Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Mumm!

Der Dax im Vorwärtsgang, der Nikkei weiter von Liquidität getrieben und auch US-Tech-Werte im Aufwärtstrend. Die wöchentliche Show der markantesten Börsenkurse auf manager magazin online - heute von Börsenprofi Carsten Mumm von der Bank Donner & Reuschel.
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Dax - technisch zieht es den Index Richtung 8000

Der Dax spielte zuletzt seine markanten charttechnischen Marken und Indikatoren nahezu punktgenau aus. Der bislang stabilisierende und beruhigende Rebound bei 7418 Indexpunkten wurde geschafft und kurzfristige Trades haben sich durchaus auch ausgezahlt. Bei 7840 Zählern formierte sich dann Ende vergangener Woche ein sogenanntes "Tweezers-Top" (Doppel-Top).

Das 2013er KGV für den Dax  liegt aktuell bei 11,7 - global werden Aktien für denselben Zeitraum mit 13,2 bewertet. Damit gelten deutsche Blue-Chips als durchaus fair bewertet. Eine fundamentale Überteuerung ist noch nicht auszumachen, obgleich technische Rücksetzer in der vorherrschenden fragilen und volatilen Lage immer wieder möglich sind. Momentan zieht es den Index technisch wieder in Richtung 8000/8070.

Nikkei - Binnenwirtschaft könnte spannend werden

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Der japanische Nikkei-Index  erreichte mit dem Überhandeln der Marke bei 13.900 Punkten zwischenzeitlich das höchste Kursniveau seit Herbst 2008. Innerhalb der letzten fünf Monate stieg der Leitindex damit um mehr als 50 Prozent an. In erster Linie profitierten davon Finanztitel und exportorientierte Unternehmen.

Die ausschlaggebenden Gründe waren hauptsächlich die expansive Geldpolitik der japanischen Notenbank sowie die anhaltende Schwäche des Yen. Unter dieser politischen Konstellation bleiben japanische Aktien auch weiterhin interessant. Falls nun auch noch die japanische Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad findet, werden auch die binnenorientierten Werte wieder zunehmend interessanter.

Gold - "Goldener Schnitt" bei 1135 Dollar je Unze

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Die Kursziele, die aktuell von verschiedenen Seiten verkündet werden, liegen zwischen 1000 und 1200 US-Dollar je Unze, also noch gut 20 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Anders lauten die Meldungen von den physischen Anbietern: Wer hier im großen Stil einkaufen möchte, muss mit erheblichen Lieferzeiten und vergriffener Ware rechnen. Was ist los mit dem Edelmetallmarkt?

Rein fundamental liegt der Förderpreis des gelben Metalls aufgrund stark gestiegener Energiekosten bei weltweit 1100 US-Dollar. Dies ist also die natürliche Barriere einer sinnvollen ökonomischen Betrachtung.

Nach einem zehnjährigen Aufwärtstrend überrascht der vorliegende Einbruch nicht unbedingt, denn Gold  startete seine Rallye 2003 mit Preisen um 350 US-Dollar und erreicht 2011 die Marke von 1920 US-Dollar. Das arithmetische Mittel liegt bei 1135 US-Dollar und entspricht somit dem "Goldenen Schnitt" dieser langjährigen Hausse. Diese Marke gilt es im Auge zu behalten.

Kupfer - Hoffen auf Gegenbewegung nach Ausverkauf

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Die Industriemetalle weisen im allgemeinen Vergleich mit Energie und Edelmetallen derzeit noch augenscheinlich eine relative Stärke auf. Kupfer  allerdings verzeichnete trotz alledem markante und deutliche Abgaben. Ausgelöst durch ein schwächer als erhofftes Wirtschaftswachstum in China liegen die Lagerbestände nun auf Rekordniveau.

In der aktuellen Abwärtsbewegung verbilligte sich die Notierung sogar auf nahezu 6800 Dollar je Tonne. So tief notierte der Preis zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren im Oktober 2011. Nach dem Ausverkauf bei den Industriemetallen ist in nächster Zeit eine charttechnische Gegenbewegung durchaus denkbar. Sollte sich die Konjunkturdynamik vor allem in Asien und Amerika nicht beschleunigen, werden sich die etablierten Abwärtstrends aber weiter fortsetzen.

Silber - weltweite Nachfrage schwächelt

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Die weltweite Investmentnachfrage nach Silber  hatte 2012 noch die schwache Industrienachfrage ausgleichen können. Diese ist demnach um fast ein Prozent auf knapp über eine Milliarde Unzen gestiegen. Das heuer leicht stagnierende chinesische Wirtschaftswachstum könnte die Silbernachfrage allerdings weiter belasten.

Das "Reich der Mitte" ist seit Längerem der weltweit zweitgrößte Silberkonsument nach den USA. Geopolitische und globale Unsicherheiten bezüglich hoher Staatsschulden, insbesondere in der Euro-Zone, lassen aber eine anhaltend hohe Investmentnachfrage erwarten. Allerdings hatte in der Vergangenheit fast ausschließlich die Industrienachfrage den entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Silberpreises. Dieser bleibt somit in starker Abhängigkeit zum weltweiten BIP-Wachstum.

Nasdaq - US-Tech-Index im intakten Aufwärtstrend

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Teilweise durchaus erfreuliche Unternehmensbilanzen und ein anhaltend gutes Investitionsklima haben die US-Börsen zuletzt gestützt und gestärkt. Im Zuge dessen konnte auch der Nasdaq 100  wieder über die psychologisch wichtige Marke von 2800 Indexzählern steigen und das jüngste April-Tief von 2730 Punkten erstmal hinter sich lassen.

In seiner Entwicklung seit Jahresbeginn hinkt er allerdings seinem "großen Bruder", dem S&P 500 Index noch deutlich hinterher. Die Underperformance beträgt seit dem 2. Januar immerhin rund 4 Prozentpunkte. Nichtsdestotrotz tendiert der Nasdaq 100 in einem nach wie vor intakten technischen Aufwärtstrend. Unterstützt wird er dabei bei 2730 Punkten. Der nächste Widerstand kann bei 2880 Zählern ausgemacht werden. Somit ist der Index auf kurze Sicht als "neutral" bis "leicht positiv" einzustufen.

Euro - weiter Druck durch die Euro-Krise

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Die Zypern-Rettung wird nun wohl doch noch deutlich teurer als im Vorfeld öffentlich bekannt gemacht wurde. Die Rettungskredite inklusive ELA/Target 2-Forderungen betragen laut Ifo-Institut schon deutlich über 20 Milliarden Euro. Der Euro  scheint sich mit dem Aufrechterhalten seiner kurzfristigen Aufwärtsdynamik schwer zu tun und tendiert nun schon seit gut drei Handelswochen seitwärts zwischen 1,29 und 1,32 Dollar.

Darin spiegelt sich die latente Verunsicherung in der Euro-Zone wider. Zuletzt kündigten auch noch die Sozialisten aus Frankreich, Spanien und Portugal einen gemeinsamen harten Kampf gegen die Sparpolitik in der EU an. In Bezug auf Frankreich etabliert sich die öffentliche Meinung, dass die dortige Regierung wichtige Zeit für absolut notwendige Reformen verstreichen lassen habe. Frankreich hatte zuletzt seine erwartete Wachstumsrate drastisch nach unten korrigieren müssen.