Freitag, 15. November 2019

Investition in Sachwerte Mit Sicherheit weniger Geld

Aktien, Immobilien, Gold und Co.: Assetklassen im Renditevergleich
AFP

2. Teil: Dax-Rekord in Sicht?

Die Gründe dafür dürften zum Teil in der starken Börsen-Performance bis dato liegen. Zum Teil spielen jedoch auch andere Aspekte eine Rolle. So wird beispielsweise auch Aktien mitunter ein sachwertähnlicher Charakter zugeschrieben. Immerhin gibt es als Gegenwert ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen, dass sich auch in der schlimmsten Krise nicht unbedingt plötzlich in Luft auflösen wird. Zudem verfügen manche, vor allem große Konzerne über eine erhebliche Preissetzungsmacht in ihren Märkten - heruntergebrochen auf die Anteilsscheine lässt sich daraus durchaus die Möglichkeit zur Absicherung gegen die Inflation ableiten.

Bleibt die Frage, ob die Börse auch künftig so stark performen wird wie bisher. Vieles wird vom Verhalten der Zentralbanken abhängen, die mit ihrer Liquiditätsflut schon bisher die Kurshausse stark angetrieben haben. Allen voran die Europäischen Zentralbank (EZB), die den Euro Börsen-Chart zeigen um jeden Preis stützen und dazu Anleihen schwächelnder Länder kaufen will, womöglich bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Auf der anderen Seite steht die bereits stark erkennbare Eintrübung der Konjunktur, die früher oder später auf die Unternehmensgewinne drücken dürfte. Nicht nur die Absätze im Autobau brechen bereits ein, auch in der Elektroindustrie und im Maschinenbau kommen die Einschläge näher - weitere Branchen dürften folgen.

Und die Prognosen sehen nicht rosig aus. Die Wirtschaftsleistung Europas wird nach dem zweiten und dritten ebenso im vierten Quartal sinken, sagt das Ifo-Institut. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in der gesamten Euro-Zone 2012 ein Minus von 0,4 Prozent. Und für 2013 haben die führenden Institute in ihrem Herbstgutachten erst am Donnerstag ihre Prognose halbiert, von bisher 2 Prozent erwarteten Wachstums auf jetzt nur noch 1 Prozent.

Dax-Rekord in Sicht?

Bei den Börsianern jedoch überwiegt trotz allem offenbar der Optimismus. Speziell in Europa seien die Aktienkurse den Unternehmensgewinnen zwar weit vorausgeeilt, sagt etwa Ad van Tiggelen, Investmentexperte von ING. Mit Blick auf die Aktivitäten der Notenbanken sieht er aber dennoch weitere Chancen für Kurssteigerungen.

So ähnlich klingt auch die Einschätzung des internationalen Investmenthauses Fidelity. "In einem Umfeld, in dem die Notenbanken in großem Ausmaß Geld drucken, sind Aktien die attraktivste Alternative", findet Fondsmanager Amit Lodha. Er rät zu Unternehmen, die durch Ölquellen, Immobilien oder ähnlich Substanzielles abgesichert sind. "Denn dadurch ist es wahrscheinlicher, dass diese Wertpapiere der Inflation trotzen", so Lodha.

Besonders bullisch schließlich ist die Firma Bantleon. Das Unternehmen, von Haus aus Anleihemanager und damit kaum der übermäßigen Börseneuphorie verdächtig, verweist ebenfalls auf die Rückendeckung durch die EZB - und prognostiziert einen Anstieg des Dax noch über den bisherigen Höchststand von 8151 Punkten in den kommenden sechs bis neun Monaten.

Ob das wirklich eintritt, bleibt abzuwarten. Das Jahr 2012 jedenfalls wäre dann endgültig eines der stärksten seit langem.

Fotostrecke: Aktien, Immobilien, Gold und Co. im Renditevergleich

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