Mittwoch, 26. Juni 2019

Milliardenerlös Bund trennt sich von Post-Anteilen

Filiale der Deutschen Post: Die KfW hat durch den Verkauf der Post-Anteile knapp eine Milliarde Euro in die Staatskasse gespült

Die Privatisierung der Post macht Fortschritte. Die staatliche Förderbank KfW nutzt die jüngste Kursrally an den Börsen und wirft ein Aktienpaket von 5 Prozent an der Deutschen Post auf den Markt.

Frankfurt am Main - Die KfW Bankengruppe verringert ihren Anteil an der Deutschen Post. Durch die Platzierung von 60 Millionen Aktien sinke dieser auf von 30,5 auf 25,5 Prozent, teilte das staatlich kontrollierte Institut mit. Damit bleibt die KfW größter Aktionär der Post, der Streubesitz erhöht sich von 69,5 auf 74,5 Prozent.

Der Preis für die 60 Millionen Aktien lag mit je 15,40 Euro um 3,7 Prozent unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Insgesamt nahm die KfW 924 Millionen Euro ein. Nach Abschluss der Platzierung erholte sich der Kurs der Post-Aktie Börsen-Chart zeigen rasch auf 15,54 Euro.

"In Absprache mit dem Bundesministerium der Finanzen hat die KfW beschlossen, das günstige Umfeld an den Aktienmärkten zu nutzen, um den Privatisierungsprozess der Deutschen Post erfolgreich weiterzuführen", sagte KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig.

"Die Aktienmärkte haben sich erholt, die Post-Aktie bewegt sich in der Nähe eines Dreijahreshochs", begründete die KfW den Verkauf. "Deshalb haben wir den Zeitpunkt der Platzierung für günstig erachtet." Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie des Brief- und Logistikkonzerns fast 80 Prozent zugelegt.

KfW wird Sperrminorität wohl bald verlieren

Die KfW hatte schon im Juni nach einer Bank gesucht, die ihre dabei helfen würde, einen Teil ihrer Post-Aktien auf den Markt zu werfen. Investmentbanker hatten alternativ auch einen Verkauf an einen Investor aus Asien ins Gespräch gebracht. Die Staatsbank hält die Anteilsscheine treuhänderisch für den Bund. Buchgewinne und -verluste gehen in die Staatskasse, wie eine KfW-Sprecherin sagte.

Weitere Platzierungen in den nächsten drei Monaten schloss die KfW aus. Dass sie unter die 25-Prozent-Marke rutscht, dürfte trotzdem nur eine Frage der Zeit sein. Denn weitere 4,5 Prozent an der Post AG sind in einer Umtauschanleihe aus dem Jahr 2009 gebunden, deren Käufer sie bis 2014 in Post-Aktien tauschen können.

Die Post hatte mehrfach anklingen lassen, dass ihr weitere Privatisierungsschritte willkommen wären. Eine Sprecherin sagte am Donnerstagabend: "Diese ist die logische Fortsetzung der Privatisierung. Wir begrüßen jeden neuen Aktionär und eine Verbreiterung unserer Aktionärsbasis."

mg/rtr/dpa-afx

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