Börsenprofi Markus Zschaber zeigt Kennen Sie den Fleischriesen, der heimlich Börsenstar ist?

Von Markus Zschaber

Adidas - neuer Chef setzt hohe Ziele

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Markus Zschaber

Markus Zschaber ist Gründer der Vermögens-verwaltung V.M.Z. (www.zschaber.de ) und Leiter des Instituts für Kapitalmarkt-Analyse (www.kapitalmarktanalyse.com ).Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss hinter diesem Link. 

Vor bereits exakt einem Jahr habe ich den Sport- und Textilartikelproduzenten Adidas  in diesem Format einmal vorgestellt und dessen Attraktivität herausgestellt. Wirft man nun einen Blick auf die Entwicklung des Aktienkurses lässt sich festhalten, dass sich das Unternehmen und die Aktie wirklich sehr gut entwickelt haben.

Die durch den neuen Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted im März veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2016 bestätigen diesen Eindruck. So gelang es Adidas seinen Umsatz im Jahr 2016 um 14 Prozent zu steigern und auch die lang ersehnte Profitabilität konnte wieder gesteigert werden, so dass das Nettoergebnis um 60 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2016 zulegen konnte.

Viel wichtiger als die zurückliegenden Ergebnisse ist aber der Ausblick des Unternehmens. Bis 2020 erwartet Adidas ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 10 bis 12 Prozent pro Jahr und ein Gewinnplus von 20 bis 22 Prozent jährlich. Dieses sind wirklich ambitionierte Ziele. Gelingt Adidas diese zu erfüllen, werden wir die Adidas-Aktie sicherlich in neuen Höhen klettern sehen, auch wenn die Aktie für den Moment leicht überkauft erscheint. In unseren Kundendepots ist Adidas immer mal wieder ein Bestandteil, jetzige Rücksetzer könnten hier von noch nicht investierten Anlegern sicherlich als Einstieg genutzt werden.

Gea - Kurstief als Kaufchance

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Unternehmen wie die GEA Group  verkörpern die Qualität und die Stärke des deutschen Mittelstandes. Das im MDax  gelistete Unternehmen zählt zu den weltweit wichtigsten Systemanbietern für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie. Gea bietet seinen Kunden eine Vielzahl von Maschinenlösungen, die beispielsweise einen wichtigen Bestandteil bei der Produktion, Verarbeitung und Abfüllung von Lebensmitteln wie Bier, Säften und Milch bilden.

Umso überraschter reagierten viele Marktteilnehmer, als Gea im Oktober 2016 mit schwachen Quartalszahlen aufwartete und schickten die Aktie in darauffolgenden Tagen in der Spitze um 33 Prozent ins Minus. Seither fragen sich viele verunsicherte Anleger und Aktionäre, wie es wohl weiter geht.

Ein nüchterner Blick auf die Zahlen des Gesamtjahres verrät, dass das Zahlenwerk des Unternehmens zwar schon mal besser war, der panikartige Abverkauf der Aktie im Oktober aber vielleicht doch etwas übertrieben war. Zwar gingen Umsatz und Gewinn leicht und vor allem unerwartet zurück, das grundlegende Geschäftsmodell scheint aber weiterhin gut zu funktionieren. Auch hat man Maßnahmen umgesetzt, um an die alte Profitabilität wieder anknüpfen zu können.

Dieses scheint auch die Börse erkannt zu haben. Immerhin legte die Aktie seit den Tiefstständen wieder rund 25 Prozent an Wert zu, auch wenn das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm hier unterstützend wirkte. Ich gehe davon aus, dass sich das Unternehmen und die Aktie im Laufe des Jahres weiter erholen werden und sich der Aktienkurs womöglich auch wieder den alten Höchstständen nähern wird.

Hugo Boss - Entscheidungsjahr 2017

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Auf ein gutes Jahr können die Aktionäre des Premiumbekleidungsherstellers Hugo Boss  schauen. Dass im Frühjahr aufgrund von schwachen Ergebniszahlen stark unter Druck gekommene Unternehmen scheint allmählich die Tiefststände hinter sich zu lassen. Auf Sicht von einem Jahr konnte die Aktie rund 24 Prozent zulegen, der Vergleichsindex MDax schaffte in dieser Zeit einen Zuwachs von rund 20 Prozent. Von den zwei Jahre alten Allzeithöchstständen bei 120 Euro bleibt die Aktie aber bis auf Weiteres weit entfernt.

