Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Klude!

Weiterhin Rückenwind von der US-Notenbank für die Aktienmärkte, ein US-Immobilientitel auf Allzeithoch und ein besonderer Blick auf Anleihen der Türkei. Die wöchentliche Show der markantesten Börsenkurse - heute von Börsenprofi Carsten Klude.
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Zinsen in den USA - Wann steigt die Fed aus dem QE-Programm aus?

Die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen sind in dieser Woche auf ein 12-Monats-Hoch von 2,2 Prozent angestiegen. Innerhalb eines Monats haben langlaufende US-Staatsanleihen somit fast 4 Prozent an Wert verloren. Ausgelöst wurde der Renditeanstieg durch Äußerungen von Fed-Präsident Ben Bernanke, die darauf hindeuteten, dass die Fed schon bald einen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik beschließen könnte.

Wir gehen allerdings davon aus, dass die Notenbank ihre Staatsanleihekäufe im gesamten Jahresverlauf fortführt und die Rendite für 10-jährige Staatstitel aus den USA demnächst wieder unter 2-Prozent-Grenze sinkt. Eine weniger expansive Geldpolitik wird von der Fed an die Bedingung einer deutlichen Erholung des Arbeitsmarktes geknüpft.

Zwar ist die Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent gesunken, doch ist der Rückgang vor allem darauf zurückzuführen, dass sich immer weniger Personen arbeitslos gemeldet haben. Ohne diesen Effekt läge die Quote wesentlich höher.

Home Depot - Aktien profitiert vom Aufschwung am US-Immobilienmarkt

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Die Erholung am US-Immobilienmarkt ist in vollem Gange. Von der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank hat der amerikanische Häusermarkt in den vergangenen zwölf Monaten stark profitiert. Angesichts von Immobilienpreisen, die gegenüber dem Vorjahr um gut 10 Prozent gestiegen sind, ist von Krise keine Rede mehr. Und es sieht so aus, als ob sich diese positive Entwicklung noch eine Zeit lang fortsetzten wird.

Davon dürfte auch die Aktie von Home Depot  weiter profitieren. Zwar ist der Aktienkurs zuletzt schon auf ein Allzeithoch von rund 80 US-Dollar angestiegen, doch angesichts eines deutlichen Ergebnis- und Umsatzanstiegs im ersten Quartal 2013 dürften viele Analysten ihre Schätzungen für das Unternehmen weiter nach oben revidieren. Und da der Besitz eines eigenen Heims zum "amerikanischen Traum" gehört, sollte sich auch die traumhafte Entwicklung des Aktienkurses fortsetzen.

Commerzbank - Bald nur noch 2. Liga?

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Harte Zeiten für die Commerzbank : Trotz der Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro hat mit Standard & Poor's schon die zweite Ratingagentur innerhalb weniger Tage den Daumen für die Commerzbank nochmals gesenkt. Begründet wurde dies damit, dass die Bank wesentlich mehr Zeit brauche, um Risiken abzubauen, die von faulen Krediten ausgehen.

Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Europa weiter verschlechtern, droht sogar eine weitere Herabstufung. Allein in diesem Jahr hat die Commerzbank-Aktie 25 Prozent an Wert verloren, so dass schon spekuliert darüber wird, dass die Commerzbank bei der nächsten Dax-Überprüfung im September aus dem Index absteigen muss.

Dies ist jedoch unwahrscheinlich, denn hierfür müsste die Aktie nochmals deutlich an Wert verlieren. Aber auch wenn kein unmittelbarer Abstieg in den MDax  droht, ist Deutschlands zweitgrößte am Kapitalmarkt notierte Bank im internationalen Vergleich für viele Anleger nur noch zweite Wahl.

