen Wettbewerb der Aktienkurse von Nike  und Adidas  gibt es im Verlauf der vergangenen zwölf Monate einen klaren Gewinner: Während die Aktie des amerikanischen Sportartikelherstellers in dieser Zeit um mehr als 40 Prozent zulegte, trat der Kurs des deutschen Konkurrenten auf der Stelle. Auch die jüngst vorgelegten Quartalszahlen bestätigen die Ausnahmesituation des US-Unternehmens: Der Umsatz legte um rund 10 Prozent und der Gewinn je Aktie sogar um 25 Prozent zu.

Am besten liefen die Geschäfte in China und Nordamerika, während die Entwicklung in Europa etwas hinter dem Vorjahr zurückblieb, wobei dies vor allem auf den starken US-Dollar zurückzuführen war. Die Erwartungen zu übertreffen, gehört bei Nike zum guten Ton, die letzte Verfehlung liegt schon drei Jahre zurück. Angesichts der herausragenden Marktstellung sollte die Aktie ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Volkswagen - Alarm in Ingolstadt

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Nachdem die VW-Vorzüge lange mit der Marke von 200 Euro zu kämpfen hatten, gelang der Aktie im Januar endlich der lang ersehnte Ausbruch. Gute Absatzzahlen in China und eine Erholung der europäischen Pkw-Märkte lieferten die notwendigen positiven Nachrichten. Doch seit Mitte März der Kurs ein Niveau von rund 250 Euro erreichte, legte die Aktie den Rückwärtsgang ein, aktuell kämpft sie wieder mit der Marke von 200 Euro.

Zuletzt erklärte die VW-Tochter Audi , dass das Absatzziel von 600.000 Autos "auf den Prüfstand" gestellt werde. Für Audi ist China der wichtigste Absatzmarkt, gleichzeitig sind die Ingolstädter der größte Gewinnträger von Volkswagen . Insofern gleicht die Nachricht einer verdeckten Gewinnwarnung für VW, sodass die Aktie weiter an Boden verlieren und wieder unter die charttechnisch wichtige Marke von 200 Euro rutschen könnte.

Gold - nur noch geeignet für Untergangspropheten

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es glänzt auch nicht alles, was Gold  ist. Seit dem Erreichen eines Preises von knapp 1900 US-Dollar im September 2011 hat das Edelmetall bis heute fast 40 Prozent an Wert eingebüßt. Für europäische Anleger fällt das Minus dank der zwischenzeitlichen Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro mit 25 Prozent etwas geringer aus.

Carsten Klude

Carsten Klude ist Chefvolkswirt der Privatbank M. M. Warburg in Hamburg.

Gold war vor allem als Krisenwährung nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 und nach dem Ausbruch der Schuldenkrise 2010 bei Anlegern stark begehrt. Die einen befürchteten aufgrund der expansiven Geldpolitik der Notenbanken eine kommende Hyperinflation, andere glaubten sich mit Gold vor dem Zusammenbruch ganzer Währungen wappnen zu können.

Doch ist es bislang weder zu einem starken Inflationsanstieg, noch zu dem Zusammenbruch von Geldsystemen gekommen. Wer nicht Anhänger von Weltuntergangsszenarien ist, lässt zumindest unter Anlagegesichtspunkten die Finger vom Gold.

Europäische High-Yield-Anleihen - Stabilität mit Rendite

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Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen haben seit Jahresbeginn Staatsanleihen der Eurozone und europäische Unternehmensanleihen mit Investmentgrade deutlich outperformt. Zudem weisen die High-Yield-Anleihen im laufenden Jahr eine deutlich geringere Schwankungsbreite auf. Die Gründe hierfür sind zum einen die höhere Korrelation von High-Yield-Anleihen zum Aktienmarkt, der sich deutlich besser entwickelt hat als die Rentenmärkte.

Zum anderen spielt aber auch die geringere Duration der High-Yield-Anleihen eine Rolle, die dadurch wesentlich weniger zinssensitiv sind als Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investmentgrade. Dies ist die maßgebliche Erklärung dafür, dass die High-Yield-Anleihen die Verkaufswellen an den Rentenmärkten im zweiten Quartal relativ unbeschadet überstanden haben.

Wir erwarten, dass sich die europäischen High-Yield-Anleihen auch im zweiten Halbjahr stabil entwickeln und rechnen mit einem Total Return für das Gesamtjahr 2015 von 4,5 Prozent.

Staatsanleihen - Inflation-Linked-Bonds schlagen nominale Pendants

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Inflation-Linked-Bonds sind einer der Profiteure des Anleihenaufkaufprogramms (PSPP) der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn die Ankündigung und Umsetzung des PSPP hat dazu beigetragen, dass der Trend zu immer niedrigeren mittelfristigen Inflationserwartungen gestoppt werden konnte und somit inflationsgeschützte Anleihen wieder in den Fokus der Investoren gerückt sind.

Zudem kauft die EZB im Rahmen des PSPP relativ zum ausstehenden Volumen bei den Inflation-Linked-Staatsanleihen einen höheren Anteil als bei den nominalen Staatsanleihen. Folgerichtig liegt die Performance der Inflation-Linked-Staatsanleihen seit Jahresbeginn rund 200 Basispunkte über der ihrer nominalen Pendants.

Wir rechnen zwar aktuell nicht mit einer deutlich anziehenden Inflation, aber nach und nach sollten sich die Verbraucherpreise von ihren Tiefstständen entfernen. Zusammen mit den Käufen der EZB im Rahmen des PSPP dürfte daher die Outperformance der Inflation-Linked-Staatsanleihen anhalten.

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