Börsen im Aufwind Dow auf Rekordhoch, Dax knapp drunter

Kursrally an der Börse: Die Zinssenkung der EZB und gute Unternehmenszahlen hatten den Aktien früh Auftrieb gegeben. Dann kamen positive US-Jobdaten hinzu. Folge: Der Dax schließt knapp unter Rekordhoch, der Dow Jones steigt erstmals über 15.000 Punkte.
Händler in New York: Erstmals sprang der Leitindex Dow Jones über die 15.000-Punkte-Marke

Händler in New York: Erstmals sprang der Leitindex Dow Jones über die 15.000-Punkte-Marke

Foto: Richard Drew/ AP

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag mit deutlichen Gewinnen auf den US-Arbeitsmarktbericht reagiert. Der Dax (Kurswerte anzeigen) baute nach den besser als erwartet ausgefallenen Daten sein Plus am Nachmittag auf 2 Prozent aus und schloss bei 8122 Punkten. Es ist der höchste Schlussstand in der Geschichte des Index. Damit ist der deutsche Leitindex nur noch wenige Zähler von seinem Verlaufs-Rekordhoch von 8151 Zählern entfernt, das er im Juli 2007 markiert hatte.

Auch der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) legte den Vorwärtsgang ein. Der US-Leitindex sprang zweitweise sogar über die Marke von 15.000 Punkten - erstmals in seiner Geschichte.

Die US-Börsen hatten bereits vor Wochen neue Rekordmarken markiert, die Flut an billigem Geld treibt die Käufer an den Markt. Hinzu kommen positive Konjunkturdaten: Die Zahl der US-Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist im April um 165.000 gestiegen, während Volkswirte im Schnitt nur ein Plus von 140.000 Stellen erwartet hatten.

US-Arbeitsmarkt: Unternehmen schaffen 165.000 neue Jobs

"Der moderate Stellenaufbau in den USA setzt sich fort. Die Daten könnten aber insgesamt dazu beitragen, jüngste Spekulationen über eine mögliche Ausweitung der Anleihekäufe der Fed wieder zu verdrängen", kommentierte Analystin Viola Julien von der Helaba in einer ersten Reaktion.

Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank begründete die anhaltende Aufwärtsbewegung der Aktienbörsen auch mit der weiterhin reichlich vorhandenen Liquidität an den Kapitalmärkten: "Die EZB hat die Macht an den Aktienmärkten spätestens seit ihrer letzten Zinssenkung übernommen. Anlagealternativen scheiden angesichts der negativen Realzinsen derzeit aus."

Starke Zahlen von Adidas und Conti

Unter den Einzelwerten im Dax ragten drei Aktien mit Gewinnen von jeweils mehr als sechs Prozent heraus: ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen), Adidas (Kurswerte anzeigen) und Continental (Kurswerte anzeigen).

Während die Papiere des Sportartikelkonzerns und des Automobilzulieferers von unerwartet guten Quartalszahlen profitierten, stiegen die Titel des Stahlherstellers aufgrund neuer Spekulationen um einen baldigen Verkauf seiner Sparte Steel Americas.

Nebenwerte: Sky Deutschland haussiert

Im MDax führten Sky Deutschland (Kurswerte anzeigen) mit mehr als 7 Prozent die Gewinner an. Der Bezahlsender liegt nach einem guten ersten Quartal auf Kurs zu seinem Jahresziel. Ein Händler sprach von einem vernünftigen Start ins Jahr mit einer klar positiven Entwicklung des operativen Ergebnisses (EBITDA). Die Titel von Hugo Boss (Kurswerte anzeigen) verloren hingegen am MDax-Ende gut 6 Prozent. Gründe dafür waren die angekündigte Aktienplatzierung und die Abstufung der Papiere durch die Deutsche Bank. Großaktionär Permira will 7 Millionen Aktien verkaufen, danach aber mit knapp 56 Prozent die vollständige Kontrolle beim Modekonzern behalten. Laut Händlern wurden die Aktien zu jeweils 87,50 Euro platziert.

Im TecDax gewannen Telefonica  nach Zahlen an der Indexspitze drei Prozent. Einem Händler zufolge ist der Quartalsbericht des Mobilfunkunternehmens wie erwartet ausgefallen. Die Telefonica-Tochter hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal trotz des Preisverfalls im Mobilfunkgeschäft stabil gehalten.

cr/la/dpa-afx