Börse Dax legt zu - Draghi muss liefern

Der Dax klettert einen Tag vor der entscheidenden Ratssitzung der EZB wieder Richtung 7000 Zähler. Gefragt sind defensive Aktien wie Fresenius und Bayer. In den USA legt der Dow Jones ebenfalls leicht zu.
Händler in Frankfurt: Die EZB wird nach ihrer morgigen Ratssitzung voraussichtlich Details zu den geplanten Anleihenkäufen bekanntgeben

Händler in Frankfurt: Die EZB wird nach ihrer morgigen Ratssitzung voraussichtlich Details zu den geplanten Anleihenkäufen bekanntgeben

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der Dax (Kurswerte anzeigen) hat wieder Kurs auf 7000 Punkte genommen. Einen Tag vor der wichtigen Ratssitzung der europäischen Zentralbank rückte der deutsche Leitindex bis zum Handelsschluss auf Xetra um 0,5 Prozent auf 6964 Punkte vor.

Auch in den USA sind Investoren verhalten optimistisch. Der Dow Jones  legte am Mittwoch zum Handelsstart um 0,2 Prozent auf 13051 Zähler zu.

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am morgigen Donnerstag rückt an den Börsen immer mehr in den Blick, wobei insbesondere auf Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi über weitere Stützungsaktionen für klamme Euro-Staaten gewartet wird. Draghi habe Hilfen für den Euro angekündigt - nun müsse der EZB Chef auch liefern, sagte ein Börsianer.

Am Freitag dürfte dann der monatliche US-Arbeitsmarktbericht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Fresenius an der Dax-Spitze

Vor allem defensive Aktien waren gefragt. Mit plus 1,60 Prozent nahmen die Aktien von Fresenius (Kurswerte anzeigen) den Spitzenplatz im Dax ein. Wegen einer großen Nachfrage und Problemen eines Konkurrenten hob das Medizinunternehmen die Jahresprognose für die Infusionstochter Kabi leicht an. Zu den Gewinnern zählte auch die Fresenius-Tochter FMC, deren Aktie um 1,43 Prozent zulegte.

Die Deutsche Post (Kurswerte anzeigen) litt hingegen am Dax-Ende mit minus 1,61 Prozent darunter, dass der US-Konkurrent FedEx seine Gewinnprognose senkte. Am Vorabend hatte der US-Logistikkonzern wegen der Weltwirtschaftsabkühlung seine Gewinnprognose für das Ende August abgeschlossene erste Geschäftsquartal reduziert. Einen vollständigen Einblick in den Verlauf des Quartals will FedEx am 18. September gewähren.

Die Vorgaben der Überseebörsen sind uneinheitlich. Fallende Rohstoffpreise und anhaltende Sorgen um China hielten insbesondere die asiatischen Märkte unter Druck. Der Nikkei -Index  schloss in Tokio 1,1 Prozent im Minus bei 8679 Zählern.

TecDax: Singulus unter Druck

Vor dem Hintergrund der Euro-Krise und einer zunehmend unsicheren Weltkonjunktur äußerte sich auch der Spezialmaschinenbauer Singulus (Kurswerte anzeigen) erneut kritisch zu seiner Jahresprognose. Es sei "zunehmend anspruchsvoller" geworden, das bisherige Ziel eines positiven Jahresergebnisses für 2012 zu erfüllen, hieß es. Da zudem das Papier an diesem Abend aus dem TecDax genommen werden könnte, fiel es um 1,76 Prozent. Die Deutsche Börse  wird an diesem Abend ihre Entscheidungen über die Index-Neuzusammensetzungen bekanntgeben. Umgesetzt werden sie zum 24. September.

Euro schwächer

Der Euro (Kurswerte anzeigen) ist weiter unter das Zwei-Monatshoch vom vergangenen Freitag zurückgefallen. Im frühen Handel rutschte die Gemeinschaftswährung auf 1,2530 Dollar, nachdem sie Ende der vergangenen Woche noch zeitweise bei fast 1,2640 Dollar den höchsten Wert seit Anfang Juli erreicht hatte. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2579 (Montag: 1,2568) Dollar festgesetzt.

In den vergangenen 24 Stunden sei der Kurs des Euro um etwa einen US-Cent abgerutscht, sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Zuvor hatte die Hoffnung, dass die EZB am Donnerstag den Plan für ein neues Kaufprogramm für Staatsanleihen finanziell angeschlagener Euro-Staaten vorstellt, den Euro stark nach oben getrieben.

Schwache Konjunkturdaten drücken Ölpreise

Die Ölpreise sind nach unerwartet schwachen Konjunkturdaten aus den USA weiter leicht zurückgefallen. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) mit Auslieferung im Oktober 113,96 Dollar. Das sind 22 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich am Morgen um drei Cent auf 95,27 Dollar. Seit der Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten am Dienstagnachmittag rutschte der US-Ölpreise damit um fast zwei Dollar nach unten.

Die jüngsten Daten zur Stimmung in der US-amerikanischen Industrie seien enttäuschend ausgefallen, sagte ein Rohstoffexperte. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel von 49,8 Punkten im Vormonat auf 49,6 Zähler. Volkswirte hatten einen Anstieg erwartet. In den kommenden Monaten könnte die Industrieproduktion in der größten Volkswirtschaft zurückfallen. An den Ölmärkten habe die Sorge vor einer sinkenden Nachfrage nach Rohöl die Preise unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es weiter.

mg/dpa-afx
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