Montag, 16. September 2019

Großaktionär Kühne "Hapag-Lloyd wird an die Börse gehen"

Will die Fusion mit dem Wettbewerber Hamburg Süd: Klaus-Michael Kühne, Transportunternehmer und Großaktionär der Reederei Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne strebt eine Fusion der Reederei mit dem Wettbewerber Hamburg Süd an. Das neue Unternehmen soll danach an die Börse. Doch auch ohne Fusion will der Manager Hapag Lloyd an die Börse bringen.

Berlin - Der Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne besteht bei einem Zusammenschluss von Hapag-Lloyd und Hamburg Süd auf einen Börsengang. "Ob mit oder ohne Hamburg Süd, Hapag-Lloyd wird an die Börse gehen", sagte Kühne der Tageszeitung "Die Welt".

Er räumte ein, dass die Fusionspläne mit der Oetker-Tochter daran scheitern könnten. Bis zum Juni 2013 erwarte er Klarheit über die Bewertungen der beiden Reedereien, bis zum Herbst könnten Verträge ausgearbeitet sein.

Der Großaktionär von Hapag-Lloyd will zusammen mit August Oetker, zu dessen Familie Hamburg Süd gehört, die viertgrößte Reederei der Welt schaffen. "Ich favorisiere eine Partnerschaft mit Oetker, nicht eine Übernahme durch Oetker", sagte Kühne dem Blatt. Er sprach von einem Zusammenschluss auf Augenhöhe.

Für den Börsengang der neuen Großreederei aus Hapag-Lloyd und Hamburg Süd sehe er einen Zeithorizont von zwei bis drei Jahren. Ein Grund dafür: Über diesen Weg will der Touristikkonzern Tui, der noch mit 22 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt ist, aus der Schifffahrt aussteigen.

Kühne will nach IPO langfristig eine Sperrminorität halten

Zudem braucht die Reederei aus Sicht von Kühne die Möglichkeit zu wachsen. Nach einem Börsengang solle Oetker mit etwa 40 Prozent beteiligt sein. Kühne selbst will auf lange Sicht eine Sperrminorität von 25 Prozent halten. Der Rest der Anteile solle an der Börse gehandelt werden.

Mit einem größeren Stellenabbau rechnet Kühne unterdessen nicht. "Bei einem Zusammenschluss dürfte erfreulicherweise kein großer Kahlschlag notwendig werden", sagte er. Die Reedereien passten ideal zueinander, ihre Geschäftsgebiete ergänzten sich eher, als dass sie sich überschnitten.

Ohne einen Zusammenschluss sieht Kühne die Lage für beide Reedereien kritisch. Hapag-Lloyd sei zu klein, um auf Dauer gegenüber den drei Branchenriesen Maersk, CMA-CGM aus Frankreich und MSC aus der Schweiz bestehen zu können. Ähnliches gelte auch für Hamburg Süd.

Die beiden größten deutschen Reedereien hatten im Dezember angekündigt, einen Zusammenschluss zu prüfen, um sich gegen die Branchenkrise zu stemmen. Wenn die Geschäftszahlen vorliegen, soll mit der Bewertung der Unternehmen begonnen werden. Diese könnte dann Grundlage für die Anteilsverhältnisse an einem Gemeinschaftsunternehmen werden - vorausgesetzt, die Unternehmen einigen sich.

rei/dpa-afx/rtr

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