Börsenschluss Dax fällt dritten Tag in Folge zurück

Nach zwei schwachen Tagen hat der Dax keine echte Stabilisierung geschafft: Auch am dritten Tag dominieren die roten Minuszeichen, Deutschlands bedeutendstes Börsenbarometer schloss moderat in den roten Zahlen. Gegen den Trend legten EADS-Aktien zu.
Börse Frankfurt: Unsicherheit auf dem Parkett

Börse Frankfurt: Unsicherheit auf dem Parkett

Foto: REUTERS

Frankfurt am Main - Keine Trendwende an der Börse: Der Dax  fällt weiter zurück. Der Frankfurter Leitindex hat am Mittwoch 0,41 Prozent verloren und schloss mit 7205,23 Punkten Seit Wochenbeginn hat er damit bereits rund 3 Prozent an Wert verloren. "Wenn man sich die Wirtschaftsdaten anschaut, überwiegen eben auch die negativen Perspektiven", sagte ICF-Analyst Klaus Stabel mit Blick auf die jüngsten Prognosesenkungen für die Weltkonjunktur durch den IWF. Der technologielastige TecDax  gab sogar um 1,31 Prozent auf 809,40 Stellen nach, der Der MDax  mittelgroßer Werte schaffte dagegen aufgrund der Sonderkonjunktur zweier einzelnen Aktien ein Plus von 0,36 Prozent auf 11.244,26 Punkte.

Kaum anders das Bild an den anderen bedeutenden Handelsplätzen Europas. Der EuroStoxx 50  schloss 0,63 Prozent schwächer bei 2456,54 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben um jeweils gut ein halbes Prozent nach.

Auch die Aktienmärkte in Asien haben am Mittwoch mit dem Start der Berichtssaison der Unternehmen auf breiter Front nachgegeben. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index (Kurswerte anzeigen) mit einem Minus von 1,97 Prozent bei 8596,23 Zählern aus dem Handel und fiel damit auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. An den übrigen asiatischen Märkten fiel der Abwärtstrend schwächer aus. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan lag rund 0,5 Prozent im Minus. Auch an der Wall Street bewegen sich die US-Indizes nach unten: Der Dow-Jones-Dow-Industrial-Index  verlor bis zum Mittag New Yorker Zeit 0,5 Prozent auf 13.400 Indexstellen.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich heute erneut auf EADS (Kurswerte anzeigen). Die geplante Rüstungsfusion des Luft- und Raumfahrtkonzerns mit BAE Systems ist endgültig gescheitert. Nun werden laut Händlern spekulative Positionen glattgestellt - zugunsten von EADS und zulasten von BAE Systems . Die EADS-Aktien gewannen an der MDax-Spitze 5,02 Prozent, während BAE in London um mehr als ein Prozent nachgaben. Zweitbester Wert im MDax waren die Titel des Indexneulings MAN (Kurswerte anzeigen). Sie verteuerten sich dank einer Hochstufung durch die Deutsche Bank um 2,40 Prozent.

Im Dax gehörten die Bankentitel neben defensiven Werten zu den Favoriten. Dabei waren die Papiere der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) mit plus 0,9 Prozent besonders gefragt. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times", wonach die britische Finanzaufsicht FSA aus Sorge vor einer Rezession die Regeln für ihre Banken aufweicht.

Besonders deutlich zogen zum Handelsstart die Volkswagen-Titel  an. Anleger sind einer Kaufempfehlung der Citigroup gefolgt und haben bei Volkswagen zugegriffen. Mit einem Plus von knapp einem Prozent führten die Papiere die Gewinnerliste im Dax an. Die Analysten sehen Europas größten Autobauern derzeit ungebremst in der Erfolgsspur. Der Konzern verfüge über eine starke Position in nahezu allen großen Automärkten, verzeichne starkes Wachstum in den Schwellenländern und könne ein überdurchschnittliches Markenportfolio vorweisen, hieß es in einem Kommentar der Experten.

Dagegen trennten sich Anleger am Mittwoch von SAP -Papieren . Sie gaben um 2,01 Prozent nach und rutschten damit an das Dax-Ende. Barclays hatte die Empfehlung für die Softwaretitel nach deren massivem Anstieg seit Jahresbeginn gestrichen, und die Citigroup senkte bei unveränderter Kaufempfehlung ihr Kursziel.

Euro-Kurs im Plus

Der Euro  ist am Mittwoch wieder über die Marke von 1,29 US-Dollar gestiegen. Nach einem Tagestief bei 1,2837 Dollar im frühen Handel konnte sich die Gemeinschaftswährung deutlich erholen und erreichte im Nachmittagshandel in der Spitze 1,2913 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,2889 (Dienstag: 1,2953) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7759 (0,7720) Euro.

Trotz der schwächeren Prognosen für die Weltkonjunktur bleibt Öl teuer. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Mittwoch 114,53 Dollar. Damit behauptete Brent das zweiprozentige Plus vom Vortag. US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit rund 92 Dollar etwas niedriger als am Dienstag.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,20 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 134,09 Punkte. Der Bund Future sank um 0,08 Prozent auf 141,34 Punkte.

kst/dpa-afx/rtr