Freitag, 18. Oktober 2019

Defensive Aktien Die Schein-Langweiler

Aktien aus dem Bereich Gesundheit gelten als defensiv und als eher langweilig. Doch in konjunkturell schwierigen Zeiten spielen viele ihre Stärken aus

2. Teil: Galoppierende Elefanten

Gerry Weber Börsen-Chart zeigen zum Beispiel oder Bayer gehören auch dazu. Henkel Börsen-Chart zeigen fällt gleichfalls in diese Kategorie. Das Unternehmen hat erst Anfang August eine fleckenlose Bilanz vorgelegt und sogar seine Prognose für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie erhöht - 2012 soll es um 15 statt um 10 Prozent zulegen.

"Oftmals sind das gut geführte Familienunternehmen, die häufig zwischen 2 und 4 Prozent Dividende zahlen", sagt Fondsmanager Albrecht. Allen gemein ist die Tatsache, dass sie sich auf eine Nische spezialisiert haben und dort zu den stärksten Anbietern der Welt gehören.

"Wir halten im Fonds zwischen 10 und 50 Prozent Nebenwerte, also Aktien abseits der großen Dax-Werte. In unserem Fonds werden diese in Phasen der Überhitzung als erste gekappt und in der Erholung dann auch als erste wieder aufgestockt, da viele sie als Beta-Lieferanten nutzen", sagt Albrecht. Ein Beta von über eins bedeutet, dass sie schneller steigen im Aufstieg - aber auch schneller stürzen im Abschwung. Studien belegen unter anderem, dass langfristig kleine Unternehmen, die small caps, besser laufen als blue chips. Börsianer, nie verlegen um einen flappsigen Spruch, nennen das "Elefanten galoppieren nicht".

Defensiven Wachstumswerten bieten Chancen - zumal sie meist schon eine höhere Dividendenrendite bieten als zum Beispiel Bundesanleihen. Von Langeweile also keine Spur. Und im Falle von Fresenius sowieso nicht. Immerhin kauft das Unternehmen seit Jahren ähnlich aggressiv zu wie Oracle und festigt so seine Position am Markt. Allerdings ohne markige Verkündungen, im Gegenteil. "Wir sind keine Kaufmaschine", sagte Ulf Schneider, Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, noch im April dieses Jahres in einem Interview. Einzige Voraussetzung für den Aktienkauf: "Man muss mit der Volatilität leben können", sagt Fondsmanager Albrecht. "Und der Auffassung sein, dass die Gewinne annährend so bleiben wie jetzt." Langweilig wird es also gewiss nicht.

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