Börse Dax und Dow trotzen den Sorgen um Syrien

Der Dax schließt im Plus, und auch der Dow Jones notiert unbeeindruckt der Sorgen um Syrien im Plus. Im Dax reagiert K+S mit einem Kurssprung auf die Festnahme des russischen Uralkali-Chefs.
Börse in Frankfurt: Der Dax trotzt den Spekulationen um ein militärisches Eingreifen in Syrien

Börse in Frankfurt: Der Dax trotzt den Spekulationen um ein militärisches Eingreifen in Syrien

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Der Dax (Kurswerte anzeigen) hat seine frühen Verluste wieder gutgemacht und schloss auf Xetra 0,2 Prozent fester bei 8435 Punkte zugelegt. Für den MDax (Kurswerte anzeigen) und den TecDax (Kurswerte anzeigen) ging es ebenfalls bergauf. An der Wall Street notierte der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) am Montag Abend ebenfalls 0,2 Prozent fester.

Festnahme von Uralkali-Chef beflügelt K+S

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien von K+S  : Ein Medienbericht über eine Festsetzung des Chefs des russischen Kaliproduzenten Uralkali im weißrussischen Minsk hat die Aktien von K+S am Montag beflügelt. Vladislav Baumgertner sei in Minsk wegen Amtsmissbrauch festgenommen worden, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Aktien des deutschen Kalidünger- und Salzproduzenten K+S eroberten daraufhin mit plus 6 Prozent auf 19,61 Euro die Spitze des Index. Der überraschende Ausstieg des russischen Kali-Giganten Uralkali aus einer Vertriebsallianz mit Belaruskali hatte Ende Juli die gesamte Branche aufgeschreckt und Spekulationen über einen scharfen Preisrutsch ausgelöst. Die K+S-Titel waren danach in der Spitze binnen weniger Tage um mehr als 40 Prozent bis auf rund 15 Euro eingebrochen.

Sorge um Syrien: Öl und Goldpreis ziehen an

Mit Sorge verfolgen Anleger die jüngsten Entwicklungen in Syrien. Die französische Regierung rechnet schon bald mit einer Einigung westlicher Staaten auf mögliche Aktionen gegen das Bürgerkriegsland. In Großbritannien wird zudem nicht mehr ausgeschlossen, das Parlament aus der Sommerpause zu holen, um über einen Militärschlag gegen das Regime von Baschar al-Assad abzustimmen.

Derweil warnte Russland die USA bereits mit Nachdruck vor einer militärischen Einmischung. Ansonsten sprachen Börsianer von einem ruhigen Wochenstart, vor allem da die Anleger aus London wegen eines Feiertages fehlen. Die Preise für Öl und Gold (Kurswerte anzeigen) zogen am Montag an.

Zu den Verlierern im Dax zählten indes die Papiere der Deutschen Börse (Kurswerte anzeigen). Sie gaben um 0,28 Prozent nach. Händler verwiesen auf die technischen Probleme an der Eurex als Belastung für die Aktien des Börsenbetreibers.

O2 an der Tec-Dax-Spitze

Positive Nachrichten gab es zu im TecDax  notierten Unternehmen. America Movil, der mexikanische Großaktionär der niederländischen Telefongesellschaft KPN , gibt überraschend seinen Widerstand gegen den Verkauf der KPN-Tochter E-Plus an Telefonica Deutschland auf.

Nachdem die Offerte aufgestockt wurde, verpflichten sich die Mexikaner, auf der außerordentlichen Hauptversammlung von KPN am 2. Oktober für den Verkauf der deutschen Ertragsperle zu stimmen. Die Titel von Telefónica Deutschland (O2) (Kurswerte anzeigen) schnellten an der Indexspitze um 4,04 Prozent auf 5.279 Euro in die Höhe.

Deutsche E-Mail-Anbieter profitieren einem "Spiegel"-Bericht zufolge offensichtlich von der NSA-Abhöraffäre. Die Zahl der Neuanmeldungen für den E-Mail-Service sei bei Freenet innerhalb der vergangenen drei Wochen um 80 Prozent gestiegen. Dementsprechend zogen die Aktien von Freenet  um rund 2 Prozent an. Auch die Aktie der GMX-Mutter United Internet (Kurswerte anzeigen) ist seit Wochen im Aufwärtstrend.

