Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Zschaber!

Ein bärenstarker deutscher Chemiegigant, ein Weltkonzern, der seinesgleichen sucht, und eine Leitindex unterwegs zu einem Meilenstein. Die wöchentliche Show der markantesten Börsenkurse auf manager magazin online - heute von Börsenprofi Markus Zschaber.
Foto: manager magazin online / Foto: DPA

BASF - der Klassenbeste

Quartalszahlen, die in diesem Umfeld besonders zu würdigen sind, kamen in dieser Woche vom Chemiegiganten BASF . Gern wird das Unternehmen als defensiver Zykliker betrachtet, der natürlich in einer hohen Abhängigkeit von Nachfragezyklen steht. Aber die globale Positionierung im Sektor Chemie und die Preissetzungsmacht, gerade in den Sparten Chemie, Kunststoffe und Veredelungsprodukte, setzen Maßstäbe.

Auch der Bereich im Agrar- und Gesundheit konnte einen hohen Anteil zum Jahresgewinn zusteuern und eine solide Basis für die Zukunft bilden. Für die Anleger bleibt BASF der Klassenbeste, eine bereinigte operative Umsatzmarge in Höhe von 11,5 Prozent und ein Jahresgewinn von gut 2,45 Milliarden Euro, sowie die Aussage des Vorstandes, den Unternehmensrekordkurs fortzusetzen, verheißen somit nur Gutes. Ein Wert, den Anleger in jeder Anlagestrategie unseres Haues berechtigterweise auch weiterhin wieder finden werden.

Bankia - Wende fraglich

Foto: manager magazin online / Foto: DPA

Kaum ein anderes, europäisches Kriseninstitut sorgte für einen derart hohen Rekordverlust wie die spanische Bankia. Sage und schreibe 19 Milliarden Euro musste das Institut hinnehmen, wohlgemerkt trotz diverser Kapitalspritzen und der Rettung durch den spanischen Staat. Das Argument, das Institut sei auf Grund des Zusammenbruchs des spanischen Immobilienmarktes und der Verschärfung der Schuldenkrise in diese missliche Lage geraten, ist zwar generell richtig.

Aber die Probleme resultieren auch aus einer vollkommen falschen Firmenpolitik im Zusammenhang mit Finanzierungen im vermeintlich fremdfinanzierten Immobilienboom und einem Missmanagement auf Bankenebene. Ob ein Sanierungskurs die Wende bringen kann, ist fraglich - zunächst hat das Geldhaus Hilfen von über 18 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt. Leider wird auch der mehr als angeschlagene Arbeitsmarkt erneut darunter leiden, denn tausende Stellen werden wohl geopfert werden.

Sturm Ruger - Waffen als Gewinnbringer

Foto: manager magazin online / Foto: Reuters

Waffen sind das Großgeschäft in den USA. Nur wenige Anleger werfen einen Blick auf die Marktführer "Sturm Ruger" und "Smith & Wesson", denn ethische Gründe schrecken verständlicherweise doch häufig ab. Dennoch ist es ein lohnendes Geschäftsfeld. Das zeigte diese Woche die Veröffentlichung der Zahlen mit einer Umsatzsteigerung von 50 Prozent, auf einen Gesamtumsatz in Höhe von knapp 500 Millionen Dollar und einem Gewinn, der um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstieg. Das Unternehmen Sturm Ruger übertraf damit sämtliche Analysen und konnte in der Pistolen-, Gewehr- und Jagdwaffenproduktion seine Position weiter ausbauen.

Festzustellen ist, dass die Nachfrage nach Waffen in den USA, trotz verschiedenster neuer Gesetzesentwürfe zur Kontrolle beim Erwerb oder Besitz der Waffen weiter kontinuierlich ansteiget. Anleger, die in Sturm Ruger investierten, konnten innerhalb der vergangenen 24 Monate satte 250 Prozent an Kursgewinnen und Dividenden mit den Aktien verdienen.

Deutsche Telekom - ungewisse Zukunft

Foto: manager magazin online / Foto: AFP

Mit einem Paukenschlag wurde der Verlust der Deutschen Telekom bekannt gegeben, der einen Betrag von 5,3 Milliarden Euro ausmachte. Grund ist und bleibt das schwierige USA-Geschäft und die Wertminderung um rund 7,4 Milliarden Euro der T-Mobile USA. Die zukünftige Fusion mit dem einen Konkurrenten und weitere Investitionen, das sind die Pläne des Vorstandes - und berechtigterweise fragt man sich, ob das wohl gut geht?

Für den Anleger heißt es zunächst, die Dividenden werden gezahlt, was wichtig ist, denn nur mittels der Dividenden konnte der Anleger über die letzten fünf Jahre überhaupt noch Geld mit dem Papier verdienen.

In den 90ern, kurz vor der New Economy Krise, war die Deutsche Telekom  des Anlegers liebstes Kind - viele erinnern sich noch Schmerzhaft an den Kursverlust von 90 Prozent. 2002 verbuchte die Telekom einen Verlust von 24,6 Milliarden Euro. Das war der größte Fehlbetrag, den ein deutsches Unternehmen bis dahin eingefahren hatte.

