Börse Dax verliert mehr als 2 Prozent - Commerzbank-Aktien brechen ein

Neue Sorgen um Spanien und Italien haben den Dax am Montag tief ins Minus gerissen. Die Aktien der Commerzbank, aber auch viele schwer gewichtete Industrietitel brechen ein. An der Wall Street bauen die Indizes ebenfalls ihre Verluste aus.
Commerzbank-Filiale und -Zentrale (r.) in Frankfurt: Die Bank weist im abgelaufenen Geschäftsjahr einen winzigen Gewinn aus

Commerzbank-Filiale und -Zentrale (r.) in Frankfurt: Die Bank weist im abgelaufenen Geschäftsjahr einen winzigen Gewinn aus

Foto: dapd

New York / Frankfurt am Main - Beschleunigte Talfahrt an den Börsen: Der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) riss am Montag die Marken von 7800 und 7700 Punkten. Zum Handelsschluss büßte er 2,5 Prozent auf 7638 Punkte ein und schloss auf dem niedrigsten Stand seit Ende Dezember.

Der MDax (Kurswerte anzeigen) fiel um 1,5 Prozent auf 12.560 Punkte, und der TecDax (Kurswerte anzeigen) sank um 0,8 Prozent auf 873 Punkte.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten Commerzbank (Kurswerte anzeigen) , Volkwagen, Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) und BASF (Kurswerte anzeigen) mit Verlusten zwischen 3 und 6 Prozent.

Auch die New Yorker Börse folgte dem Abwärtstrend der europäischen Börsen, wo die Anleger angesichts neuer Spekulationen über die Stabilität Spaniens und Italiens Kasse machten. Der Dow Jones  fiel bis 17.45 Uhr MEZ um 0,8 Prozent auf 13.891 Punkte. Der Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) gab 1,3 Prozent ab.

Korruptionsvorwürfe gegen Regierungspartei in Spanien

Börsianer erklärten den Kursrutsch mit neuen politischen Sorgen in der Euro-Zone, speziell wegen der in Spanien kursierenden Korruptionsvorwürfe gegen die Regierungspartei. "Ein drohendes Ende für Ministerpräsident Mariano Rajoy und seine Partei würde die derzeit laufende Haushaltskonsolidierung in Spanien untergraben", sagte Marktexperte Ishaq Siddiqi von ETX Capital.

Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Der Chef der oppositionellen Sozialisten, Alfredo Perez Rubalcaba, forderte Rajoy zum Rücktritt auf. Der Leitindex in Madrid brach um 3,8 Prozent ein.

Bankenskandal in Italien weitet sich aus

In Italien wird unterdessen die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi zunehmend zu einem Thema der Innenpolitik. Anleger fürchten, dass die Affäre dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Ende des Monats soll gewählt werden. Angeführt von deutlichen Kursverlusten bei den Finanzwerten stürzte der italienische Leitindex um 4,5 Prozent ab. UniCredit, Banco Popolare und Monte Paschi verloren zwischen 8,3 und 4,3 Prozent.

"Sowohl in Spanien als auch in Italien würden etwaige Regierungswechsel den eingeschlagenen Reform- und Konsolidierungskurs zur Disposition stellen", begründete Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets die Nervosität der Anleger. Der EuroStoxx50 gab drei Prozent auf 2629 Punkte nach.

Euro fällt unter Marke von 1,37 US-Dollar

Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,35434 Dollar zurück, nachdem sie am Freitag noch bei 1,3711 Dollar notiert hatte. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Renditen zogen auf 5,454 und 4,513 Prozent an. Zu Wochenschluss hatten sie jeweils bei 5,215 und 4,330 Prozent gelegen.

Der Absturz der Commerzbank-Aktie

Am deutschen Aktienmarkt gaben die Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) um knapp 6 Prozent auf 1,51 Euro nach und waren damit so billig wie seit Anfang Januar nicht mehr. Sonderabschreibungen belasteten das Geldhaus mit fast einer Milliarde Euro, weshalb 2012 unter dem Strich nur ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig blieb. Ein Jahr zuvor waren es noch 638 Millionen gewesen. Im vierten Quartal allein verbuchte die Bank 720 Millionen Euro Verlust.

Händlern zufolge hofften einige Anleger, dass die Commerzbank ähnlich wie die Deutsche Bank  ihre Bilanz nun um die meisten Problemfelder bereinigt habe. Angesichts der schlechten Gesamtstimmung am Markt helfe das der Commerzbank-Aktie aber nicht. Die Titel der Deutschen Bank verloren 3,4 Prozent.

Im Index mittelgroßer Werte gingen größere Kursbewegungen ebenfalls von Analystenkommentaren aus: Symrise  waren deshalb mit plus 3,3 Prozent der Spitzenreiter, während Hugo Boss  und Fielmann  mit Abgaben von 1,3 und 2,9 Prozent die letzten Ränge einnahmen. Auch Hannover Rück  lagen nach Aussagen zu den Preiserneuerungen moderat im Minus

Ölpreise sinken

Öl notierte leichter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur März-Lieferung kostete am Morgen 116,46 Dollar (Kurswerte anzeigen). Das waren 30 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um 24 Cent auf 97,53 Dollar. Die Verluste folgen auf eine Woche mit spürbaren Kursgewinnen. Vor allem der schwache Dollar wird von Experten als unterstützender Faktor genannt. Denn im Gegenzug wird Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger, was die Ölnachfrage etwas belebt.

ts/dpa-afx