Dennoch hat das Management auf die schwindende Profitabilität des Unternehmens radikal reagiert, eine Reaktion, die unumgänglich schien. So wurden Mietverträge im Einzelhandel nachverhandelt, Verwaltungsausgaben überprüft und 20 defizitäre Verkaufsstellen geschlossen. Dazu trennte man sich beispielsweise in den USA von einzelnen Partnern im Großhandel, die sehr rabattgetrieben agierten und dem Markenimage nicht förderlich waren.

Die eingeleiteten Maßnahmen wurden in Teilen auch bereits von der Börse anerkennend eingepreist. 2017 wird nun zeigen, ob Hugo Boss zurück an die vergangene Profitabilität anknüpfen kann. Mutige Anleger haben in den letzten Wochen auf jeden Fall beherzt zugegriffen.

Tyson Foods - die heimliche Macht am Welt-Fleischmarkt

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"Tyson Foods"  ist ein Unternehmen, welches den wenigsten Menschen hierzulande ein Begriff ist. Dass im S&P 500 gelistete Unternehmen zählt allerdings mit einem Jahresumsatz in Höhe von 36,88 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 zu den größten Fleisch- und Nahrungsmittelproduzenten der Welt. Wesentliche Hauptabsatzmärkte sind die USA, China und Indien, allerdings exportiert Tyson Foods Nahrungsmittel auch weltweit. Schätzungsweise mehr als jeder zweite Mensch auf der Welt hat bereits ein Produkt verzehrt, an dem Tyson Foods mitgewirkt hat. Als wichtiger Fleischlieferant für große Restaurant-Ketten wie McDonald's, Yum! Brands oder Wendy's und Handelsketten wie Wal-Mart  nimmt Tyson Foods eine zentrale Position in der Fleischversorgung der Menschheit ein.

Besonders in den so wichtigen Emerging-Markets profiliert sich Tyson Foods mit einer starken Marktposition. Tyson Foods partizipiert so am steigenden Wohlstand in Indien und China und den sich damit verändernden Essgewohnheiten. Der positive Trend wird auch in den kommenden Jahren parallel zum Wachstum der Schwellenländer anhalten. Die Aktie konnte auf Sicht von drei Jahren um rund 50 Prozent an Wert zulegen. Sollte Tyson Foods auch weiterhin profitabel wirtschaften, ist sicherlich mit weiterem Aufwärtspotenzial zu rechnen. Eine Aktie die wir in den Kundendepots langsam aufbauen.

Boeing - Warten auf die Kaufchance

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Die Prognosen zur weltweiten Entwicklung des Passagierflugverkehrs sind durchaus imposant. So wird beispielsweise der Flugverkehr allein in Europa in den nächsten zwanzig Jahren um 80 bis 90 Prozent steigen. Noch stärker fallen Prognosen im Bereich des Frachtflugverkehrs aus. Dort wird sich das Frachtaufkommen in den nächsten 15 Jahren wohl verdreifachen.

Profiteure dieses Wachstums werden zweifelsohne die Flugzeugbauer sein, wobei der europäische Flugzeugbauer Airbus  und der amerikanische Flugzeugbauer Boeing  den Markt quasi unter sich allein aufteilen. Die gute Auftragslage und Verfassung des amerikanischen Flugzeugbauers kann man gut am Aktienkurs verfolgen.

Auf Sicht eines Jahres konnte die Aktie um rund 44 Prozent an Wert zulegen. Dennoch, ein Blick in die Jahreszahlen 2016 zeigt, dass auch nicht alles nach Plan beim Flugzeugbauer Boeing läuft, so sank 2016 der Umsatz leicht gegenüber dem Vorjahr. Auch der Auftragsbestand sank zum zweiten Jahr in Folge, auch wenn die Auftragsbücher weiterhin prall gefüllt sind. Und die operative Marge liegt mit 6,2 Prozent ebenfalls auf einem Mehrjahrestief.

Hier wird es interessant zu beobachten sein, ob das Management schnell Gegenmaßnahmen einleitet. Interessierte Anleger können gelassen bleiben und beobachten, ob sich eine günstige Kaufgelegenheit in den nächsten Wochen ergibt.

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