Dienstag, 28. Januar 2020

Medien TV-Aktien als Wette gegen den digitalen Wandel

Zwei Sender, keine Plattform: RTL und ProSiebenSat.1 tun sich digital schwer

Die Aktien deutscher TV-Senderketten stehen im Blickpunkt vieler Anleger: Sky kratzt an den schwarzen Zahlen. RTL und ProSiebenSat1 winkt gar ein Aufstieg in MDax und Dax. Das Problem jedoch ist: Die alte TV-Welt zerfällt.

Hamburg - Die großen deutschen TV-Senderketten sind für Anleger derzeit durchaus einen Blick wert. Dies liegt nicht unbedingt an den in die Jahre gekommenen Formaten wie "Deutschland sucht den Superstar", "Germany's next Topmodel" oder der "Harald Schmidt Show". Vielmehr sind es grundlegende Entscheidungen der Großinvestoren von RTL, ProSiebenSat.1 und Sky Deutschland, die für kräftige Kursbewegungen in den Aktien sorgen könnten.

So plant RTL-Mehrheitseigner Bertelsmann, bis zum 29. April bestenfalls 25,5 Millionen Aktien von Europas größtem Fernsehkonzern im regulierten Prime Standard der Deutschen Börse zu platzieren. Sollte dies den Güterslohern am oberen Ende der Spanne von 54 bis 62 Euro gelingen, würde das 17-prozentige RTL-Aktienpaket mit rund 1,58 Milliarden Euro bewertet werden. Die RTL-Gruppe - bislang nur im weniger regulierten Frankfurter Freiverkehr, am Firmensitz in Luxemburg sowie in Brüssel gehandelt - wäre so aus dem Stand heraus ein Kandidat für den MDax Börsen-Chart zeigen .

Auch in München beim großen Konkurrenten ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen werden in diesen Tagen Ad-hoc-pflichtige Meldungen im Akkord produziert. So wollen die Finanzinvestoren KKR Börsen-Chart zeigen und Permira ihre Anteile lieber früher als später abstoßen.

Gleichzeitig soll auf der im Juli anstehenden Hauptversammlung darüber entschieden werden, die nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien abzuschaffen. Sollten die Aktionäre zustimmen, wäre der Weg des MDax-Konzerns in den Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen frei.

Sky verspricht schwarze Zahlen für 2013

Dieser Weg dürfte für Sky Deutschland Börsen-Chart zeigen, der dritten großen TV-Aktie, hingegen vorerst noch ein Traum bleiben. Zumal Großeigner Rupert Murdoch - anders als Bertelsmann und das Gespann KKR/Permira - derzeit wenig Interesse an einem Verkauf seiner Anteile zeigt. Im Gegenteil: Erst im Januar erhöhte er zum wiederholten Male seinen Anteil am Pay-TV-Sender auf zuletzt 54,5 Prozent - nachdem er 2008 zunächst 15 Prozent der Anteile vom damals noch als Premiere firmierenden Sender erworben hatte.

Doch gerade das Interesse des Medienzars hat wieder Fantasien unter Anlegern geweckt. Eine komplette Übernahme von Sky durch den von Murdoch kontrollierten Mutterkonzern News Corp. Börsen-Chart zeigen gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Genährt wurden solche Spekulationen schon im November 2012, nachdem das Münchner Finanzamt entschieden hatte, dass milliardenschwere Steuergutschriften von Sky Deutschland - immerhin 2,1 Milliarden Euro - bei einer Übernahme nicht verfallen würden.

Ebenfalls für die Aktie spricht, dass die Münchner zuletzt auf ihrem Weg in die schwarzen Zahlen vorangekommen sind. Mit seinen mittlerweile rund 3,4 Millionen Bezahlkunden schrieb der Sender zwischen Juli und September 2012 erstmals nach vielen Jahren in einem Quartal wieder operative Gewinne, und Champions-League-Spiele wie das Halbfinal-Hinspiel zwischen Bayern und Barcelona sind willkommene Werbung für den Sender. Für das Gesamtjahr stand zwar immer noch ein Ebitda von minus 51,1 Millionen Euro in der Bilanz. Verglichen mit den 155,5 Millionen Verlust in 2011 und den 268,6 Millionen Euro Verlust im Jahr 2010 gilt das allerdings als Fortschritt.

Zumal Sky-Chef Sullivan für 2013 ein positives Ebitda und auch danach kräftig steigende Gewinne angekündigt hat. Diese offensive Ankündigungsrhetorik ist jedoch gleichzeitig ein Warnsignal für spät entschlossene Anleger.

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