Doch was hat sich seit dem verändert? Sowohl Kunden als auch Marktanteile werden verloren, der technologische Wandel geht schnell, die Kosten in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Lizenzen gehen in die Milliarden. Eines steht immer noch fest: An den Ausflügen und Akquisition mit Fremdbeteiligungen, die um die Jahrtausendwende eingeleitet worden waren, unter anderem in den USA, hat das Unternehmen noch lange zu leiden. Dieses waren klassische Fehlentscheidungen des Managements. Und die Frage ist: Was hat die aktuelle Führungsspitze in den vergangenen sechs Jahren verändert?

Adidas - sportlicher Wettstreit

Foto: manager magazin online / Foto: DPA

Beim Sport geht es um Geld, viel Geld und das zeigt sich auch bei Puma  und Adidas . Ob es ein ewiger Wettkampf zwischen den beiden ist, bleibt fraglich. Es geht um Marketing, Champions League und neue Produkte, Werbeetats, Sportler und das gesamte Bild des Sports bis hin zu Lifestyle.

Am Aktienkurs lässt sich einiges ablesen. Denn der Aktionär möchte sich mit seinem Liebling nicht nur identifizieren, sondern auch Geld verdienen. Das gelingt derzeit am besten bei Adidas, mit einem Kursplus von über 50 Prozent innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Da trägt man doch auch selbst gern einmal ein Produkt mit den drei Streifen.

Nun geht es um die Zukunft. Auch in Asien - einem Sportkonsumparadies - hat sich Adidas durchgesetzt, ebenso in Russland. Zudem wächst man weiterhin in den USA und Europa. Bei einem Umsatz von knapp 15 Milliarden Euro in 2012 darf man gespannt auf die Zukunft sein.

Colgate Palmolive - ein Weltkonzern, der seinesgleichen sucht

Foto: manager magazin online / Foto: Reuters

Bei diesem Namen denken die meisten zunächst an Mund- und Körperpflege. Zudem gibt es die zwei weiteren Schwerpunktbereiche Haushaltspflege und Tiernahrung. Fast unbemerkt von den Anlegern und dem Kapitalmarkt hat sich hier ein Weltkonzern entwickelt, der mit seiner globalen Absatzstrategie, insbesondere auch in den Emerging Markets, über einen Wettbewerbs- und Qualitätsvorteil verfügt, der seinesgleichen sucht.

Mit mehr als 13,8 Milliarden US-Dollar Umsatz glänzt der US-Konsumgüterriese und macht uns viel Freude in den Anlegerdepots. Die Aktie verzeichnet einen Wertzuwachs von knapp 50 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre. Sie bleibt aus unserer Sicht weiterhin empfehlenswert und wird sich in vielen Kundendepots wiederfinden.

Dax wird die 10.000 Punkte sehen

Foto: manager magazin online / Foto: DPA

Die Gretchenfrage der meisten Anleger und Marktteilnehmer ist derzeit: Der Dax  legte 2012 rund 29 Prozent zu, geht es weiter mit dieser positiven Kursentwicklung?

Ein klares "Ja" von unserer Seite!

Zunächst gilt es generell zu verstehen, was sich hinter dem Index verbirgt. Es sind die 30 wertvollsten, größten und umsatzstärksten Unternehmen - um es einmal einfach auszudrücken - die es in Deutschland gibt. Es sind die unterschiedlichsten Branchen und Werte und nicht jeder Wert und jede Branche werden gleichermaßen wachsen.

Der Index repräsentiert somit die Werte, die die Qualität, die Leistungsbilanz, die Ertragskraft und vieles mehr der deutschen Wirtschaft widerspiegeln. Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, niedrige Lohnstückkosten, ein hohes Maß an technologischer Innovation, hocheffiziente Produktion und ein starker Export - all dieses steht für deutsche Unternehmen, die gerade aus den Emerging Markets eine unheimlich hohe Nachfrage nach Qualitätsgütern erfahren.

Eine kleine Einschränkung möchten wir geben, in Bezug auf Europa. Sollte sich hier das Klima - bedingt beispielsweise durch Italien - erneut verschlechtern, so wird sich die Dax-Entwicklung verzögern. Aber die Prognose bleibt unverändert, auch unter dem Gesichtspunkt der geschaffenen Rettungsinstanzen ESM, EFSF und der Einsatz der EZB-Notenbank, geleitet von der Aussage, dass EZB-Präsident Mario Draghi die Liquidität bereit stellt. Sozusagen eine Geldschwemme, damit es nicht zur Verschärfung kommt - zum Nachteil der Inflation sicherlich.

Das Szenario Dax 10.000 Punkte - ja! Derzeit ist der Dax sicherlich bei 8300 Punkten fair bewertet, aber das Thema Inflation und die daraus resultierende Erkenntnis der Bevölkerung, dass Sparvermögen entwertet wird, wird einen Run unter anderem auf Aktien auslösen. Da stehen die deutschen Werte ganz oben auf der Kaufliste. Wir investieren derzeit auch über ETFs in den Gesamtmarkt, inklusive MDax etc.