Donnerstag, 9. April 2020

Börse Schwache US-Daten bremsen Dax

Handelssaal in Frankfurt: Der deutsche Leitindex ist angeschlagen

Unerwartet schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben am Montag erste Erholungssignale bei deutschen Aktien abgewürgt. Immerhin konnte der deutsche Leitindex ein zartes Plus retten und die sechstägige Verlustserie beenden. Die Commerzbank markiert zeitweise ein Rekordtief.

Frankfurt am Main - Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss am Montag mit einem Plus von 0,24 Prozent bei 7478 Punkten, nachdem er im späten Handel zeitweise ins Minus gerutscht war. Grund dafür waren schwache US-Konjunkturdaten: In den USA waren die Verkäufe bestehender Häuser im März überraschend um 0,6 Prozent gesunken, während Volkswirte mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet hatten.

In New York lag der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zum Handelsschluss in Europa 0,30 Prozent unter dem Vortagesschluss.

Am Vormittag hatte der deutsche Leitindex aufgrund einer erneut sehr starken japanischen Börse und Hoffnungen auf gute deutsche Unternehmenszahlen noch um bis zu 0,9 Prozent zugelegt. Händler sahen darin eine Reaktion auf den Vorwochenverlust von knapp 3,7 Prozent.

Der MDax Börsen-Chart zeigen gewann am Montag 0,57 Prozent auf 13 093,23 Punkte. Der TecDax Börsen-Chart zeigen legte um 0,46 Prozent auf 910,86 Punkte zu.

Lufthansa trotz Warnstreik gefragt

Unter den Einzelwerten im Dax standen Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen im Anlegerfokus. Mit einem Warnstreik hat das Bodenpersonal des Unternehmens den Flugverkehr der Airline fast in ganz Deutschland lahmgelegt. Dennoch legten die Titel um 1,37 Prozent zu und erholten sich damit etwas von ihren jüngsten Verlusten.

Ein Börsianer wertete positiv, dass die Konzernführung Härte zeige und glaube, dass sich die konsequente Haltung langfristig auszahlen werde. Tagessieger im Leitindex waren Henkel-Papiere, die sich ohne fundamentale Nachrichten um mehr als zwei Prozent verteuerten.

Commerzbank zeitweise auf Rekordtief

Ebenfalls zulegen konnten einige der konjunktursensiblen Automobil- und Finanzwerte. So stiegen Daimler um 1,76 Prozent und Allianz um 1,16 Prozent.

Für die Commerzbank-Papiere aber ging es am Dax-Ende um knapp viereinhalb Prozent auf 1,090 Euro nach unten. Bei 1,080 Euro hatten die Aktien des staatlich gestützten Instituts zuvor ein Rekordtief markiert.

"Die Märkte bereiten sich auf die Kapitalerhöhung vor", sagte ein Händler. Die Hauptversammlung hatte am Freitag den Weg für den allmählichen Ausstieg des Staates mit einer erneuten Kapitalerhöhung freigemacht.

Übernahmespekulationen in der Branche: SMA Solar gefragt

Die Papiere von K+S gaben als zweitschwächster Dax-Wert über dreieinhalb Prozent ab. Der Düngemittel- und Salzproduzent erhöht die Investitionen für das neue Kaliwerk in Kanada.

Die im TecDax Börsen-Chart zeigen gelisteten Anteilsscheine von SMA Solar Börsen-Chart zeigen profitierten von neuer Übernahmefantasie in der Branche und endeten 4,69 Prozent höher. Im frühen Handel hatten die Titel sogar mehr als 14 Prozent gewonnen. Der schweizerische Elektrotechnikkonzern ABB will den SMA-Wettbewerber Power-One übernehmen.

Die Papiere von Evotec Börsen-Chart zeigen sprangen um nahezu sechs Prozent an. Das deutsche Biotechnologie-Unternehmen und die Roche-Tochter Genentech arbeiten auch künftig in der Wirkstoffforschung zusammen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,03 Prozent am Freitag auf 1,04 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 135,57 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,13 Prozent auf 146,31 Punkte. Der Kurs des Euro fiel am Montag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3037 (Freitag: 1,3115) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7671 (0,7625) Euro.

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