Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Zschaber!

Warum BMW weitere Rekorde einfahren wird, die Bilfinger-Aktie gerade für langfristig orientierte Anleger interessant sein könnte und Hugo Boss auch in Zukunft wachsen wird. Die Show der Börsenkurse, auf die Anleger jetzt achten sollten - heute von Börsenprofi Markus Zschaber.

Nemetschek

Foto: manager magazin online


Ein Blick in den TecDax kann sich bezahlt machen. Im vergangenen November haben wir das Unternehmen Nemetschek mit Sitz in München in diesem Format "Börsenkurse der Woche" vorgestellt und als ein Wertpapier hervorgehoben, welches Anleger auf lange Sicht erfreuen wird. Seit diesem Zeitpunkt konnte die Aktie um über 40 Prozent zulegen. Der Grund dafür ist, dass der Softwarehersteller für die Bauindustrie die internationale Bühne erobert, was zu einem beschleunigten Wachstum führt, wie es auch das Zahlenwerk am 31. Juli 2014 nochmals belegen sollte.

Bereits zum Jahresauftakt konnte der Umsatz um 16,7 Prozent auf 51 Millionen Euro gesteigert werden und ein operatives Wachstum von 23,6 Prozent (Ebit) auf 12 Millionen Euro generiert werden. Die Nemetschek AG wird mit ihrer Software und ihren Dienstleistungen von den Infrastrukturprojekten vieler Länder, insbesondere aus Asien und Lateinamerika, profitieren. Zumal die Internationalisierung mit strategischen Übernahmen komplementiert werden wird, welches aus Sicht des Finanzpolsters kein Problem darstellt. Kleinere Kursrücksetzer bieten noch nicht investierten Anleger Einstiegschancen. Langfristig betrachtet bieten sich attraktive Renditechancen für dieses Unternehmen.

BMW wächst und wächst - vor allem in Asien

Foto: manager magazin online

Wer heute als Privatanleger in Aktien investieren möchte, wählt meist inländische Unternehmen, da er sich hier verspricht, Informationsvorteile zu besitzen im Vergleich zu einem ausländischen Investment, zudem vertraut er der heimischen Wirtschaft. Doch investiert man wirklich in die heimische Wirtschaft, wenn man sich für ein deutsches Unternehmen wie beispielsweise BMW entscheidet? BMW konnte im ersten Quartal einen neuen Rekord verzeichnen mit einem Absatz von insgesamt rund 487.000 Automobilen. Davon entfielen auf Deutschland rund 60.500 Autos, dies entspricht einem Anteil von nur rund 12,5 Prozent. Weitaus wichtiger sind bereits heute die Absatzmärkte in Asien, wo die Umsätze nochmals um nahezu 22 Prozent anstiegen auf 158.582 Einheiten, was einem Anteil am Gesamtumsatz von rund 33 Prozent entspricht. Daran erkennt man, wie wichtig es in einer globalisierten Welt ist, verschiedene Volkswirtschaften und Absatzmärkte weltweit zu analysieren - denn Krisen in anderen Volkswirtschaften können so schnell auf die heimische übergreifen. Wir bleiben weiterhin sehr optimistisch für den Münchener Autobauer und erwarten ein weiteres Rekordgeschäftsjahr in 2014.

Nach Kurssturz wieder Kaufkurse bei Bilfinger in Sicht

Foto: manager magazin online

Die Aktionäre des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger SE erlebten einen schwachen Monatsauftakt. Während erst im Mai die Aussichten für das laufende Jahr bekräftigt wurden, musste Firmenchef Roland Koch rund anderthalb Monate später eine deutliche Gewinnwarnung an die Aktionäre aussprechen. Das bereinigte Ebita wird im laufenden Geschäftsjahr aller Voraussicht nach nicht wie angekündigt über dem Ergebnis des Vorjahres liegen, welches bei 419 Millionen Euro lag. Nun wird ein Ebita von rund 380 bis 400 Millionen erwartet. Von dieser negativen Prognose wurden viele Anleger überrascht, entsprechend stark fiel die Korrektur aus, mehr als 18 Prozent verlor die Aktie an einem Tag, mittlerweile hat die Aktie rund 25 Prozent an Wert eingebüßt. Nach dieser starken Korrektur kann ein Investment in Bilfinger SE durchaus interessant sein, denn das Geschäftsmodell des Unternehmens scheint durchaus zukunftsträchtig. Ein Ausbau der Internationalisierung in den kommenden Jahren, ein hoher Ertrag aus dem wiederkehrenden Wartungsgeschäft und eine nachhaltige Dividendenpolitik können die Aktie für langfristige Anleger durchaus lohnenswert machen.

McDonald's muss sich neu ausrichten

Foto: manager magazin online

Die große Boomphase der amerikanischen Fast-Food-Kette "McDonald's" ist vorbei, dies belegen auch die jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens. In Europa gingen die Umsätze im letzten Quartal um 1 Prozent zurück, in den USA schrumpften die Umsätze sogar um zwei Prozentpunkte. Positiv hingegen gestaltete sich das Wachstum in den Schwellenländern, vor allem in China. Doch ausgerechnet in den wichtigen Wachstumsmärkten haben neu aufgedeckte Lebensmittelskandale und die Verarbeitung von Gammelfleisch in asiatischen Filialen der Fast-Food-Kette wohl einen nachhaltigen Imageschaden beim Unternehmen hinterlassen. Es bleibt abzuwarten wie stark sich dieser auswirken wird. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte der Gesamtumsatz durch die starken Wachstumsraten aus den Schwellenländern leicht um einen Prozentpunkt gesteigert werden, der Gewinn fiel jedoch um 1 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Um den sinkenden Absätzen in Europa und den USA entgegenzusteuern ist nun eine innovative Neuausrichtung des Unternehmens notwendig, um auch in Zukunft die gesteckten Wachstumsziele erreichen zu können.

