Börse Dax gibt vor Notenbanker-Treffen nach

Nach dem starken Wochenauftakt legt der Dax am Dienstag wieder den Rückwärtsgang ein. Anleger nehmen vor dem Meeting der US-Notenbanker am Mittwoch Geld vom Tisch
Börsianer: Vor dem großen Verfall ist die Stimmung traditionell gut

Börsianer: Vor dem großen Verfall ist die Stimmung traditionell gut

Foto: © Lisi Niesner / Reuters/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Dax (Kurswerte anzeigen) baute im späten Handel seine Verluste aus und gab 0,6 Prozent auf 9102 Zähler nach. Zum Wochenstart hatte der deutsche Leitindex noch 1,7 Prozent zugelegt.

Vor der Entscheidung der US-Notenbank Fed über eine mögliche Verringerung ihre milliardenschweren, monatlichen Anleihenkäufe am Mittwochabend hielten sich die Anleger zurück, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Einige bringen auch die Gewinne der vergangenen Monate in Sicherheit.

Zurzeit kauft die Fed jeden Monat Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Wert von 85 Milliarden Dollar, um die Wirtschaft mit mehr Geld zu versorgen. Diese Hilfen hatten die Aktienbörsen in den vergangenen Monaten maßgeblich angetrieben.

ZEW-Konjunkturerwartungen gestiegen

Die Stimmung deutscher Finanzexperten verbesserte sich im Dezember deutlich. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 7,4 Punkte auf 62,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit April 2006. Die Markterwartungen von 55,0 Punkten wurden klar übertroffen. Die Bewertung der aktuellen Lage hellte sich ebenfalls auf. Sie stieg um 3,7 Punkte auf 32,4 Zähler.

Analyst Ralf Umlauf von der Helaba sagte: "Die Zahlen fallen sehr robust aus und dies ist ein gutes Omen für den morgen anstehenden Ifo-Geschäftsklimaindex." Die deutsche Wirtschaft wird 2014 aus Sicht der Helaba mit rund 2 Prozent deutlich schneller wachen als in diesem Jahr. Der Dax reagierte kaum auf die Zahlen.

Commerzbank gefragt

Im Dax  setzten sich Commerzbank (Kurswerte anzeigen) und Deutsche Börse (Kurswerte anzeigen) an die Spitze des Index. Die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten K+S gehörten ebenfalls zu den gefragten Titeln. Die Experten der Investmentbank Macquarie hatten ihr "Outperform"-Votum bestätigt.

Einer der schwächsten Werte im deutschen Leitindex waren die Titel von HeidelbergCement (Kurswerte anzeigen). Sie fielen um rund 2 Prozent.

PSI und Evotec erfreuen Anleger

Das Berliner Softwareunternehmen PSI  erfreute seine Anteilseigner mit einem angekündigten Aktienrückkauf. Die Titel gewannen 2,3 Prozent.

Für die ebenfalls im Technologiewerteindex notierten Papiere des Biotechunternehmens Evotec  ging es um 2 Prozent nach oben. Zuvor hatte Evotec eine Kooperation mit der Yale University im Bereich der Krebstherapie bekanntgegeben.

Koenig & Bauer  (KBA) verloren 3,4 Prozent. Der fränkische Druckmaschinenherstellerstreicht 1100 bis 1500 Arbeitsplätze, um aus den roten Zahlen zu kommen. Ein Händler wertete die Restrukturierung allerdings positiv.

Verluste gab es auch bei Patrizia Immobilien  . Die Titel sackten nach einem gesenkten Gewinnausblick für das laufende Jahr um 1,8 Prozent ab.

Anleihen kaum verändert

Der Handel am deutschen Anleihemarkt fiel ruhig aus. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg geringfügig um 0,02 Prozent auf 140,28 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,83 Prozent.

Der Euro  kostete zuletzt 1,3770 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Ein Dollar war 0,7260 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagmittag auf 1,3776 (Freitag: 1,3727) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag faktisch nicht verändert. Händler sprachen von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Lieferung im Februar kostete 109,36 Dollar. Das waren fünf Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass US-Rohöl der Sorte WTI zur Januar-Lieferung sank ebenfalls geringfügig um zwei Cent auf 97,46 Dollar.

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