Börsenschluss Dax verharrt im Minus - US-Börsen geben nach

Kein Fortkommen zum Wochenstart: Fast auf der Stelle trat der deutsche Aktieleitindex heute, schließlich blieb ein hauchdünnes Minus stehen. Gegen den Trend machten die Henkel-Aktien auf sich aufmerksam - und ein Wert, den viele Anleger im Vorjahr scheinbar schon abgeschrieben hatten.
Handelssaal Frankfurt: Möglicherweise tankt der Dax Kraft für den Sprung über 8000 Punkte

Handelssaal Frankfurt: Möglicherweise tankt der Dax Kraft für den Sprung über 8000 Punkte

Foto: AFP

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag nach seinem Höhenflug der Vorwoche eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax  beendete den Handel mit einem hauchdünnen Minus von 0,03 Prozent auf 7984,29 Punkte. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex erstmals seit Anfang 2008 wieder die viel beachtete Marke von 8000 Punkten geknackt. Der MDax  büßte zum Wochenstart 0,11 Prozent auf 13.338,30 Punkte ein. Der TecDax  gewann dagegen 0,24 Prozent auf 921,27 Punkte.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50  sank um 0,37 Prozent auf 2718,71 Punkte. Der CAC 40  in Paris gab moderat nach, der "Footsie" in London verbuchte ebenfalls Verluste. Und mach vier Handelstagen mit neuen Rekordständen in Serie startete auch der Dow Jones  verhalten in die Woche und tendierte seitwärts. Etwas nach unten ging es für den marktbreiten S&P 500 mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 1549 Punkte. Der technologielastige Nasdaq (Kurswerte anzeigen) fiel um 0,3 Prozent auf 3237 Punkte.

Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets zufolge trübten die Abstufung Italiens durch die Ratingagentur Fitch sowie schwache Wirtschaftsdaten aus China die Stimmung der Anleger. Allerdings seien kleinere Rücksetzer durchaus begrüßenswert, fügte ein anderer Börsianer hinzu. Dies untermauere die Nachhaltigkeit der laufenden Bewegung nach oben.

Am Freitag war der deutsche Leitindex über 8000 Punkte geklettert, konnte dieses Niveau aber nicht halten. "Dass der deutsche Leitindex erstmals seit Januar 2008 wieder die Marke von 8000 Punkten überschritten hat, kann durchaus als positives Zeichen gewertet werden", kommentierten Thomas Hollenbach und Wolfgang Albrecht von der LBBW. Nach Ansicht der Analysten ist eine neue Bestmarke beim Dax nur noch eine Frage der Zeit.

Continental geben kräftig nach

An der Dax-Spitze verteuerten sich die Papiere von Henkel  um bis zu 2,44 Prozent. Die Anteilsscheine des Konsumgüterkonzerns erklommen zwischenzeitlich ein Rekordhoch bei 72,12 Euro. Gleich dahinter verteuerten sich die Anteilscheine von Adidas (Kurswerte anzeigen) nach mehreren positiven Analystenkommentaren um 2,03 Prozent.

Bayer-Aktien  büßten dagegen 0,8 Prozent ein, nachdem die Citigroup die Papiere von der "Focus List Europe" gestrichen hatte. Die Analysten begründeten den Schritt mit der zuletzt guten Kursentwicklung und dem Kurspotenzial von nur noch 12 Prozent zum Ziel von 90,00 Euro.

Dax-Schlusslicht aber waren heute die Continental-Titel  , die zeitweise mit bis zu 2,2 Prozent im Minus rangierten; zum Handelsschluss stand ein Verlust von 1,24 Prozent zu Buche. Händlern zufolge begünstige die Abstufung auf "Equal-weight" durch Morgan Stanley nach dem zuletzt nochmal beschleunigten Anstieg der Aktien Gewinnmitnahmen. Allein seit Ende Februar hatten die Papiere in der Spitze mehr als 12 Prozent zugelegt. Morgan-Stanley-Analyst Edoardo Spina begründete sein neues Votum damit, dass die Gewinnerwartungen des Marktes mittlerweile hoch genug seien und keine Luft nach oben mehr hätten. Das Kursziel hob der Experte trotz reduzierter Ergebnisschätzungen auf 104 Euro, da dieses nun auf den Prognosen für 2014 beruhe.

Cheuvreux hob unterdessen das Ziel für die Aktien des Autozulieferers um zehn auf 110 Euro an und bleibt auf "Outperform". Laut einem Händler begründeten die Experten die Zielerhöhung mit den soliden Resultaten des Konzerns in der Vorwoche.

Im MDax  sackten die Papiere von ElringKlinger  als schwächster Wert um weitere 4,64 Prozent ab. Zahlreiche Analysten stuften die Papiere in Reaktion auf die Ende der Vorwoche vorgelegten, enttäuscht aufgenommenen Resultate ab. Bereits am Freitag waren die Papiere des Automobilzulieferers um mehr als 14 Prozent eingebrochen.

Freundlicher sah es für die Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex  aus. Diese zogen an der Spitze des TecDax  um 15 Prozent an. Zwar rutschte das Unternehmen 2012 tiefer in die roten Zahlen, für 2013 rechnet der Vorstand aber mit einem Anstieg der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) auf zwei bis drei Prozent.

Euro und Öl leichter

Der Euro  kostete 1,3010 Dollar und damit einen halben Cent mehr als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2994 (Freitag: 1,3090) Dollar festgesetzt. Ein Dollar  war zuletzt 0,7695 (0,7639) Euro wert.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stand unverändert bei 134,38 Punkten. Der Bund-Future fiel um 0,07 Prozent auf 142,61 Punkte

Die Ölpreise notierten schwach. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur April-Lieferung 110,46 Dollar. Das waren 39 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um 16 Cent auf 91,79 Dollar.

Händler nannten schwache Konjunkturdaten aus Asien als Grund für die schlechtere Stimmung am Ölmarkt. Insbesondere Zahlen aus der chinesischen Industrie hätten enttäuscht. Daten aus Japan sorgten für zusätzliche Ernüchterung. Dort sind die großvolumigen Bestellungen für Maschinen - ein Indikator für die Investitionsnachfrage der Unternehmen - deutlich gesunken.

ts/dpa-afx
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