Börse Dow hilft Dax aus dem Tief

Die Erholung an der Wall Street sorgt dafür, dass der Dax im späten Handel seine frühen Verluste wieder wettmacht. Die Gewinnwarnung von Daimler belastet Autowerte. Die Billigflugpläne der Lufthansa kommen dagegen an der Börse gut an.
Händler in Frankfurt: Die Produktion in China wird wohl den elften Monat in Folge sinken

Händler in Frankfurt: Die Produktion in China wird wohl den elften Monat in Folge sinken

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

New York / Frankfurt am Main - Der Dax (Kurswerte anzeigen) ging am Donnerstag nahezu unverändert bei 7389 Zählern aus dem Handel, nachdem er zeitweise bis auf 7313 Punkte abgerutscht war. Die Erholung an den US-Börsen sorgte dafür, dass der deutsche Leitindex seine Verluste in der letzten Handelsstunde wieder ausgleichen konnte.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Lufthansa (Kurswerte anzeigen) und Metro (Kurswerte anzeigen). Zu den Verlierern gehörten dagegen die Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) sowie die Papiere von Daimler (Kurswerte anzeigen) nach einer Gewinnwarnung des Autobauers.

Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) tendierte zum Xetra-Schluss in Deutschland noch 0,1 Prozent schwächer bei 13.565 Punkten. Auf den US-Aktienmärkten lasteten schwache Konjunkturdaten aus China, Europa und den USA. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sank in der vergangenen Woche kaum. Damit sind die Aussichten auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum in den USA weiter trüb. In Europa fiel der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft überraschend auf 45,9 Punkte. In China stabilisierte sich die Industrie zwar etwas. Die Geschäfte schrumpften jedoch den elfen Monat in Folge.

Bank of America streit Jobs, Produktion in China sinkt weiter

Zu den Verlierern an der Wall Street gehörten die Aktien der Bank of America (Kurswerte anzeigen) mit einem Abschlag von rund 2 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge will das Institut seinen Stellenabbau beschleunigen und bis Ende des Jahres 16.000 Arbeitsplätze streichen.

In China hatten jüngste Umfragen unter Einkaufsmanagern darauf hingedeutet, dass die Produktion im September den elften Monat in Folge sinken wird. Derweil kam Spanien am Donnerstag zwar etwas günstiger an frisches Geld, kämpft aber weiter mit hohen Zinsen.

Daimler rechnet mit weniger Gewinn

Auf den Autosektor drückte unterdessen die Gewinnwarnung des Autobauers Daimler (Kurswerte anzeigen). Der Konzern rechnet wegen der schwächelnden Autokonjunktur in seiner Pkw-Sparte mit einem operativen Gewinnrückgang und reagiert mit Sparmaßnahmen. "Wir haben in Europa zunehmend schwierige Marktbedingungen", sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart.

Die Gewinnwarnung schickte die Daimler-Aktie am Nachmittag auf Talfahrt, auch wenn in der Branche viele angesichts der Entwicklung in Europa mit einem solchen Schritt gerechnet hatten. Die Rivalen BMW  und Audi bekräftigten ihre Vorhersagen allerdings und rechnen weiter mit Rekordergebnissen.

Lufthansa in der Dax-Spitzengruppe

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Lufthansa -Aktien  mit einem Anstieg um zeitweise 2 Prozent. Dies war ihr höchster Stand seit Februar. Die Fluggesellschaft will zum Jahreswechsel ihre umstrittenen Pläne für eine konzerninterne Billigfluglinie durchziehen. Für Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank ist es eine gute Nachricht, dass die Lufthansa ihren Europaverkehr unter dem Dach der neuen Gesellschaft wieder profitabel machen will.

ThyssenKrupp und Commerzbank schwach

Aus dem Bankensektor fielen die Commerzbank -Aktien  zurück. Titel der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) gaben dagegen etwas weniger deutlich nach. Das führende deutsche Bankhaus hat einen Käufer für seine Tochter BHF-Bank gefunden: Der Finanzdienstleister RHJ will 384 Millionen Euro für das Traditionsinstitut zahlen. Einem Börsianer zufolge ist dies leicht positiv zu sehen: "Der Verkauf ist immer wieder Thema, scheint nun aber zu einem Ende zu kommen", so der Händler. ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen)büßten im schwachen europäischen Stahlsektor rund 1Prozent ein.

Euro fällt unter 1,30 Dollar, Ölpreise unter Druck

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Donnerstag Verluste im frühen Handel verzeichnet. Die trüben Konjunkturaussichten in China und die schwach ausgefallenen japanischen Exportdaten drückten die Risikofreude an den Märkten. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel am Morgen unter die Marke von 1,30 Dollar und stand zuletzt bei 1,2989 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs Mittwochmittag auf 1,3002 (Dienstag: 1,3054) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben an ihre Vortagesverluste angeknüpft. Am Mittwochnachmittag hatte bereits ein überraschend deutlich ausgefallener Anstieg der US-Ölreserven die Notierungen unter Druck gebracht. Am heutigen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Lieferung im November 107,81 Dollar. Das waren 38 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI (West Texas Intermediate) zur Oktober-Lieferung fiel um 1,05 Dollar auf 90,93 Dollar.

mg/dpa-afx
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