Samstag, 7. Dezember 2019

Börsenschluss Zweites Dax-Jahrestief in Folge

Dax stabilisiert: Deutschlands Aktienleitindex legt leicht zu

Nach seinem herben Kurseinbruch vom Vortag ist es Deutschlands Aktienleitindex Dax heute nur wenig besser gegangen. Wieder ging es bergab, den fünften Tag in Folge. Und erneut schloss der Dax auf Jahrestiefniveau. Ganz tief in den roten Zahlen rutschten die Solarworld-Aktien.

Frankfurt am Main - Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat sich der Dax am Donnerstag zunächst etwas erholt. Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex um 0,32 Prozent auf 7527,23 Punkte; am Mittwoch hatte er mehr als 2 Prozent eingebüßt und damit so tief wie noch nie im laufenden Jahr geschlossen. Am Nachmittag war das kleine Plus dann aufgebraucht, zum Handelsschluss stand erneut ein Minus - und erneut ein Jahrestief: Deutschlands bedeutendster Aktienindex sank um 0,39 Prozent auf 7473,73 Punkte. Es war der fünfte Handelstag mit Minuszeichen in Folge. Der MDax verlor am Donnerstag 0,13 Prozent auf 12.970,72 Zähler und der TecDax 0,20 Prozent auf 89,63 Indexstellen.

Kaum anders zuvor das Bild an den wichtigsten Handelsplätzen in Asien: er Stoxx Asia/Pacific 600, der die 600 größten Unternehmen der Börsen in Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland und Singapur enthält, büßte 1,39 Prozent auf 137,10 Punkte ein. In Japan ging der Nikkei-225-Index Nikkei Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von 1,22 Prozent bei 13.220,07 Punkten aus dem Tag. Der Hang-Seng-Index Hang Seng Börsen-Chart zeigen in Hongkong verlor 0,48 Prozent auf 21.466,26 Punkte. Die Lage an den weltweiten Aktienmärkten bleibe schwierig, schrieb Stratege Stan Shamu von IG Markets. Die jüngste Entwicklung zeige die gestiegene Unsicherheit nach der vorangegangenen Rally.

Solarworld-Titel brechen erneut ein

In den Fokus der Aktien-Händler in Frankfurt am Main gerieten die Titel von Solarworld Börsen-Chart zeigen. Der Verlust des gesamten Grundkapitals hat den Aktienkurs des Industrieunternehmens tief ins Minus gedrückt. Die in Titel des Solarkonzerns brachen um 35,6 Prozent auf 0,59 Cent ein und waren damit größter Verlierer im elektronischen Xetra-Aktienhandel. Im Sog des Kursrutsches von Solarworld sackten die Anteilsscheine von SMA Solar Börsen-Chart zeigen um bis zu 3,8 Prozent auf 16,78 Euro ab und waren damit zeitweise größter Verlierer im TecDax. Im Handelsverlauf grenzten die Papiere ihr Minus auf 0,2 Prozent ein. Auch die Anteilsscheine der Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen haben am Donnerstag deutlich unter einer Mitteilung von Solarworld und einer Abstufung gelitten. Die Titel des Halbleitezulieferers und Spezialchemiekonzerns verloren bis Handelsende knapp 8 Prozent und schlossen bei 50,66 Euro.

Ein Blick auf Deutschlands Aktienleitindex Dax Börsen-Chart zeigen: Infineon-Titel Börsen-Chart zeigen legten um 1,49 Prozent zu. Am Vortag hatten enttäuschende Autoabsatzzahlen in Europa die Titel des Halbleiterherstellers belastet, der auch ein wichtiger Zulieferer für die Autobranche ist. Dagegen fielen die RWE-Papiere Börsen-Chart zeigen am Dax-Ende um 2,48 Prozent. Der Energiekonzern stimmte seine Aktionäre auf schwere Zeiten ein und warnte, nach 2013 sei das derzeitige Ergebnisniveau kaum zu halten. Die Titel von RWE-Konkurrent Eon Börsen-Chart zeigen verloren 1,38 Prozent.

Im MDax Börsen-Chart zeigen verteuerten sich die Gea-Papiere Börsen-Chart zeigen um 1,16 Prozent. Der Maschinenbaukonzern hatte ungeachtet des im ersten Quartal gesunkenen Auftragseingangs die Jahresprognose bestätigt. Dagegen büßten die Aktien der SGL Group am Indexende 9,72 Prozent auf 27,08 Euro ein. Der Kohlenstoffspezialist senkte nach einem überraschend schwachen Jahresstart seine Gewinnprognose.

Der Euro-Kurs Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag nach seinem Kursrutsch vom Vortag wieder etwas berappelt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Morgen bei 1,3047 Dollar nach 1,3031 Dollar am Vorabend in New York. Äußerungen von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatten am Mittwoch Zinsspekulationen ausgelöst und den Euro massiv unter Druck gesetzt. Helaba-Analyst Ralf Umlauf erwartet, dass sich der Euro auf kurze Sicht in einer Handelsspanne zwischen 1,2924 und 1,3120 Dollar bewegen wird.

Die Ölpreise haben am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten wieder angezogen. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete am frühen Nachmittag mit rund 99 Dollar 1,3 Prozent mehr als am Vorabend. US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 87,91 Dollar 1,4 Prozent im Plus.

Die Enwicklung des Kupferpreises hat heute ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Eine Tonne verbilligte sich am Londoner Terminmarkt zeitweise um bis zu 4 Prozent auf 6800 Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit dem 20. Oktober 2011. Bis zum späten Vormittag halbierte der Kontrakt seine Verluste zwar auf knapp 2 Prozent, doch zweifelten Händler an einer nachhaltigen Erholung. Auch die Preise für die übrigen Industriemetalle wie Zinn und Blei gaben in der Spitze 4 und 2 Prozent nach. Aluminium verlor zeitweise 2,4 Prozent auf 1850,25 Dollar je Tonne. Die Nachfrage der Investoren nach Industriemetallen sei durch das langsamere Wachstum in China und eine nur zögerliche Konjunkturerholung in den USA gezügelt worden, erklärte Judy Zhu von Standard Chartered in Shanghai.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag gestützt durch schwache US-Aktienmärkte leicht ins Plus gedreht. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum frühen Abend um 0,02 Prozent auf 146,26 Punkte. Zuvor war er zeitweise bis auf 145,86 Punkte gesunken. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt bei 1,231 Prozent.

kst/dpa-afx/rtr

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