Schweizer Franken - Als Fluchtwährung weniger gefragt

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Der Schweizer Franken war im vergangenen Jahr eine vergleichsweise "langweilige" Währung. Als sich die Euro-Krise im Jahr 2011 zuspitzte, legten immer mehr Euro-Anleger ihr Geld in der Schweiz an. Die Folge war eine massive Aufwertung des Schweizer Franken. Daraufhin legte die Notenbank im August 2011 einen Mindestkurs von 1,20 EUR/CHF fest, um eine Aufwertung über dieses Niveau hinaus zu verhindern und die eigene Exportwirtschaft zu schützen.

Mit dem Abebben der Euro-Krise war der Franken zuletzt jedoch weniger gefragt und wertet auf rund 1,25 EUR/CHF ab. Solange die europäische Schuldenkrise nicht wieder stärker in den Vordergrund rückt, dürfte sich eine moderate Abwertung des Schweizer Franken fortsetzen. Nach der Kaufkraftparitätentheorie errechnet sich ein Gleichgewichtskurs von rund 1,44 EUR/CHF, wobei wir zunächst nur mit einer moderaten Abwertung in Richtung 1,30 rechnen.

Türkei - Staatsanleihen profitieren von einem besseren Rating

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Nachdem Fitch der Türkei im November 2012 als erste Ratingagentur mit BBB- ein Investmentgrade-Rating verliehen hat, zog mit Moody's Mitte Mai die zweite Ratingagentur nach. Damit ist der Weg frei für die Aufnahme türkischer Staatsanleihen in die großen internationalen Benchmark-Indizes, wodurch mit einer steigenden Nachfrage nach diesen Anleihen durch institutionelle Anleger zu rechnen ist, da sich diese traditionell stark an Benchmarks orientieren.

Die Analysten von Moody's begründen ihre Beurteilung mit den verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Erwartung, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Zudem werden die strukturellen Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gelobt. Das attraktive Renditeniveau von rund 6,5 Prozent für Papiere in lokaler Währung macht türkische Staatsanleihen zu einer interessanten Anlagealternative.

Alcoa - es droht weiteres Ungemach

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Alcoa , das vom ehemaligen deutschen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitete US-Unternehmen, ist weltweit der zweitgrößte Aluminiumproduzent. Da in der Branche erhebliche Überkapazitäten bestehen, ist der Aluminiumpreis in diesem Jahr bereits um 10 Prozent gefallen. Bereits Anfang Mai hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds seine Produktionskapazität deutlich reduzieren will.

Mit einer Entscheidung will man sich allerdings bis zu 15 Monate Zeit lassen. Zu viel Zeit in den Augen der Ratingagentur Moody's, die das Rating nun auf Ramschniveau reduzierte. Für die Alcoa-Aktie besteht erhöhte Gefahr, dass sie unter die technische Unterstützungsmarke von 8 US-Dollar fallen könnte. In den vergangenen 12 Monaten wurde diese Marke schon drei Mal getestet, drei Mal hielt sie. Sollte die Unterstützung diesmal gerissen werden, droht der Aktie weiteres Ungemach.

Brasilien - Zinserhöhungen lasten auf dem Aktienmarkt

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Brasilien wird in den nächsten Jahren Ausrichter der zwei bedeutendsten sportlichen Wettkämpfe sein: 2014 findet die Fußballweltmeisterschaft statt, 2016 die Olympischen Spiele. In der Vergangenheit haben die Aktienmärkte der Ausrichterländer im Vorfeld dieser Großereignisse häufig sehr positiv reagiert, weil Infrastrukturinvestitionen das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne stark beflügelt haben.

In Brasilien ist von einer wirtschaftlichen Aufbruchstimmung jedoch noch nichts zu spüren. So hat die OECD ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 4,0 auf 2,9 Prozent gesenkt. Hinzu kommt, dass die Notenbank aufgrund der hohen Inflation das zweite Mal in Folge den Leitzins erhöht hat. Da weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen sind, ist eine signifikante Erholung am brasilianischen Aktienmarkt, der in diesem Jahr rund 10 Prozent an Wert eingebüßt hat, kurzfristig noch nicht in Sicht.

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