Hugo Boss' exzellenter Schachzug

Foto: manager magazin online

Weltmeister kleiden sich im Hugo Boss-Dress, so ist die Devise, nachdem die DFB-Elf Argentinien im WM-Finale am 13. Juni besiegte. Denn der Modekonzern mit Sitz im schwäbischen Metzingen rüstet seit einem Jahr die Nationalmannschaft aus und der Verkauf der DFB-Kollektion zog deutlich an, besonders in den eigenen Stores. Die Investitionen und der Ausbau des hauseigenen Storenetzes im vergangenen Jahr ist strategisch betrachtet ein exzellenter Schachzug um die Marktpräsenz weiter auszubauen, welcher vom Zahlenwerk untermauert wird. Im ersten Quartal stieg der Absatz in den eigenen Geschäftsläden zweistellig um 16 Prozent von 279 Millionen Euro auf 323 Millionen Euro an. Heute generiert der MDax-Konzern in den eigenen Stores mehr als 50 Prozent des Konzernumsatzes, 2009 waren es gerade einmal 19 Prozent.

Anleger, die seit unserer letzten Vorstellung des Modehauses Anfang Juli 2013 investiert waren, konnten seither von einer Wertsteigerung von rund 25 Prozent profitieren, zuzüglich der Dividende im Mai mit einer Rendite von rund 3,2 Prozent. Wir bleiben weiterhin davon überzeugt, dass Hugo Boss auch in Zukunft erhebliches Wachstumspotenzial besitzt, nicht nur wegen der Fußball-Weltmeisterschaft, was die Halbjahreszahlen Ende Juli zeigen sollten, sondern auch im Zuge des steigenden Wohlstands in den Entwicklungsländern und des wachsenden Bedarfs sich entsprechend zu kleiden.

IBM-Aktie bleibt auf der Watchlist

Foto: manager magazin online

Der gigantische IT-Konzern IBM hat immer noch zu kämpfen mit dem Wegfall des traditionellen PC-Markts, was auch die veröffentlichten Quartalszahlen zeigten. Mit der Sanierung des US-amerikanischen IT- und Beratungsunternehmens ist es eine herausfordernde Aufgabe für das Management, in dem stark wachsenden und wandelnden Markt operatives Wachstum zu generieren. Der Umsatz im Hardware-Geschäft fiel um 11 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, welches die Software-Sparte mit einem Anstieg von einem Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar nicht kompensieren konnte. Insgesamt ging der Konzernumsatz um 2,2 Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar zum Vorjahreszeitraum zurück. Doch mittels Einsparungen konnte der Nettogewinn von 3,2 Milliarden auf 4,1 Milliarden Dollar (+28 Prozent) zulegen.

Zu den Trends der Branche zählen das Cloud-Computing, Big Data (ultraschnelle Verarbeitung von gigantischen Datenvolumen) und das vernetzte Leben. Es könnte schon bald möglich sein, dass die Data-Warehouse-Systeme von Unternehmen dermaßen mit personalisierten Daten gefüllt sind, dass analytische Informationssysteme es beispielsweise ermöglichen für jeden einzelnen Kunden den individuellen kaufentscheidenden Preis zu definieren. IBM ist der Konzern mit den meisten Patentanmeldungen weltweit (6809 Patentanmeldungen im Jahr 2013). Patente können die neuen "cash cows" der Zukunft werden aufgrund steigender globaler Wahrung des Patentschutzes. Somit sollten Unternehmen wie IBM in Zukunft besonders stark davon profitieren können. Die Aktie bleibt weiterhin auf unserer Watchlist, denn von einem Abschwung gehe ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht aus.

Dow Jones - Investoren in den USA bewerten Risiken rationaler

Foto: manager magazin online

Viele europäische Börsenteilnehmer reagierten zeitweise sehr nervös auf die verschiedenen geopolitischen Krisen der vergangenen Woche. Diverse Ereignisse drängten die guten Unternehmenszahlen vollständig in den Hintergrund, der Dax verlor kurzzeitig rund 2,5 Prozent, während sich die US-Indices stabil verhielten beziehungsweise sich langsam ihren Allzeithochs näherten. In den USA werden derzeit angenommene Risiken rationaler und nach Zahlenwerk betrachtet, dieses ist auch in der gegenwärtigen Marktphase notwendig, denn eine sachliche Analyse der Marktlage ist unabdingbar. Unser Weltbild und die daraus resultierende positive konjunkturelle Einschätzung hat sich nicht geändert, denn die lockere Geldpolitik der Notenbanken bleibt uns weiterhin erhalten und die Unternehmen werden weiter von der positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung profitieren. Nur wer dieses erkennt und entsprechend handelt, wird nachhaltig erfolgreich investieren!

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.