Rüstungshersteller im Minus

Im Blick standen zudem die Titel von Rüstungsherstellern. Einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vom Wochenende zufolge hätten Ermittler in der letzten Woche im Zusammenhang mit mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen bei Rüstungsgeschäften mit der griechischen Regierung die Rüstungsfirmen Rheinmetall Defence Electronics und Atlas Elektronik durchsucht.

Rheinmetall Defence wies die Anschuldigungen der Zeitung zufolge zurück. EADS  und ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen) bestätigten laut "SZ" indes, dass ihre Tochterfirma Atlas Elektronik durchsucht worden sei. Insgesamt handele es sich eher um eine kleinere Angelegenheit, sagte ein Händler. Die Aktien von ThyssenKrupp , EADS und Rheinmetall  fielen um bis zu 0,98 Prozent.

Märkte Asien: Börse in China startet Erholungsversuch

Märkte in Asien überwiegend fester

Die Hoffnung, die US-Notenbank Fed könnte nach enttäuschenden Daten zum Immobilienmarkt möglicherweise doch später mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beginnen, stützte die Kurse in Asien überwiegend. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans gewann am Montag 0,5 Prozent. In China legte die Börse um mehr als 1,5 Prozent zu. Die Statistiker sehen dort Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft und gehen davon aus, dass das staatliche Wachstumsziel von 7,5 Prozent erreicht wird.

Nikkei kaum verändert

Die japanische Börse schloss mit leichten Kursverlusten. Der Nikkei  verlor 0,2 Prozent auf 13.636 Zähler, der breiter gefasste Topix gab gut 0,1 Prozent nach. Eine Sonderkommission von Ministerpräsident Shinzo Abe trifft sich erstmals, um über die für 2014 geplante Mehrwertsteuererhöhung zu sprechen. Investoren sehen die Steuererhöhung als Test für Abes Bekenntnis, Strukturreformen voranzutreiben.

Furcht vor Krieg in Syrien: Ölpreis und Goldpreis ziehen an

Die Furcht vor einem stockenden Nachschub hat den Ölpreis am Montag gestützt. Die richtungweisende Nordsee-Sorte Brent stieg zeitweise um 0,6 Prozent und war mit 111,68 Dollar je Barrel so teuer wie zuletzt Anfang April. Das US-Öl WTI kletterte in der Spitze um bis zu 0,9 Prozent auf 107,37 Dollar je Fass.

Händlern zufolge fürchteten Anleger, dass sich die Spannungen in Ägypten und Syrien auf den Öl-Nachschub auswirken könnten. Die Aussicht auf ein möglicherweise militärisches Eingreifen der USA in Syrien treibe den Ölpreis nach oben, sagte Timothy Radford, Analyst bei Investment-Firma Rivkin in Sydney. Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama mit seinen Sicherheitsberatern über mögliche Reaktionen auf einen vermuteten Giftgas-Angriff auf syrische Zivilisten beraten.

Dies wirkte sich auch auf den Goldpreis aus: Der Preis stieg auf mehr als 1400 US-Dollar je Unze und markierte damit den höchsten Stand seit 3 Monaten.

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Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Montag nahezu unverändert bei 1,3381 Dollar notiert. Derzeit hängt die Bewegung des Euro-Dollar-Wechselkurs vor allem von einer Frage ab: Wann wird die US-Notenbank Fed ihre ultralockere Geldpolitik straffen? Helaba-Analyst Ulrich Wortberg geht davon aus, dass die Anleger die Wirtschaftsdaten in dieser Woche genau unter die Lupe nehmen dürften, nachdem die Fed ein klares Signal für den Beginn des Ausstiegs aus den milliardenschweren Anleihenverkäufen zuletzt schuldig geblieben ist.

Das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag dürfte hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die erste Wochenhälfte könnte daher geprägt sein vom Zurückdrängen der Erwartung einer baldigen Straffung der Geldpolitik, prognostizierte Wortberg. Generelle Zweifel seien aber nicht angebracht, da die Wachstumsrate des zweiten Quartals in den USA nach oben korrigiert werden dürfte, meinte der Experte.

Notenbankchef Ben Bernanke hatte Ende Mai angekündigt, den Geldhahn langsam zudrehen zu wollen, sofern sich die US-Konjunktur weiter erholt. Seitdem wird an den Finanzmärkten heftig über Zeitpunkt und Umfang des sogenannten "Tapering" spekuliert. Bislang kauft die Fed zur Ankurbelung der US-Konjunktur monatlich Anleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf.

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