Montag, 14. Oktober 2019

Börse MDax auf Rekordhoch - Nebenwerte als Krisengewinner

Händler in Frankfurt: Verschnaufpause nach den Gewinnen vom Vortag

Nach der Kursrally vom Vortag schließt der Dax erneut im Plus. Auch die US-Börsen legen zu. Der MDax steigt auf ein Rekordhoch - die Nebenwerte sind in der Krise stark gefragt.

Frankfurt am Main - Der Dax Börsen-Chart zeigen legte am Mittwoch bis zum Handelsschluss auf Xetra um 0,3 Prozent auf 7394 Punkte zu. Am Dienstag hatte der Leitindex 1,6 Prozent höher geschlossen.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen ging es um 0,7 Prozent auf 11.554 Punkte nach oben. Damit gelang es dem Index der mittelgroßen Werte, sein Rekordhoch aus dem Jahr 2007 zu übertreffen.

Der deutsche Mittelstand ist Börsianern zufolge für viele Anleger derzeit Trumpf. Geschätzt werde vor allem das starke Engagement der mittelgroßen Firmen in den Schwellenländern und in den USA, das einen gewissen Schutz gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa bietet.

Positives und Negatives halte sich die Waage, sagte ein Händler. Die freundliche Stimmung in Übersee treffe hierzulande auf unfruchtbaren Boden, da im Duell der US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zurück geschlagen habe. In der Finanzbranche wird auf den Republikaner Mitt Romney als neuen Präsidenten gehofft.

Wall Street kaum verändert - Intel und IBM enttäuschen

Die US-Börsen sind am Mittwoch nach ihren jüngsten Kursgewinnen kaum verändert in den Handel gestartet. Enttäuschende Zahlen aus dem Technologiesektor belasteten die Stimmung und drängten starke Daten vom Immobilienmarkt in den Hintergrund.

Insbesondere die am Vorabend vorgelegten Zahlen des IT-Konzerns IBM Börsen-Chart zeigen und des Chipherstellers Intel Börsen-Chart zeigen drückten auf die Stimmung. Dem gegenüber standen die Baubeginne und Baugenehmigungen, die im September jeweils die Markterwartungen übertroffen hatten. Sie knüpften damit an gute Produktionsdaten an, die am Vortag schon die Märkte gestützt hatten.

Nach zuletzt drei Tagen mit positiven Vorzeichen gab der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Geschäft knapp um 0,12 Prozent auf 13.534,96 Punkte nach. Belastet wurde er vor allem vom Kursrückgang bei den schwergewichtigen IBM-Aktien.

Die technologielastigen Indizes an der Nasdaq Börsen-Chart zeigen kamen kaum von der Stelle: Der Composite-Index behauptete ein dünnes Plus von 0,03 Prozent auf 3.102,12 Punkte.

Banktitel erneut gefragt

Im Dax zählten die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigenerneut zu den Favoriten und stiegen um 1,41 Prozent. Die Titel der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigengewannen 0,62 Prozent hinzu. Beide hatten bereits am Vortag bis zu 5 Prozent hinzugewonnen.

Die Titel von SAP Börsen-Chart zeigenhingegen waren schwächster Wert mit einem Abschlag von 0,65 Prozent. Die Anteilsscheine von Infineon Börsen-Chart zeigensanken um 0,10 Prozent und die von Wacker Chemie Börsen-Chart zeigenum 1,21 Prozent. Börsianer gaben als Grund vor allem die enttäuschenden Zahlen der US-Konzerne Intelund IBMan.

MDax: Metro legt deutlich zu

Im Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen sorgten darüber hinaus Analystenkommentare für Bewegung. Metro verteuerten sich um 4,6 Prozent auf 21,33 Euro, nachdem Kepler die Aktien auf "Hold" von "Reduce" hochgenommen hat.

Schlechte Karten hatten dagegen Kuka, die sich um 5,5 Prozent verbilligten. Die Analysten der HSBC gehen davon aus, dass die Nachfrage aus der Automobilindustrie 2013 zumindest zeitweise nachlassen dürfte. Sie stuften die Aktien des Roboter- und Anlagenbauers herunter auf "Underweight" von "Neutral".

Auf der Verliererseite standen zudem HHLA, die zwei Prozent verloren. Die Titel des Hamburger Hafen- und Logistikkonzerns sackten ab, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einem Eilantrag von Umweltverbänden stattgegeben hatte, die die geplante Elbvertiefung stoppen wollen.

Euro steigt über 1,30 Dollar

Die Aussicht auf eine baldige Lösung der spanischen Finanzprobleme hat dem Euro Börsen-Chart zeigen Rückenwind gegeben. Die Gemeinschaftswährung stieg bis auf 1,3124 (spätes Vortagesgeschäft: 1,3052) Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Monat. "Es sieht so aus, als ob Bewegung in die Spanien-Misere kommt", sagte ein Händler. Investoren stellten sich darauf ein, dass die Regierung in Madrid einen Hilfsantrag stellen werde. Selbst wenn sie dann potenzielle Kreditlinien nicht nutzen würde, könnten Anleger darauf setzen, dass die EZB ihr Anleihenkaufprogramm startet. "Diese Annahme hält den Markt im Moment in Bewegung", so der Händler.

Am Rentenmarkt fiel die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihen auf 5,58 von 5,81 Prozent im späten Vortagesgeschäft. Auch hier setzten die Investoren Händlern zufolge auf einen baldigen Start der EZB-Anleihenkäufe. Der Bund-Future war kaum gefragt; der Kontrakt gab um 45 Ticks auf 140,32 Zähler nach.

Ölpreise kaum verändert nach Vortageshoch

Die Ölpreise haben sich mit der Hoffnung auf eine Entspannung in der Euro-Schuldenkrise und nach guten US-Konjunkturdaten in der Nähe des Ein-Monatshochs gehalten. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Dezember 113,89 Dollar. Das waren 11 Cent weniger als am Vortag. Am vergangenen Donnerstag hatte der Brent-Preis bei knapp unter 115 Dollar den höchsten Stand seit Mitte September erreicht. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) zur November-Lieferung verteuerte sich um 19 Cent auf 92,28 Dollar und stand damit ebenfalls in der Nähe des Ein-Monatshochs bei knapp unter 94 Dollar.

Die Ölpreise werden nach Einschätzung von Händlern von der Hoffnung auf eine Entspannung in der Euro-Schuldenkrise gestützt. In der vergangenen Nacht hatte die Ratingagentur Moody's das angeschlagene Spanien vor einer weiteren Herabstufung verschont und die Kreditbewertung des Euro-Landes bestätigt. Zuvor hatten bereits unerwartet positive Konjunkturdaten aus den USA die Ölpreise stabil auf hohen Niveau gehalten. In der größten Volkswirtschaft der Welt stieg die Industrieproduktion im September stärker als erwartet.

mg/dpa-afx

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