Montag, 17. Februar 2020

Börsengang LEG-Eigner kassieren 1,3 Milliarden Euro

LEG-Zentrale in Düsseldorf: Für die Finanzinvestoren hat sich der Deal gelohnt

Der erste Börsengang des Jahres in Deutschland ist wohl geglückt. Für die Aktien des Wohnungskonzerns LEG zeichnet sich laut Finanzkreisen ein Ausgabepreis um 45 Euro ab. Damit wird es das zweitgrößte IPO seit 2008, und ein gutes Geschäft für die beteiligten Fonds.

Frankfurt am Main - Die Eigentümer der LEG Immobilien, die Finanzinvestoren Whitehall und Perry Capital, können mit einem Erlös zwischen 1,34 und 1,37 Milliarden Euro rechnen. Die begleitenden Banken hätten Investoren mitgeteilt, dass sie mit Zeichnungsaufträgen unter 44 Euro keine Chance auf eine Zuteilung hätten, sagten drei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Die Zeichnungsfrist war am Mittag abgelaufen, der Ausgabepreis sollte am Abend festgelegt werden. LEG Immobilien ist damit der zweitgrößte Börsengang in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland. Mit einem Börsenwert von gut 2,3 Milliarden Euro könnte die LEG rasch mit einem Aufstieg in den Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen rechnen. Dort sind mit Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen, Gagfah Börsen-Chart zeigen, GSW Börsen-Chart zeigen und TAG Börsen-Chart zeigen bereits vier Immobiliengesellschaften vertreten, die LEG wäre die größte davon. Der Börsenwert entspricht in etwa dem Nettovermögenswert (NAV) der Wohnungen.

Im Oktober hatte die Telefonica-Deutschland-Tochter O2 der Mutter Börsen-Chart zeigen beim Börsengang mehr als 1,4 Milliarden Euro eingebracht. O2 beendete damit eine seit 2007 währende Durststrecke am Markt für milliardenschwere Aktienemissionen.

LEG Immobilien wird von der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, die die Whitehall-Fonds aufgelegt hatte, und von der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen an die Frankfurter Börse gebracht. LEG nutzte die erste Gelegenheit im Jahr, den Schritt an den Aktienmarkt zu machen. Weitere größere Börsengänge werden frühestens im April erwartet.

Lukrativer Ausstieg für beteiligte Hedgefonds

Der Erfolg der LEG-Platzierung hatte sich abgezeichnet: Am Dienstag meldeten die Banken Interessenten, dass die Nachfrage für die gut 30 Millionen Aktien in der Mitte der von 41 bis 47 Euro reichenden Preisspanne bereits ausreiche. Inoffiziell lag die Spanne seither bei 43 bis 45 Euro. Nun hieß es, auch bei 45 Euro lägen genügend Angebote vor. Doch sind die Emittenten und Banken oft wählerisch: Sie wollen nicht zu viele Aktien an kurzfristig orientierte Investoren ausgeben, um einen Kursrutsch nach der Erstnotiz zu vermeiden. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Emission bei 44 Euro drei- bis viermal überzeichnet sein wird", sagte ein beteiligter Banker.

Die Düsseldorfer LEG Immobilien ist mit 91.000 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen einer der größten privaten Wohnungseigner in Deutschland. Nach dem Börsengang sollen bis zu 57,5 Prozent der Aktien im Streubesitz sein. Whitehall hält dann noch 33 Prozent, der Hedgefonds Perry Capital reduziert seine Beteiligung leicht auf knapp 10 Prozent.

Der Ausstieg ist für beide lukrativ: Whitehall und Perry hatten 2008 rund 3,4 Milliarden Euro an das Land Nordrhein-Westfalen gezahlt, einschließlich 2,6 Milliarden Euro Schulden. Von den Verbindlichkeiten wurde wenig abgetragen, dafür zogen die beiden 350 Millionen Euro aus der LEG heraus. Dem Düsseldorfer Konzern bleiben aber nach eigenen Angaben noch 170 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Sie reichten für den Kauf von weiteren 10.000 Wohnungen in den kommenden zwei Jahren. Zudem lockt die LEG die Investoren mit einer hohen Dividende.

ak/dpa-afx

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