Börse in Tokio Japans Premier Abe reagiert auf Kurssturz

Der Tokioter Aktienmarkt hat zu Wochenbeginn erneut kräftige Abschläge hinnehmen müssen und ist auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen gefallen.
Kunden vor Büro eines Wertpapierhändlers: Die Aktien der Finanzdienstleister gaben besonders nach

Kunden vor Büro eines Wertpapierhändlers: Die Aktien der Finanzdienstleister gaben besonders nach

Foto: AP/dpa

Tokio - Japanische Aktien haben im asiatischen Vergleich erneut stark an Wert verloren. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Montag 3,7 Prozent schwächer bei 13.261 Punkten. Zu den größten Verlierern an der japanischen Börsen zählten Wertpapierhändler. Der entsprechende Branchenindex rutschte fast 10 Prozent ins Minus. Auch der Betreiber der Modekette Uniqlo, Fast Retailing, musste Federn lassen: Die Aktie verbilligte sich um knapp 6 Prozent.

Händler erklärten die Abschläge mit der jüngsten Talfahrt an der Wall Street und der zunehmenden Sorge, dass die US-Notenbank die Notenpresse künftig etwas langsamer laufen lassen könnte. Auch Anzeichen für ein geringeres Wachstum in China drückten auf die Stimmung.

Die Geschäfte der chinesischen Industrie schrumpften im Mai einer Umfrage zufolge erstmals seit sieben Monaten. Der Einkaufsmanagerindex von HSBC fiel auf 49,2 Punkte und damit unter die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Im April waren es noch 50,4 Zähler. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor aber nur 0,25 Prozent. Die Indizes in Shanghai und Hongkong hielten sich leicht im Plus.

"Unsere Wirtschaftspolitik trägt garantiert Früchte", erklärte der japanische Premierminister Shinzo Abe am Montag. "Wir sollten zuversichtlicher sein." Er erwarte, dass die weitere Kommunikation der Zentralbank die Finanzmärkte allmählich beruhigen werde. Seit Abe im Dezember mit dem Versprechen einer aggressiven Geld- und Fiskalpolitik gewählt wurde, hatte die Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Deflation die Aktienkurse nach oben und die Wechselkurse der Landeswährung Yen nach unten getrieben.

Seit dem 23. Mai, als der Nikkei mit 15.943 Punkten den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren erreichte, machte sich jedoch wieder Skepsis breit. Abe betonte am Montag die Bedeutung den neben Konjunkturprogrammen und neuen Inflationszielen "dritten Pfeilers" seiner Wirtschaftspolitik: Strukturreformen. Am 14. Juni will er hierzu Details vorstellen. Dazu könnten niedrigere Unternehmensteuern und eine Lockerung des Kündigungsschutzes gehören, möglicherweise auf Sonderwirtschaftszonen beschränkt.

ak/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.