Sonntag, 8. Dezember 2019

Börsenstar enttäuscht mit Umsatzwachstum Adidas steigert Gewinn, wächst aber langsamer

Wem gehört der Dax: Diese Dax-Konzerne sind fest in ausländischer Hand
DPA

Der Börsenstar meldet ein langsameres Wachstum: Der Sportartikelhersteller Adidas hat zwar seinen Nettogewinn um gut 10 Prozent auf 462 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mitteilte. Der Umsatz stieg jedoch lediglich um 4,7 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Damit hat sich das Umsatzwachstum des erfolgsverwöhnten Konzerns verlangsamt: Der Konzern nannte Engpässe bei der Beschaffung von Textilien in Asien als Grund für das langsamere Wachstum.

Anleger reagierten mit Verkäufen auf die Quartalszahlen von Adidas. Der Kurs der Aktie gab im frühen Handel um rund 3 Prozent nach und fiel auf 264 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau auf Grund des langsameren Umsatzwachstums. Die Aktie von Adidas Börsen-Chart zeigen hat seit Jahresbeginn um rund 80 Prozent zugelegt und erst vor zwei Wochen ein Rekordhoch von 290 Euro erreicht. Damit ist sie dem Leitindex Dax weit enteilt. Nun setzen Gewinnmitnahmen ein.

Während das Geschäft von Adidas in Europa stagnierte, konnte die Region Nordamerika zulegen. Der wichtige chinesische Markt wuchs um 14 Prozent. Adidas kämpft noch mit den Folgen von Lieferengpässen in den USA und in Asien. Zudem hatte der Sportartikelkonzern ein Jahr zuvor von starken Geschäften im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft in Russland profitiert.

Adidas-Chef Rorsted bestätigt Prognose: 5 bis 8 Prozent Umsatzwachstum

Vorstandschef Kasper Rorsted bekräftigte aber die Prognose für das Gesamtjahr, die ein Umsatzwachstum um fünf bis acht Prozent und einen Anstieg des Gewinns aus dem fortgeführten Geschäft um 10 bis 14 Prozent auf 1,88 bis 1,95 Milliarden Euro vorsieht. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte sequenziell beschleunigen wird."

Überflieger im Dax

Die Erwartungen an Adidas sind hoch - sowohl was Gewinne, als auch den Aktienkurs angeht. Nach der jüngsten Rekordjagd notiert die Aktie knapp unter Rekordhoch und ist mit einem Kursplus von knapp 80 Prozent seit Januar die mit Abstand stärkste Dax-Aktie des laufenden Börsenjahres. Nun schwächt sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr jedoch etwas ab.

Wem der Dax gehört: Diese Dax-Konzerne sind fest in ausländischer Hand

Bereits 2018 hatte Adidas bei Umsatz, Gewinn und Aktienkurs neue Bestwerte erreicht. Der von Chef Kasper Rorsted eingeschlagene Kurs zahlt sich aus. Die Nachfrage aus den USA, China, Russland und den Schwellenländern steigt. Der Internethandel wird dabei kontinuierlich ausgebaut. Die Kooperationen mit Sport- und Showstars steigern die Begehrlichkeit der Marke. Im Gegenzug hat das Unternehmen seine Kosten im Griff.

Allerdings sieht sich Adidas auch mit Problemen konfrontiert: Neben der unterschätzen US-Nachfrage hat der Konzern zuletzt Europa vernachlässigt. Das Geschäft schwächelt bereits seit einiger Zeit, Adidas konnte der nachlassenden Begeisterung für die Retro-Schuhklassiker wie Stan Smith oder Superstar nicht schnell genug Neues entgegensetzen. Im Heimatmarkt ist der Fokus nun wieder weg von Lifestyle- und hin zu Sportprodukten gelegt worden.

la/reuters/dpa

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