Samstag, 25. Januar 2020

First Solar "Made in USA" bringt den Erfolg

Barack Obama bei einer Rede in Boulder City im US-Bundesstaat Nevada:
Der Buy American Act ist ein Wettbewerbsvorteil für die heimischen Anbieter

Fast 50 Prozent Kursplus an einem Tag: Der Höhenflug des US-Konzerns First Solar basiert auf einer knallharten Umstrukturierung - und der ersten guten Nachricht seit Monaten. Ein Selbstläufer ist das Geschäftsmodell der Amerikaner allerdings nicht.

Hamburg - Größer hätten die Gegensätze an diesem Börsentag kaum sein können. Der einstige Branchenprimus Suntech Börsen-Chart zeigen erhielt zum zweiten Mal in nur sieben Monaten Post von der New Yorker Börse. Der Grund: Die Aktien des chinesischen Unternehmens notieren seit Wochen unterhalb eines Dollars. Zu wenig, um dauerhaft an der Nyse notiert zu sein. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens von weniger als 100 Millionen Euro ist nicht zuletzt die Folge der Ende März verkündeten Pleite der wichtigsten Konzerntochter, des Zell- und Modulherstellers Wuxi Suntech Power. Der Börsenkurs des Unternehmens hat seit dem Höhepunkt Ende 2007 rund 99 Prozent eingebüßt.

Ganz anders klingt da die 50-Prozent-Rally, die der größte US-Spieler im Solarmarkt am Dienstag hingelegt hat. Grund für die Kursexplosion bei First Solar Börsen-Chart zeigen sind die optimistischen Aussichten, die der Konzern Analysten präsentiert hat. Nachdem das 550-Megawatt-Photovoltaikprojekt "Desert Sunlight" in Südkalifornien nun anfängt, Umsätze zu erzielen, rechnet First Solar in diesem Jahr mit Erlösen von 3,8 bis 4,0 Milliarden Dollar.

Der Gewinn je Aktie soll 4,00 bis 4,50 Dollar betragen. Analysten hatten bisher nur mit 3,13 Milliarden Dollar Umsatz und 3,57 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. Auch für 2014 und 2015 gibt sich das Unternehmen optimistischer als die Wall-Street-Experten.

Vertriebschef musste gehen

Noch vor wenigen Monaten hatte es bei First Solar Börsen-Chart zeigen anders ausgesehen. Für das dritte Quartal hatte der US-Dünnschichthersteller deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der Umsatz war im um 17 Prozent gesunken, der Gewinn hatte sich halbiert. Darüber hinaus stutzte Vorstandschef Jim Hughes die Umsatzprognosen. Und auch unmittelbar vor der Analystenkonferenz am Donnerstag gab es wenig Anlass, an eine Kehrtwende zu glauben. Denn nur einen Tag zuvor hatte sich der Konzern "im Einvernehmen" vom bisherigen Vertriebschef James Brown getrennt.

Fast alle Analysten hatten die Aktie der US-Amerikaner auf neutral oder "hold" eingestuft. Eine er wenigen Ausnahmen waren die Analysten der Citigroup. Diese hatten schon Anfang Februar die Neustrukturierung des Konzerns gelobt und die Aktie im Zuge einer 184-seitigen Studie zum Solarmarkt als klaren Kauf empfohlen. Citigroup-Analyst Shahriar Pourreza hob dabei unter anderem die Neustrukturierung der Produktion, die Konzentration auf Wachstumsmärkte und die Hinwendung zum Projektgeschäft hervor.

Sichtbar wurde dieser Wandel personell durch zahlreiche Führungswechsel in den vergangenen zwei Jahren. So hat sich First Solar in dieser Zeit gleich von mehreren Vorständen getrennt - der aktuelle CEO Hughes ist seit Mai 2012 im Amt.

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