Börse Dax schließt im Minus - Angst vor US-Pleite lähmt Märkte

Der US-Haushaltsstreit drückt weiter auf die Stimmung, weltweit tendieren die Börsen im Minus. Auch der Dax gibt zum Wochenauftakt deutlich nach. Gegen den Trend legen die Versorger RWE und Eon deutlich zu.
Börsianer in Frankfurt: Der US-Haushaltsstreit belastet die Märkte weltweit

Börsianer in Frankfurt: Der US-Haushaltsstreit belastet die Märkte weltweit

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss am Montag um 0,4 Prozent tiefer und fiel auf 8592 Punkte. Der MDax  sank um 0,1 Prozent auf 15.107 Punkte, und der TecDax  fiel um 0,5 Prozent auf 1089 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) verlor 0,3 Prozent auf 2920 Punkte.

Aus Asien waren negative Vorgaben gekommen: Der Nikkei (Kurswerte anzeigen) verlor 1,2 Prozent auf 13.853 Punkte.

Der US-Haushaltsstreit werde die Börsen auch in dieser Woche weiter beschäftigen, sagte Händlerin Sarah Brylewski von Gekko Markets. Die nächste Bewährungsprobe rücke bereits in den Blick. Bis zum 17. Oktober müssen sich die beiden US-Parteien auf eine neue Schuldenobergrenze geeinigt haben.

Insgeheim werde allerdings mit einer rechtzeitigen Lösung gerechnet, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "Selbst wenn es dann nur ein Kuhhandel wird, dürfte das schon helfen und dem Dax wieder Auftrieb geben."

Die US-Börsen gaben nach: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) verlor 1 Prozent auf 14.925 Punkte, der Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) sackte um 0,9 Prozent ab auf 3774 Zähler, und auch der S&P-500 rutschte um 0,9 Prozent auf 1675 Stellen.

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US-Haushaltsnotstand: Wo überall das Licht ausgeht

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Ab Dienstagabend richtet sich die Aufmerksamkeit außerdem auf die wieder startende Berichtssaison in den USA. Sie wird wie üblich vom Stahlhersteller Alcoa  eröffnet.

Versorger haussieren

Unter den Einzelwerten im Dax legten einzig die Versorger zu - und das deutlich: RWE  baute seine Gewinne auf zuletzt 4,6 Prozent aus, Konkurrent Eon  konnte 3,1 Prozent zulegen. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sieht sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einem doppelten Angriff aus Brüssel ausgesetzt. Unabhängig voneinander wollen EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und EU-Energiekommissar Günther Oettinger wohl die bisherige Förderpraxis in Frage stellen. Ein Händler sagte: "Änderungen im EEG könnten sehr positiv für die Versorger sein und eine Trendwende für den ganzen Sektor bringen."

Börsianer begründeten den starken Kursanstieg zudem mit dem Nachholbedarf der Versorgerwerte sowie einigen positiven Studien: Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hatte am Morgen RWE von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 19 auf 26 Euro angehoben.

Banktitel geben nach

Anleger trennten sich von Bankaktien: Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) verloren bis zu 2,5 Prozent. Mit einem Abschlag von 2,9 Prozent waren Commerzbank  zeitweise Schlusslicht im Dax.

SAP fallen auf Jahrestief

Zu SAP  äußerte sich unter anderem Deutsche-Bank-Analyst Kai Korschelt skeptisch. Um die eigenen Ziele für 2013 noch zu erreichen, müsse SAP im vierten Quartal ein organisches Wachstum der Lizenzerlöse von sechs Prozent vorweisen, schrieb er, nachdem er zuvor seine Prognosen für das dritte Quartal reduziert hatte. Die Aktie des Walldorfer Unternehmens fiel auf 52,74 Euro - den tiefsten Stand seit rund einem Jahr. Zuletzt gab das Papier 2,3 Prozent nach auf 52,89 Euro.

Milliardenauftrag treibt EADS

Gegen den Trend legten im Nebenwerte-Index MDax EADS (Kurswerte anzeigen) um 0,6 Prozent zu. Der Flugzeugbauer hatte vom bisherigen treuen Boeing-Kunden Japan Airlines (JAL) einen milliardenschweren Auftrag erhalten.

TAG brechen ein

Am MDax-Ende brachen dagegen die Anteilsscheine von TAG Immobilien  ein wegen eines Berichts über Privatgeschäfte. Sie verloren knapp 10 Prozent.

Euro legt zu

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,49 Prozent am Freitag auf 1,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,31 Prozent auf 140,33 Punkte.

Der Kurs des Euro  fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3572 (Freitag: 1,3593) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7368 (0,7357) Euro.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im November kostete 109,14 Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 50 Cent auf 103,34 Dollar.

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ts/dpa-afx
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