Börse US-Häuserdaten stützen Dow und Dax

Positiv aufgenommene Daten vom US-Immobilienmarkt und die Lockerung der Geldpolitik in Japan haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch gestützt. Der Dax schließt knapp unter 7400 Zählern. Die Deutsche Telekom setzt sich an die Dax-Spitze.
Börse in Frankfurt: Atempause nach der Rally

Börse in Frankfurt: Atempause nach der Rally

Foto: REUTERS

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss auf Xetra 0,6 Prozent fester bei 7390 Punkten. Auch der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 2567 Zähler. Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls Gewinne - der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) legte bis zum Abend 0,3 Prozent zu.

In New York schauten Börsianer auf die Wohnungsbaubeginne im August, die mit 750.000 Einheiten zwar etwas geringer ausfielen als prognostiziert, nach Ansicht von Ökonomen aber trotzdem eine Erholung des Immobiliensektors zeigten. Der Absatz bestehender Eigenheime fiel im August in den USA mit 4,82 Millionen höher aus als erwartet. "

Auch Bank of Japan kauft Anleihen

Am Morgen hatte bereits das Anleihenkaufprogramm der Bank of Japan (BoJ) bereits für steigende Kurse gesorgt. Die BOJ will für zehn Billionen Yen (rund 97 Milliarden Euro) Anleihen kaufen und weitet ihr Programm damit doppelt so stark aus wie gedacht.

Vergangene Woche hatte bereits die US-Notenbank milliardenschwere Geldspritzen zur Ankurbelung der heimischen Konjunktur angekündigt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) will Staatsanleihen kaufen und damit kriselnden Euro-Staaten unter die Arme greifen.

Finanztitel im Aufwind

Die Aussicht auf eine neue Welle frischen Geldes gab auch den Finanzwerten Auftrieb. Der Bankenindex schloss 0,5 Prozent fester. Deutsche Bank  gewannen nach ihrem Rückschlag am Vortag 1,5 Prozent, Commerzbank 2 Prozent.

Neuer Chef für T-Mobile: Telekom an der Dax-Spitze

Größter Dax-Gewinner waren die Anteilsscheine der Deutschen Telekom (Kurswerte anzeigen) Telekom mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent. Der Konzern berief den langjährigen Branchenkenner John Legere zum neuen Chef ihrer angeschlagenen Tochter T-Mobile USA.

Porsche nach Etappensieg vor Gericht gefragt

Kräftig zulegen konnten auch die Aktien der Porsche Holding (Kurswerte anzeigen), die sich um 7,2 Prozent auf 46,30 Euro verteuerten. Das Landgericht Braunschweig hatte zwei Schadenersatzklagen im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von Volkswagen abgewiesen. Allerdings sind in Deutschland und den USA weitere Klagen im Umfang von mehreren Milliarden Euro anhängig. Papiere von Volkswagen (Kurswerte anzeigen) schlossen 1,6 Prozent fester.

Nebenwerte: Lanxess erhöht Gewinnziele

Im MDax (Kurswerte anzeigen) konnten Lanxess (Kurswerte anzeigen) von den höher gesteckten Gewinnzielen nur kurz profitieren. Der Chemiekonzern peilt für 2018 einen Betriebsgewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen von 1,8 Milliarden Euro an. Das ursprünglich für 2015 anvisierte Ziel eines Betriebsgewinns von 1,4 Milliarden Euro will der Konzern ein Jahr früher als bisher geplant erreichen. Die Aktie zog zunächst um bis zu 3,3 Prozent an, schloss dann aber nur noch 1 Prozent fester.

An der Amsterdamer Börse ragten Heineken  heraus, die mit 6,4 Prozent am deutlichsten stiegen. Der niederländische Brauer sicherte sich die Zustimmung eines thailändischen Rivalen, der bislang als größtes Hindernis für die Übernahme der Biermarke Tiger im Volumen von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro galt.

Ein weiterer Gewinner kam aus dem TecDax : Dort profitierten Evotec -Aktien  mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als 5 Prozent von einem Großauftrag aus den USA. Das Biotechunternehmen hatte eine mehrjährige Vereinbarung im Bereich der Substanzverwaltung von Kleinstmolekülen mit der amerikanischen Gesundheitsbehörde "National Institutes of Health" vermeldet.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre moderaten Gewinne nicht behaupten können. Die anfängliche Stabilisierung im Kielwasser einer weiter gelockerten japanischen Geldpolitik war nur von kurzer Dauer: Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 111,45 US-Dollar und damit 58 Cent weniger als am Dienstag.

Euro gefallen

Der Kurs des Euro  ist am Mittwoch gegenüber dem Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3002 (Dienstag: 1,3054) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7691 (0,7661) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80270 (0,80350) britische Pfund , 102,38 (102,64) japanische Yen und 1,2095 (1,2113) Schweizer Franken fest

mg/dpa-afx/rtr
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